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Als Kategorien bezeichne ich - in Anlehnung an I. Kant, der den Ausdruck ziemlich eigen als "apriorische Denkformen" oder als "Formen der sinnlichen Anschauung" definierte, in in Anlehnung an G. Spencer-Brown - die Bezeichnungen der Bereiche, die durch elementare Unterscheidungen entstehen.

Beispiele
oben und unten
innen und aussen
billig und teuer


nicht sortierte Anmerkungen:

Kategorien sind jene Konzepte, die keinen Oberbegriff mehr zulassen, zb Substanz, Form, usw.

Kategorien heisst Klasse. Da wiederholt sich die Geschichte. Meinen wir mit Kategorie die Menge der Gegenstände, die die Klasse ausmachen (Referenten) oder die ...

Kategorie heisst Grundaussage (bei Kant ein reiner Verstandesbegriff, der von Erkenntnis vorausgesetzt wird, bei Aristoteles eine Art über einen realen Gegenstand Aussagen zu machen).
Kategorisch: nicht an Bedingungen geknüpfte Aussage (Behauptung), zB A ist B

Kategorie ist ein Wort, das in der Ontologie benutzt wird. Gemeint ist ein Klassenname, resp. ein Ordnername, der beim Ablegen und Suchen benutzt wird. Man kann von Suchbegriff oder von Charakterieiserung sprechen. Der Begriff der Kategorie kommt zuerst bei Aristoteles vor: Dort ist die Zeige-Funktion gemeint, mit welcher jeder Begriffsbaum (Ontologie) begründet, resp. verwurzelt wird.

Bei Kant sind Kategorien apriori, die das Denken bestimmen. Es sind die elementaren Unterscheidungen, die wir berauchen, um die Welt der Objekte zu beschreiben: Vordergrund/Hintergrund, unten/oben usw. Kants Kategorien braucht man, wenn man Aristoteles Kategorien operational beschreiben will.


Aristoteles gilt als Begründer der „Kategorienlehre“ im engeren Sinne, die unter anderem in der Schrift Die Kategorien abgehandelt wird (deren Titel aber nicht von Aristoteles selbst stammt). Hier (Kat. 4, 1b 25) unterscheidet Aristoteles zehn Kategorien (in Klammern zunächst kursiv der griechische Ausdruck, dann die von Aristoteles an dieser Stelle gegebenen Beispiele):
1.Substanz (ousia, ein Mensch, Pferd),
2.Quantität (poson, ein zwei (drei) Ellen Langes),
3.Qualität (poion, ein Weißes, ein der Grammatik Kundiges),
4.Relation (pros ti, ein Doppeltes, ein Halbes, Größeres),
5.Wo (pou, auf dem Markt, im Lyzeum),
6.Wann (pote, gestern, voriges Jahr),
7.Lage (keisthai, er liegt, sitzt),
8.Haben (echein, er ist beschuht, bewaffnet),
9.Tun (poiein, er schneidet, brennt),
10.Leiden (paschein, er wird geschnitten, gebrannt).
Dieselben Kategorien (allerdings ohne Beispiele) nennt Aristoteles in Top. I 9 (103b 20). An anderen Stellen zählt Aristoteles weniger Kategorien auf (Analyt. post. I 22, 83a 21; 83b 16; Phys. V 1, 225b 6, Met. XIV 2, 1089b 23.).


Foucaults Diskursanalyse beispielsweise führt den Begriff eines historischen Apriori ein, der wie folgt beschrieben wird:
„Ich will damit ein Apriori bezeichnen, das nicht Gültigkeitsbedingung für Urteile, sondern Realitätsbedingung für Aussagen ist. Es handelt sich […] darum […] die Bedingungen des Auftauchens von Aussagen, das Gesetz ihrer Koexistenz mit anderen, die spezifische Form ihrer Seinsweise und die Prinzipien freizulegen, nach denen sie fortbestehen, sich transformieren und verschwinden. Ein Apriori nicht von Wahrheiten, die niemals gesagt werden oder wirklich der Erfahrung gegeben werden könnten; sondern einer Geschichte, die gegeben ist, denn es ist die der wirklich gesagten Dinge.“ (Michel Foucault: Archäologie des Wissens. S. 184f).
 
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