Autopoiese        zurück ]      [ Index ]      [ Literatur-Index ]           [ Mehr zum Thema ]      [ Noch mehr ]

Autopoiese kann man als Eigenname einer speziellen Systemtheorie auffassen, die spezielle autopoietische Maschinen beschreibt, die sich "selbst organisieren". Der Ausdruck stammt von H. Maturana.

siehe auch:
==> autopoietisches System (zentraler Begriff)
==> autopoietischer Kreis Zürich (ein autopoietisches Forum in Zürich)
==> autopoietischer Kreis Basel (ein autopoietisches Forum in Basel)
==> autopoietischer Kreis (ein Beitrag im Forum (zum Begriff Autopiese))

Hinweis:
Quasiumgangssprachlich wird der Ausdruck "Autopoiese" für das verwendet, was mit der Theorie beschrieben wird, weil in der Umgangssprache "the map nicht vom territory" unterschieden wird.

poie|tisch [peu-e...; gr.]: bildend, das Schaffen betreffend - e Philosophie: bei Plato die dem Herstellen von etwas dienende Wissenschaft (z B. Architektur).


[hoegl]

Literatur:

"Angesichts einer umfangreichen und kritischen Diskussion (er meint wohl nicht unsere aktuelle Liste, aber die ist ja nicht so einmalig in dieser Hinsicht) muss auf den recht geringen Erklärungswert des Begriffes der Autopoiesis hingewiesen werden. Er verlangt nur, dass man bei allen Erklärungen von den spezifischen Operationen auszugehen hat, die ein System - und zwar das erklärte wie das erklärende reproduzieren. Er sagt aber nichts darüber, welche spezifischen Strukturen sich in solchen Systemen aufgrund von strukturellen Kopp(e)lungen zwischen System und Umwelt entwickelt haben (Luhmann, GsG:66).

"Autopoiesis ist demnach nicht als Produktion einer bestimmten ”Gestalt” zu begreifen. Entscheidend ist vielmehr die Erzeugung einer Differenz von Umwelt und System. Durch die Abkopplung des Systems von dem, was als Umwelt übrig bleibt, entstehen Freiheitsräume, da die [!]Determination[!] des Systems durch seine Umwelt entfällt. Autopoiesis ist also, recht verstanden, zunächst Erzeugung einer systeminternen Unbestimmtheit, die nur durch systemeigene Strukturbildungen reduziert werden kann." (Luhmann, GdG:66f).

"Es zeugt ja bereits von geringer Sorgfalt, wenn jemand behauptet, etwas sei eine Metapher. Wenn man auf Aristoteles´s Politik und auf andere Texte der Tradition zurückgeht, kann man sagen, dass alle Begriffe Metaphern sind. Alles ist irgendwie metaphorisch entstanden und wird dann gleichsam technisch im Sprachgebrauch mit dem Verfahren der Kondensierung, der Identifikation und des Anreicherns von Verwendungsmöglichkeiten verselbständigt. Wenn man diesen weiten Sinn von "metaphorisch" hat ist nichts gegen eine Metapher einzuwenden. Aber auch das müsste man dann generealisierun und sagen, daß etwa auch der Begriff "Prozess" metaphorisch sei. Er kommt in die Soziologie aus der Philosophie, in die Philosophie aus der Jurisprudenz und in die Jurisprudenz aus der Chemie oder umgekehrt, ich kann das nicht so genau trassieren. Letztlich ist alles metaphorisch." (Niklas Luhmann, Einführung in die Systemtheorie, Lizenzausgabe für die wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2004, S.113f)

Nach Keil-Slawik, 1990 (2), ist das Konzept der Autopoiese zeitlos. "Es gibt keine Differenzierung dahingehend, ob sich z.B. Verhaltensänderungen eines Organismus aus dem Prozess des Alterns oder aus der Einwirkung von aussen (Perturbation) begründen. Zeitlosigkeit aber ist ausschliesslich ein Wesensmerkmal formaler Systeme und abstrakter Automaten" (8).

Selbstorganisation: Jede Zelle hat denselben Code, die selbe "Information, je nachdem, was die Nachbarn machen, macht sie aber etwas anderes. Deshalb ist die DNS keine hinreichende Bestimmung dafür, was eine Zelle tut. (Maturana, Baum, roter Eintrag)


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