Praxis zurück ]      [ Index ]      [ Literatur-Index ]      [ Die Hyper-Bibliothek ]     

Als Praxis bezeichne ich ein regelgeleitetes Ausüben.

Beispiele:

die dialektische Praxis (das, was Menschen theorievermittelt "tun")
die Arzt-Praxis (wo nicht das Haus gemeint ist)
das Zen-Practise (in welchem ale Regeln aufgehoben werden, vgl. dazu auch Dialog)


 

Differenztheoretisch kann man Praxis als Differenz zwischen Praxis und Theorie sehen. Wenn ich Praxis sage, meine ich den Unterschied zwischen Praxis und Theorie, wobei Praxis das tun bezeichnet und Theorie das Reflektieren dieses Tuns, wobei natürlich auch des Reflektieren ein Tun ist (re-entry).

K. Marx sieht die Aneignung durch Werkzeuge (toolmaking-animal) als Praxis. Jede Entwicklung ist eine Entwicklung der Werkzeuge, die praktisch hergestellt werden, also immer eine materielle Entscheidung verlangen: Materialismus (was eben nichts mit Materie im theoretisch-wissenschaftlichen Sinn zu tun hat, sondern mit dem praktischen Erfordernis Materialien zu wählen).


Beispiel einer Theorie-Praxis-Differenz:

„Man nennt einen Inbegriff selbst von praktischen Regeln alsdann Theorie, wenn diese Regeln, als Prinzipien, in einer gewissen Allgemeinheit gedacht werden, und dabei von einer Menge Bedingungen abstrahiert wird, die doch auf ihre Ausübung notwendig Einfluss haben. Umgekehrt heißt nicht jede Hantierung, sondern nur diejenige Bewirkung eines Zwecks Praxis, welche als die Befolgung gewisser im allgemeinen vorgestellter Prinzipien des Verfahrens gedacht wird“. (Immanuel Kant, Über den Gemeinspruch, S. 127).

Kommentar: