Paradigma        zurück ]      [ Stichworte ]      [ Literatur ]      [ Die Hyper-Bibliothek ]      [ Systemtheorie ]

In der Semiotik bezeichnet Paradigma im Unterschied zu Syntagma eine Liste von parallel möglichen Ausdrücken, während Sysntagma seriell mögliche Ausdrücke bezeichnet:
Der Hund rennt davon ist syntagmatisch zu Rennt der Hund davon? und Hund der davon rennt während rennt der davon Hund keine Möglichkeit (kein Syntagma darstellt.
Paradigmatisch kann für Hund Katze oder Perd eingesetzt werden, für rennt kann im Falle von Pferd gallopiert eingesetz werden, aber nicht für Katze.

Paradigma heisst - seit T. Kuhn sein Buch Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen veröffentlicht hat - die für eine Wissenschaft konstitutive Perspektive. Theorien, die das entsprechende Paradigma verwenden, sind Bestandteil der jeweiligen Wissenschaft. Von Zeit zu Zeit erleben Wissenschaften einen Paradigmenwechsel.

Ein Paradigma (Pl. Paradigmen oder Paradigmata) ist eine grundsätzliche Denkweise. Seit dem späten 18. Jahrhundert bezeichnet Paradigma eine bestimmte Art der Weltanschauung oder eine Lehrmeinung. Der Begriff wurde von Georg Christoph Lichtenberg eingebracht.[1] Als Paradigma kann auch eine (wissenschaftliche) Schule bezeichnet werden: Beispiele für eine solche „grundlegende Weltsicht“ sind das geozentrische Weltbild oder das heliozentrische Weltbild. Eine heute gebräuchliche Lehrbuchdefinition ist beispielsweise die folgende: „Ein Wissenschaftsparadigma ist ein einigermaßen zusammenhängendes, von vielen Wissenschaftlern geteiltes Bündel aus theoretischen Leitsätzen, Fragestellungen und Methoden, das längere historische Perioden in der Entwicklung einer Wissenschaft überdauert“[2]. Die Ersetzung eines Paradigmas durch ein anderes heißt Paradigmenwechsel. Paradigmen spiegeln einen gewissen allgemein anerkannten Konsens über Annahmen und Vorstellungen wider, die es ermöglichen, für eine Vielzahl von Fragestellungen Lösungen zu bieten. In der Wissenschaft bedient man sich in diesem Zusammenhang auch oft Modellvorstellungen, anhand derer man Phänomene zu erklären versucht. Der amerikanische Wissenschaftstheoretiker Thomas S. Kuhn definiert in seinem Buch Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen ein „wissenschaftliches Paradigma“ als: das, was beobachtet und überprüft wird die Art der Fragen, welche in Bezug auf ein Thema gestellt werden und die geprüft werden sollen wie diese Fragen gestellt werden sollen wie die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchung interpretiert werden sollen.

Paradigmenwechsel sein Buch Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen veröffentlicht hat - die für eine Wissenschaft konstitutive Perspektive. Theorien, die das entsprechende Paradigma verwenden, sind Bestandteil der jeweiligen Wissenschaft. Von Zeit zu Zeit erleben Wissenschaften einen Paradigmenwechsel.

Beispiel:
T. Kuhn's Beispiele stammen aus der Wissenschaftsgeschichte, weil er Historiker war. Ein typisches Beispiel ist die Aufgabe der Idee des Aethers, die die Wissenschaft lange dominierte.

Hinweis:
Der radikale Konstruktivismus wird oft als Paradigma der Wissenschaft verstanden, man kann ihn aber auch als Paradigma, das die Wissenschaft ablöst, verstehen (ausführlicher in: Rolf Todesco: Genetische Wissenschaftsgeschichte).

Das Erkennen von aktuellen Paradigmen ist schwierig, sie zeigen sich eigentlich nur in Form eines Wechsels. Ein aktuelles Beispiel ist vielleicht die Verabschiedung einer bestimmte Ausprägung des Sender-Empfänger-Modelles in den Kommunikationswissenschaften.

Ein anderes Beispiel ist der Wechsel de Naturwissenschaften von einer beschreibenden zu einer operierenden Disziplin, was sich in neuen Namen wie Bio-Engineering ankündigt.


 
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