Gesetz        zurück ]      [ Stichworte ]      [ Literatur ]      [ Die Hyper-Bibliothek ]      [ Systemtheorie ]     

Differenztheoretisch kann Gesetze durch die Differenz zwischen Gesetz als Deskription und Gesetz als Präskription gesehen werden.

Als Deskriptionen sind Gesetze Beschreibungen, die wie Regeln eine Wenn-dann-Formulierung (Kausalität) enthalten.

Beispiel:
Wenn es regnet, ist der Boden nass.

Gesetze im engeren Sinne beschreiben einen empirisch prüfbaren, widerlegungsrelevanten Tatbestand.

Beispiel: U = R * I (Ohm)
Wer ein Gesetz widerlegt, bekommt einen Nobelpreis, weil er (kollektives) Wissen spezifiziert, das von allgemeinem Interesse ist (Widerlegungsrelevanz).

Hinweise:

  • Evidenz
  • Dieser Gesetzes-Begriff gilt insbesondere auch für juristische und sozialwissenschaftliche Gesetze!
    Vergleiche dazu Artikel über das Moor'sche Gesetz
  • "Gesetze sind oft Stück um Stück korrigierbar, was für Definitionen, da sie Tautologien sind, nicht gilt. So mussten beispielsweise, ehe das Ohmsche Gesetz angenommen werden konnte, 'Strom' und 'Widerstand' neu definiert werden; hätten diese Begriffe ihre frühere Bedeutung behalten, so hätte das Ohmsche Gesetz nicht stimmen können. (...) Ich vermute gegenwärtig, dass alle Revolutionen u.a. mit der Aufgabe von Verallgemeinerungen verbunden sind, die vorher in gewisser Hinsicht die Rolle von Tautologien gespielt hatten. Zeigte Eintstein, dass Gleichzeitigkeit relativ war, oder änderte er den Begriff der Gleichzeitigkeit selbst? (Kuhn:195).
  • Galilei war der erste, der bewusst fiktive, ideale Gesetze erfunden hat.
  • Kant (Kritik:812) schlägt explizit vor, zwischen Gesetzen, die das "Sollen" beschreiben (sein Imperativ) und jenen, die das "Ist" beschreiben (Naturgesetze) zu unterscheiden. Er schreibt: Von Gesetzen.. "welche sagen, was geschehen soll, ob es gleich vielleicht nie geschieht ...".


    .... dem wichtigsten Gesetz der Welt, wichtiger als alle Naturgesetze und alle Strafgesetze, es ist Murphys Gesetz.