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Als Aussage bezeichne ich das Produkt einer Sprachhandlung. Sie besteht aus geschriebenen oder gesprochenen Worten. Als Worte bezeichne ich sprachliche Symbole, die aus einer Menge von Wörtern bestehen. Während Symbole für relative Ganzheiten stehen, werden in Aussagen Symbole verbunden.

Beispiel:
Hans lügt
das ist ein vollständiger Aussagesatz, während darin "Hans" und "lügt" je als Symbol verwendet werden. In einem gegebenen Kontext ist natürlich "Hans" auch eine Aussage.

Aussagen mit einer bestimmten Form sind:
   Befehl,    Anweisung,    Beschreibung,    Erklärung,    Definition,    Vereinbarung,    Argumentation

Hinweis:
Ein bestimmtes Verhalten als Sprachhandlung aufzufassen, ist die Leistung eines deutenden Beobachters, der das Produkt der Handlung im Handlungszusammenhang Sprache interpretiert. Ich muss Geräusche als gesprochene Worte erkennen, sonst sind es Geräusche.


 

Duden-Lexirom: Aussage
In der Logik ein Behauptungssatz (Urteil) (in Form eines einfachen Behauptungssatzes: S ist P.). Ein sprachl. Ausdruck läßt sich als A. charakterisieren durch das Verfahren, mit dem er behauptet oder bestritten werden kann (dialogdefinite A.). Erlaubt die Argumentation eine Gewinnstrategie für den Behauptenden, so gilt die A., d.h. die A. ist wahr; erlaubt sie eine Gewinnstrategie für den Bestreitenden, so ist die A. ungültig bzw. falsch. In speziellen Fällen, insbes. bei den einfachen A. der Alltagssprachen, ist es entscheidbar, ob die A. wahr oder falsch ist (wertdefinite Aussage).

Ko|pu|la a) Verbform, die die Verbindung zwischen Subjekt und Prädikativ herstellt; b) das Glied, das Subjekt und Prädikat zu einer Aussage verbindet.

Hinweis auf eine Verwechslung:
Bertrand Russel verwies darauf, "(...) dass Aussagen über Dinge und Aussagen über Beziehungen streng zu trennen sind. "Dieser Apfel ist rot", ist eine Aussage über die Eigenschaft dieses Apfels. "Dieser Apfel ist grösser als jener" ist eine Aussage, die sich auf die Beziehung zwischen den beiden Äpfeln bezieht und die daher nichts mit dem einen oder dem andern Apfel zu tun hat. Die Eigenschaft des grösser-Seins ist keine Eigenschaft eines der beiden Äpfel, und es wäre glatter Unsinn, sie einem der beiden zuschreiben zu wollen. Diese wichtige Unterscheidung wurde später vom Anthropologen und Kommunikationsforscher Gregory Bateson aufgegriffen und weiterentwickelt. Er stellte fest, dass in jeder Mitteilung immer beide Aussagen enthalten sind; oder in anderen Worten, dass jede Kommunikation eine Objekt und eine Beziehungsebene hat. (...) Nehmen wir an, eine Frau fragt Ihren Mann: "Diese Suppe ist nach einem ganz neuen Rezept - schmeckt sie dir?" Wenn sie ihm schmeckt, kann er ohne weiteres "ja" sagen, und sie wird sich freuen. Schmeckt sie ihm aber nicht, und es ist ihm ausserdem gleichgültig, sie zu enttäuschen, kann er ohne weiteres verneinen. Problematisch ist aber die (statistisch viel häufigere Situation), dass er die Suppe scheusslich findet, seine Frau aber nicht kränken will. Auf der sogenannten Objektebene (also was den Gegenstand Suppe betrifft) müsste seine Antwort "nein" lauten. Auf der Beziehungsebene müsste er "ja" sagen, denn er will sie ja nicht verletzen. Was sagt er also? (...) "schmeckt interessant", in der Hoffnung, dass seine Frau ihn richtig versteht.
(Diese Verwechslung stammt von Rost, 1990, 332, der Wazlawick's 'Anleitung zum Unglücklichsein' zitiert. Hier geht es um Bateson's Double bind. Bateson spricht über Kommunikation, Russel über Logik.


 
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