Als Wissenschaft bezeichne ich einen Handlungszusammenhang. Wissenschaft produziert Lehren darüber, was der Fall ist und darüber, wie man erkennen kann, was der Fall ist. Was Wissenschaft ist, respektive wie sie funktioniert, wird in der Wissenschafts"theorie" beschrieben, G. Fichte sprach noch gescheiter von Wissenschaftslehre.
Als wesentliche Merkmale für Wissenschaft gelten Logik, Methoden, Experimente, Hypothesen, Theorien und einschlägiges Publizieren und Ueberprüfung durch die Community.
In einem neueren Verständnis von Wissenschaft, in welchem sich die Wissenschaften Engineering (oder applied science) nennen, ist der traditionelle Unterschied aufgehoben: die Wissenschaften interessieren sich nicht mehr dafür, wie die Welt wirklich ist, sondern dafür, welche Erklärungen viable sind (etwa Bioenineering oder Gentechnologie).
während die Technologie beschreibt, was der Fall sein soll, respektive, wie man einen Soll-Fall erzeugen kann (Systemtheorie, Automatik, Kybernetik).Der Radikaler Konstruktivismus lässt sich als (vorderhand noch nicht gelungener) Paradigenwechsel verstehen, in welchem die wissenschaftliche Vorstellung einer Abbildung der Wirklichkeit aufghoben ist. (E. von Glasersfeld neigt mehr dazu, seinen Radikalen Konstruktivismus als eigentliche Wissenschaft zu betrachten. Er zitiert auch ganz viele Wissenschafter, die Wissenschft konstruktiv, nicht als Abbildung der Realität sehen).
Wissenschaft: Naive Unterscheidung: Naturwissenschaft erklären (Kausalität), Geisteswissenschaften interpretieren (Bedeudungen).
Wende (nach Flusser 1998:11):
Wenn wir erkären, sind wir naturwissenschaftlich, wenn wir interpretieren, sind wir geisteswissenschaftlich, die Phänomene sagen uns nicht, ob wir sie erklären oder interpretieren sollen.
Demnach wäre für einen Christen alles "Kunst", nämlich Gottes Werk, für eine aufgeklärten Philosophen alles Natur, nämlich im Prinzip erklärbar.
Natürlich kann man (Flusser tut das) überdies noch sagen, dass die interpretierte Wolke oder das interpretierte Buch (Kunst) andere Phänomene sind, als die erklärte Wolke oder das erklärte Buch (Natur, resp naturwissenschaftliche Gegenstände).
Wissenschaft, Inbegriff dessen, was überlieferter Bestand des Wissens einer Zeit ist, v.a. der Prozeß methodisch betriebener Forschung und der Lehre als Darstellung der Ergebnisse und Methoden der Forschung. Die Wissenschaft beginnt mit dem Sammeln, Ordnen und Beschreiben ihres Materials; weitere Schritte sind die Bildung von Hypothesen und Theorien. Die Wissenschaft ist dem Ziel nach entweder theoretisch bzw. reine Wissenschaft oder angewandte bzw. praktische Wissenschaft; ihrem Inhalt nach werden die Natur-Wissenschaften von den Geistes-Wissenschaften unterschieden. (c) Meyers Lexikonverlag.
Wis|sen|schaft, die; -, -en [(früh)nhd. für lat. scientia; mhd. wischschen[t]schaft = (Vor)wissen; Genehmigung]: 1. argumentativ gestütztes Wissen hervorbringende forschende Tätigkeit in einem bestimmten Bereich:reine, angewandte W.; die ärztliche W.; die W. der Medizin, von den Fischen; exakte -en (Wissenschaften, wie Mathematik, Physik, deren Ergebnisse auf mathematischen Beweisen, genauen Messungen beruhen); die W. hat (die Wissenschaftler haben) auf diesem Gebiet keine neuen Erkenntnisse gewonnen; die W. fördern; der W. dienen; die Akademie der -en; alles atmet den Geist hoher W. (Wissenschaftlichkeit); er ist in der W. (im Bereich der Wissenschaft) tätig; Vertreter von Kunst und W.;Fährtenlesen ist eine W. für sich (ist so kompliziert, dass man dazu über besondere Kenntnisse verfügen muss). 2. jmds. Wissen in einer bestimmten Angelegenheit o. Ä.:es dauerte, bis er mit seiner W. herauskam; Quelle: DUDEN - Deutsches Universalwörterbuch
Wis|sen|schaf|ter, der; -s, - (österr., schweiz.): Wissenschaftler; Quelle: DUDEN - Deutsches Universalwörterbuch
Wis|sen|schaft|ler, der; -s, -:jmd., der über eine abgeschlossene Hochschulbildung verfügt u. im Bereich der Wissenschaft tätig ist:ein namhafter W.; Quelle: DUDEN - Deutsches Universalwörterbuch
Bis weit ins Mittelalter bestand dieses, dem Weisen notwendige Wissen, in den 7 freien Künsten:
Grammatik,
Dialektik,
Rhetorik,
Geometrie,
Arithmetik,
Astronomie und
Musik.
Im Mittelalter galten die ersten drei als Grundlagenstudium (trivium) und die letzten vier zum weiterführenden Studium (quadruvium). [Trivial hat dennoch nichts mit dem Trivium zu tun, sondern mit der Strassengabelung (tri-via), an der man sich auf dem Weg zum Markt traf, um ein bisschen zu plaudern. Triviale Gespräche sind also trivialer als ein Grundstudium.]
»Wir alle, die wir uns auf irgendeine Weise mit der Wissenschaft, die man in diesem Zusammenhang Literatur nennen kann, beschäftigen, wachsen auf in dem Gedanken, daß die Betriebsamkeit mit derselben ein Glück sei, ein Vorteil, eine ehrenvo...lle Auszeichnung unseres gebildeten und philosophischen Zeitalters … – aber gerade jene Betriebsamkeit des literarischen Marktes hat es ertötet, verkehrt und herabgewürdigt, so daß der Geist davon verflogen ist …« JOHANN GOTTLIEB FICHTE »Über das Wesen des Gelehrten und seine Erscheinungen im Gebiete der Freiheit« 10. Vorlesung (1805). Zit. nach Rietzschel: Gelehrsamkeit, S. 39f. Entnommen: »Archiv für Geschichte des Buchwesens, Band 30« Walter de Gruyter, 1988
Wissenschaft war das erste Open-source-Projekt einer Schwarmintelligenz - wurde durch Erfolg in Intransparenz überführt