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Als Definitionen bezeichne ich Beschreibungen, die einen - inhaltlich gebundenen - Oberbegriff und ein Kriterium einführen, um Gegenstände durch (Unter)-Begriffe zu klassifizieren (Genus proximum et differentia specifica).

Beispiel:
Ich definiere "Maschien", in dem ich sage: Maschinen sind Werkzeuge (Oberbegriff), die durch nicht lebende Energie-Lieferanten angetrieben werden (Kriterium), das heisst, alle Maschinen sind Werkzeuge, aber nicht alle Werkzeuge sind Maschinen, sondern nur jene, die ein bestimmtes Kriterium erfüllen.

  


Oberbegriff   (zb. Werkzeug)
Unterbegriff   (zb. Maschine)
(spezifiziert durch Kriterium)

Selbstbezügliches Beispiel:
Definitionen sind Beschreibungen (= Oberbegriff), die einen Oberbegriff und ein Kriterium einführen (= Kriterium).


 

Differenztheoretisch bezeichne ich eine Definitionen durch die "Differance" zwischen einer Vereinbarung und einer Definition. Auf der Seite der Vereinbarung verwende ich die Definition als Umschreibung für einen Begriff, das heisst, ich vereinbare den Ausdruck, den ich als Er-Satz für eine Definition verwende. Sinn der Definition ist aber nicht die Vereinbarung eines Ausdruckes oder die Erläuterung dessen Verwendung, sondern die Klassifizierung von Gegenständen. Die Verwendung von Wörtern kann ich auch jenseits von Definitionen vereinbaren.

  

Unterscheidung:Definition     versus     Vereinbarung
re-entry:Definition in der Vereinbarung

Beispiel:
Ich klassifiziere verschiedene Werkzeuge. Einige nenne ich Maschinen, andere Automaten, weil sie bestimmte Kriterien erfüllen, die ich in meiner Definition als Bestimmung und Abgrenzung verwende. Danach kann ich umgekehrt sagen, dass eine Maschine ein Werkzeug ist, das bestimmte Bedingungen erfüllt. Ich definiere, um Gegenstände zu klassifizieren, und verwende nachher die Definition, um die vereinbarte Klassenbezeichnung (etwa "Maschine") zu erläutern.

Hinweise:

Literatur:

Charles Odgen: Die Theorie der Definition
vergleiche auch: K. Popper über Definitionen


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Textstellen:

„Wir sind unfähig, die Begriffe, die wir gebrauchen, klar zu umschreiben – nicht, weil wir ihre Definition nicht wissen, sondern weil sie keine wirkliche „Definition“ haben. Die Annahme, daß sie eine solche Definition haben müssen, wäre wie die Annahme, daß ballspielende Kinder grundsätzlich nach strengen Regeln spielen.“ Damit ist gesagt, dass wir unsere Begriffe nicht durch Definitionen, sondern Praxis (Wittgenstein nennt es auch „Abrichtung“) lernen. Erst indem wir eine Regel schon beherrschen, sind wir dann auch in der Lage, sie zu bestimmen. "[...] Der philosophisch Verwirrte sieht ein Gesetz in der Weise, in der ein Wort gebraucht wird, und in seinem Streben, dieses Gesetz konsequent anzuwenden, begegnet er Fällen, die zu paradoxen Ergebnissen führen. [...] Aber laßt uns nicht vergessen, daß ein Wort keine Bedeutung hat, die ihm gleichsam von einer unabhängigen Macht gegeben wurde, so daß man eine Art wissenschaftlicher Untersuchung anstellen könnte, um herauszufinden, was das Wort wirklich bedeutet. Ein Wort hat die Bedeutung, die jemand ihm gegeben hat." Ludwig Wittgenstein, Das blaue Buch, Werke Bd. 5, 1. Aufl., Frankfurt (Main) 1989 (S. 49 ff.).


 
[wp]

Definitionen sind tautologische Beschreibungen von Beobachtungen.

Hinweise:

Definitionen sind Beschreibungen der wesentlichen Merkmale von Objekten.

Hinweise: