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Literatur

Mensch und Menschmaschine
Kybernetik
Die Versuchung
Futurum Exaktum
mit J. Bigelow, A. Rosenblueth: Behaviour, Purpose and Teleology

  

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zur Person

      

Norbert Wiener (1894-1964) war ein amerikanischer Mathematiker. Er ist als Begründer der Kybernetik bekannt, ein Ausdruck, den er in seinem Werk Cybernetics or Control and Communication in the Animal and the Machine (1948) prägte.

Ein Aspekt der Kommunikation

Anerkungen und Zitate

N.Wiener untertitelte 1948 die erste Auflage seines Buches Kybernetik, in welchem der Begriff "Kommunikation" wissenschaftlich relevant eingeführt wurde (Technisch eingeführt wurde der Begriff ”Kommunikation” um 1729 (!) durch den Elektrizitätsforscher Stephen Gray) mit Regelung und Kommunikation im Tier und in der Maschine. Bereits ein gutes Jahr später veröffentlichte N.Wiener eine populärere Variante seines Werkes unter dem Titel Die menschenwürdige Verwendung des Menschen (Die deutsche Übersetzung trägt den sinnigen Titel Mensch und Menschmaschine (Wiener,1952)) und schrieb im Vorwort nochmals explizit, dass die Theorie für tierische Mechanismen und Maschinen entworfen wurde, die eben gerade nicht das Wesen des Menschen, sondern nur "tierische", respektive biologisch-maschinelle Aspekte des Menschen betreffen (Wiener, 1952,11) (Später, 1962 im Vorwort zur zweiten Auflage, wurde der Mechanismuscharakter des Kommunikationsmodell-Gegenstandes nochmals sehr extrem hervorgehoben: ”Da nun der Begriff lernende Maschinen auf jene Maschinen anwendbar ist, die wir selbst gebaut haben, ist er auch auf die lebenden Maschinen anwendbar, die wir Tiere nennen, so das wir die Möglichkeit haben, die biologische Kybernetik in einem neuen Licht zu sehen” (Wiener,1963,19)). Wo das Kommunikationsmodell beispielsweise auf telefonierende Menschen projiziert wird, resultieren korrekterweise Aussagen wie: "Das Hirn sendet dem Sprechapparat Nervensignale, die vom Sprechapparat in Schallwellen, die dann ihrerseits vom Mikrofon des Telefons in elektrische Signale verwandelt werden." Als C.Shannon 1948 seine Informationstheorie veröffentlichte, hat sein Co-Autor W.Weaver diese Problematik vollständig ausgedrückt. Er schrieb, dass nicht nur sein Telefonapparat ein Transmitter von Signalen sei, sondern auch sein Sprechapparat: "Im mündlichen Gespräch ist das Gehirn die Informationsquelle, der Stimm-Mechanismus, der die Schallwellen, die durch die Luft (Kanal) übermittelt werden, produziert, ist der Transmitter. (...) Wenn ich mit Ihnen spreche, ist mein Hirn die Informationsquelle, mein vokales System der Transmitter" (Shannon/Weaver,1948, 98f). Dementsprechend müsste ein telefonierender Mensch auf sich selbst bezogen sagen: "Nicht ich spreche mit meinem Gesprächspartner, sondern mein Hirn kommuniziert über diverse tierische und maschinelle Kommunikationsmittel mit dem Hirn meines Gesprächspartners." Denn vom "ich" zum Hirn führen ja bekanntlich keine - oder wenigstens keine bekannten - signalleitende Verbindungen.

Die Schiffssteuerung ist wissenschaftshistorisch bedeutungsvoll. Die Kybernetik (die manchmal auch Automatik heisst) erhielt ihren Namen in Anlehnung an das von C. Maxwell 1868 beschriebene Beispiel für Rückkoppelungsmechanismen, einen Fliehkraftregler, den C.Maxwell ”Governor” nannte, weil er im Prinzip einen Schiffssteuermann ersetzen konnte (Wiener,1963,39). ”Governor” seinerseits wurde bereits von A. Ampère im Sinne von Plato für die politische Steuerung verwendet. Bei Plato, der den Staat mit einem Schiff verglich, hiess der Steuermann Kybernetes (Ilgauds,1980,58f).

N.Wiener schreibt in seiner Mathematik für Kriegsgeräte, die aus Gründen der militärischen Geheimhaltung lange über das Kriegsende hinaus nicht veröffentlicht wurde (vgl. Ilgauds, 1980,51): ”Dieses Buch stellt einen Versuch dar, (...) zwei Arbeitsgebiete zu vereinigen. (Sie) bilden eine völlig natürliche Einheit, (...), aber (diese) ist verzerrt durch zwei (...) unterschiedliche Traditionen (...) (das) hatte ausgedehnte Unterschiede in ihrem Vokabular (...) zur Folge. Diese zwei Gebiete sind die Zeitreihen in der Statistik und die (technischen) Kommunikationswissenschaften” (Wiener,zit: Ilgauds, 1980,57).


Die Kybernetik lehrt Kommunikationsprozesse „in the animal and the machine“ als Informationsprozesse zu verstehen und sie verkündet siegessicher eine triadische Metaphysik: „Information is information, not matter or energy. No materialism which does not admit this can survive at the present day.“ (Wiener, Norbert (1961, 132): Cybernetics or control and communication in the animal and the machine. New York/London.

http://46halbe.org/wiener.html


 
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