System nenne ich die Automaten, die ich in Erklärungen von Phänomenen beschreibe.
In Erklärungen beschreibe ich bestimmte Aspekte von Automaten, da es dabei nicht wie beim Konstruktionsplan um dessen Herstellung, sondern um dessen Funktionsweise geht. In diesem Sinne sind Systeme Referenzobjekte von abstrakten, inhaltslosen Abbildungen, die die geregelte Veränderung einer Entität beschreiben. Wenn ich umgangssprachlich von etwas sage, es sei ein System, drücke ich aus, dass sich dieses Objekt unter technologischen Gesichtspunkten so verhält, dass man es mit einem Regelkreis-Schema (Feedback) sinnvoll beschreiben kann. Ein System hat also sekundäre Energiekreise, die Schalter in relativ primären Energiekreisen steuern (Verstärker-Prinzp: Relais, Transistor usw). Die Stellungen der Schalter (System-Variable) bezeichne ich als Systemzustand. In diesem Sinne von einem System zu sprechen, macht nur Sinn, wenn beide (!) Energieflüsse genannt werden (können).
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Beispiel:
Funktional gesehen wird mit dem Sollwert die Innentemperatur gesteuert.
Siehe auch autopoietisches System |
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Noch zu verarbeitende Bemerkungen:
L. von Bertalanffy schrieb: „Ein System ist dann geschlossen, wenn keinerlei stofflicher Träger von aussen eingeht oder es verlässt; es ist offen, wenn es zwischen ihm selbst und der Umwelt einen stofflichen Austausch gibt (...). Lebende Systeme sind immer offene Systeme, weil sie beständig einen Austausch von Elementen mit der Umwelt unterhalten und somit stets ihre einzelnen Komponenten neu aufbauen und wieder zerstören.“ L. von Bertalanffy beschreibt damit, was ein Lebewesen (aus)macht . Mir ist eigentlich unklar, weshalb er dabei Lebewesen als Systeme bezeichnet, aber der Ausdruck "System" wird in der Philosophie und in der philosophisch angehauchten Naturwissenschaft eben sehr umfassend verwendet. Die Griechen meinten mit "systema" eine bewusst hergestellte Ordnung, wie sie in allen Artefakten und hypothetisch überall im Kosmos (also jenseits des Chaos) zu finden ist. In der westeuropäischen Philosophie wurde der Ausdruck System dann zunächst für hypothetische Konstruktionen - wie sie etwa G. Galilei in den Augen der Kirchenvertreter vorgeschlagen hat - verwendet. Später nannte man rationale Lehren insgesamt System, und schliesslich heissen in dieser Tradition Ordnungs-Lehren, wie sie C. von Linné begründet hat, noch heute "System". Ich verwende für diese Zusammenhänge den Ausdruck Systematik.
Ich glaube, dass L. von Bertalanffy den Ausdruck "System" in dieser systematischen Tradition verwendet hat, und deshalb sehr irritiert war, als die Kybernetiker den Ausdruck für eine ganz andere Sichtweise verwendeten .
Jedes System bildet zusammen mit seinem Milieu die Um-Welt des Beobachters.
In der objektorientierten Terminologie ist ein System eine Objektklasse, alle "wirklichen" Systeme sind Instanzierungen des Objektes und durch die Eigenschaften der Objektklasse bestimmt.
Primäre Unterscheidung
Da jedes System etwas (und nicht alles) ist, hat jedes System
eine Um-Welt und bildet mit dieser zusammen die Welt.
Jedes System bildet zusammen mit seinem Milieu die Um-Welt des Beobachters. Um-Welt ist notwediges, aber kein hinreichendes Kriterium für System (Heinz von Foerster: 212).
Beispiele für "System"
Im Thermostat fliesst Strom, um Schalter im Kreis der primären Energie Heizoel zu steuern.
In den Nerven fliesst Strom, um die zuckerverbrennede Muskulatur zu steuern.
Kompliziertere Systeme haben Verschachtelungen von sekundären Energiekreisen, die gemeinhin mit Schaltalgebra dargestellt wird (zB. Computer, Hirn usw).
Hinweis
Als System kommt sinnigerweise nur in Frage, was komplex genug ist, damit es funktionieren kann. Hammer und Sichel sind keine Systeme, Computer dagegen sind Systeme, obwohl sie auch nur Werkzeuge sind, weil sie ein Verhalten zeigen.
"Systeme sind Referenten von abstrakten, innhaltslosen Abbildungen, die die gesteuerte Veränderung einer Entität beschreiben. Systeme existieren nur abstrakt. (...) Wenn wir von (...) etwas sagen, es sei ein System, drücken wir eigentlich aus, dass wir auf diese Sache eine bestimmte Beschreibung sinnvoll projizieren können"" (Todesco: 96).
Schwach:
""Ein System ist eine Anordnung von Gebilden, die miteinander in Beziehung stehen"" (DIN 19226 Teil 1 Abschn. 2)
DIN 19226 Teil 1 Abschn. 10: ""Das Steuern ist der Vorgang in einem System bei dem Eingangsgrössen Ausgangsgrössen beeinflussen"" wobei:
Am Beispiel gesteuertes Auto:
In meiner Formulierung steuert der Autofahrer das System Auto, indem er die Räder in eine neue Richtung lenkt (den Systemzustand verändert)
In der DIN-Formulierung steuert die Stellung des Lenkrades (Eingangsgrösse) die Stellung der Räder (Ausgangsgrösse)
Was bei DIN Steuern heisst, ist für mich die Funktionsweise des Systems
Systeme sind Referenten von Abbildungen, die eine geregelte Veränderung einer Entität beschreiben.
Wenn ich etwas als System auffasse, bedeutet das mithin, dass ich den Eigenwert als Funktion des Systems bestimme und die Feedback-Signale als Mittel, mit welchen das System seinen Eigenwert anstrebt.
"Ein organisches System ist ein offenes energetisch-stoffliches System und zugleich ein geschlossenes Kontrollsystem..." (H.Wessel 1961). RT: die Maturana-Idee ist schon alt: der Versuch Systemtheorie und Organismus zusammenzubringen.