Information        zurück ]      [ Stichworte ]      [ Literatur ]      [ Die Hyper-Bibliothek ]      [ Systemtheorie ]      Quasi-Homonym:
Der Ausdruck Information verweist auf den blinden Fleck im Paradigma jener Kommunikationswissenschaften, die "bedeutungsübertragende" Mitteilungen oder Nachrichten anhand eines Kommunikations-Mittel-Modelles beschreiben. Information steht dort für etwas, was mitgeteilt wird und für den Empfänger neu ist oder wenigstens ungewiss war (siehe dazu auch : Informationsmetapher, Informationsgehalt, Informationstheorie, Information (nach Bateson)

Differenztheoretisch begreife ich Information als Differenz zwischen Information und Energie, das heisst, wenn ich von Information spreche, unterscheide ich Information von (nicht-informierender) Energie, was ich duch die kybernetische Bestimmung einen Unterschied, der einen Unterschied macht, ausdrücke.

Als Energie ist Information ein Signal, also struktuierte Energie, das interpretiert wird. Technologisch ist Information sekundären Energie, die der Steuerung dient (Todesco 1992). Geregelte Artefakte, vorab Computer sind festgelegte Interpretationen, die "Information" konstituieren.

Die Interpretation wird in systemtheoretischen Kommunikationstheorien als strukturdeterminiert gesehen. "Information" hat deshalb keine Bedeutung. C. Shannon, der diesen Informationsbegriff entwickelt hat, spricht vom Informationsgehalt, womit aber keine Bedeutung gemeint ist, sondern ein Mass dafür, wie viele andere Möglichkeiten der Sender gehabt hätte (vgl dazu den Crashkurs Kommunikationstheorie).

Anmerkung:
Wenn der Interpreter komplex (etwa ein Mensch oder ein Hund) ist, ist nicht vorhersehbar, wie er ein bestimmtes Signal interpretiert.


Literatur:
Rolf Todesco: Wie G. Bateson Hunde informiert


andere Literatur:

Duden etwa schreibt in seinem Informatiklexikon, Information stelle neben Energie und Materie einen der "drei wichtigsten Grundbegriffe der Natur- und Ingenieurwissenschaften dar. Für die Informatik als der Wissenschaft von der systematischen Verarbeitung von Informationen sollte der Begriff von zentraler Bedeutung sein; dennoch ist er bisher kaum präzisiert worden" (Duden Informatik 1988:273). Duden übersieht mit seiner Forderung, dass die Informatik ihre Sache offensichtlich auch ohne explizite Formulierung des Begriffes Information bestens im (Be)Griff hat. Für ein technisches Sachbuch eher peinlich antwortet das von H.Schneider herausgegebene Informatik-Lexikon: "Information ist Macht". Als Erläuterung steht dort: "Information ist, informationswissenschaftlich betrachtet, ein ideelles Handlungsmodell. Jedes Modell bildet ,etwas‘ (ein Objekt) für Zwecke von jemandem (dem ,Herrn‘ des Modells) ab; z.B. für Zwecke des Kontrollierens" (Schneider 1983:263) (Todesco 1992:134).

V. Flusser hat eine lustige Variante des 2-gleisigen Paradigmas: Materiell sieht er "Entropie", ideell sieht er "Negative Entropie". Er sagt, dass wir Ordnung in die Welt bringen, um zu verdängen, dass alles sinnlos entropisch sei.
Die Entropie sieht er so: Wenn man mit einer Kreide an die Wandtafel schreibt, geht Materie von der Kreide weg, die Kreide de-formiert sich, die Materie geht an die Wandtafel, die Wandtafel informiert sich (251).
Dazu sagt Flusser, der materielle Prozess der Kreide erfülle das Gesetz der Entropie (Abnahme der Ordnung). Nun ist natürlich die Frage, was hier mehr Ordnung ist. Ist die Kreide als Stück oder auf der Wandtafel verteilt die grössere Ordnung? [Dazu steht einiges in meinem Strukturkapitel]. Wenn man die Kreide betrachtet, kann man feststellen, dass sie sich auflöst. Ich würde aber im Beispiel nicht die Kreide betrachten, sondern die beiden Strukturen, die aus Kreide bestehen. Dann findet eine Entwicklung zum Unwahrscheinlicheren statt.