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Literatur

Kritik der reinen Vernunft
Kritik der praktischen Vernunft
Kritik der Urteilskraft
Was ist Aufklärung?

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über I. Kant:
 
M. Bettoni: Eine konstruktivistische Interpreation von Kants Kognitionstheorie
 
Königsberger Klöpse (Bedingungen der Möglichkeit)


Zur Person

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Bildquelle: Wikipedia
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Immanuel Kant ((22.4.)1724-1804) war Philosoph und ab 1770 Prof. für Logik und Metaphysik in Königsberg. Mit seiner kritischen Philosophie hat er die Aufklärung vollendet und gilt als bügrerlicher Philosoph schlechthin.
G. C. Lichtenberg wandte gegen Kants a priori ein, dass die Sprache jeder Aussage vorangehe und alle Philosophie daher „Berichtigung des Sprachgebrauchs“ sei. Kopernikus habe bis heute selbstverständliche Sätze wie „die Sonne geht auf“ in Frage gestellt. Die Bedingtheit des Denkens durch dessen sprachliche Voraussetzungen wurde auch durch F. Nietzsche und L. Wittgenstein hervorgehoben.

Populär ist sein kategorischer Imperativ und die Kopernikanische Wende.

In der Kritik der reinen Vernunft wiederholt I. Kant die Zeno-Paradoxien (siehe dort)

Anmerkung von RT

Die Kantsche Wende ist das U-Boot

Meine momentane Perspektive auf Kant zeigt mir seine unbewusst formulierte Dialektik:
"Kritik der reinen Vernunft" lese ich als "Die Vorstellung einer reinen Vernunft muss kritisiert (verglichen) werden, mit der moralischen Vorstellung des ethischen Imperativs. Zwar richten sich die Gegenstände nach der Erkenntnis, aber die Erkenntnis (also jede Erkenntnis) muss Kategorien folgen, die sich moralisch begründen lassen.

Als Kantianische Wende begreife ich die Entdeckung unseres Vermögens unsere Sicht - in uns begründet - zu wechseln. Kopernikus hat die Gestirne neu gesehen, und Kant hat gesehen, dass der Grund dafür in Kopernikus, nicht in den Gestirnen lag. Wo die Sicht von Kopernikus die Sonne ins Zentrum rückt, rückt die Sicht von Kant die Einsicht ins Zentrum. Und dass der Mensch Einsicht hat, liegt für Kant nicht im Mensch begründet, sondern in einer entsprechenden Auffassung vom Mensch, die selbst eine Einsicht ist.

Kant schlägt vor, statt den Gegenstand der Erkenntnis den Erkenntnisprozess zu untersuchen. In seinem Vorschlag unterstellt er den Verstand (mit den Teilsystemen Sinnlichkeit und Vernuft) als Operator, der die Erkenntnis als Operanden produziert. (Diese Sicht auf Kant stammt von Marco Bettoni). Dieser Kantsche Operator ist ein Mechanismus: Kant verwendet ihn als Erklärung für unsere phänomenalen Erzeugungen.
Da Kant diesen Mechanismus nicht als von ihm konstruiert betrachtet, schreibt er dem Mechanismus einen letzten Zweck zu und macht ihn so zur gottgegebenen Natur.

Meine Entwendung lautet: Der kantsche Mechanismus ist eine unbewusste "Konstruktion" des Beobachters Kant, der die Funktionsweise dieses Mechanismus nicht beschreiben konnte, sondern nur dessen Funktion (Zweck). Als Mechanismus gibt es den Verstand bislang noch nicht. Es gibt keine Notwendigkeit zu glauben, dass es Verstand gibt, solange er noch nicht gezeigt wurde (vergl dazu Stolzenberg: Mathematik:

Die Kantsche Wende ist das U-Boot

siehe auch:

Kopernikus
anschauliches Denken

Anmerkung aus dem Lexirom:

Moral [lat.], 1. Gesamtheit von verbindl. sittlichen und ethischen Normen, die das zwischenmenschl. Verhalten einer Gesellschaft regulieren; 2. bei Kant synonym zu Ethik; 3. Bereitschaft, sich einzusetzen; 4. lehrreiche Nutzanwendung [einer Geschichte].

Transzendentalphilosophie, bei Kant eine erkenntniskrit. Wiss., die ›aller Metaphysik notwendig vorhergeht‹ und die die apriorischen Bedingungen untersucht, die- unabhängig von aller Erfahrung- Erkenntnis von Gegenständen ermöglichen.

Kategorie [griech.], 1) allgemein: [Grund]begriff, Typ, Klasse, Sorte. 2) Philosophie: essentielle Begrifflichkeit. Bei Kant die Begriffe, die das sinnlich Wahrgenommene begreifbar machen.

"Kant vertritt aber keine simple Abbildtheorie. Nach Kants berühmter kopernikanischen Wende erkennen wir nicht das Ding an sich, sondern nur dessen Erscheinung, was es für uns ist. Die Erscheinung ist dasjenige, was das Erkenntnissubjekt als Gegenstand einer durch die Sinnlichkeit gegebenen Anschauungen (vgl. Immanuel Kant: AA 0003III, 50– B 34[14]) erkennt. Damit sind die allgemeinsten Regeln, unter denen die Dinge, wie wir sie erkennen, stehen, die Strukturen der Sinnlichkeit und des Verstandes, und nicht etwa in einem Sein an sich begründete ontologische Prinzipien. Kant erläutert diese „Umänderung der Denkart“ (Immanuel Kant: AA 0003III, 14– B xxii[15]) in der Vorrede zur zweiten Auflage der KrV, indem er sich auf Kopernikus bezieht, der die sichtbare Bewegung der Planeten und Fixsterne durch die Eigenbewegung der Erde um ihre Eigene Achse und um die Sonne erklärt. Der Zuschauer ist derjenige, der sich dreht, nicht der Sternenhimmel. So, wie wir uns die Welt vorstellen, gibt es Gegenstände, deren Wirkung von den Sinnen aufgenommen werden – die Sinnlichkeit wird affiziert. Wir bemerken allerdings nur die Ergebnisse dieser Affektion, die sinnlichen Anschauungen. Die Erscheinungen werden uns nur als räumliche Gegenstände gegeben. Das Räumlich-Sein ist sogar die Bedingung ihrer Existenz. Die Außenwelt, wenn wir sie als die Gesamtheit der Erscheinungen verstehen, ist dabei bereits eine „subjektive“ Vorstellung. Solche aus einzelnen Elementen zusammengesetzten empirischen Anschauungen nennt Kant Empfindungen. Raum und Zeit aber werden als reine Formen der sinnlichen Anschauung den Empfindungen (der Materie) hinzugefügt. Sie sind reine Formen der menschlichen Anschauung und gelten nicht für Gegenstände an sich. Dies bedeutet, dass Erkenntnis immer vom Subjekt abhängig ist. Unsere Realität sind die Erscheinungen, d.h. alles was für uns in Raum und Zeit ist. Dass wir uns keine Gegenstände ohne Raum und Zeit vorstellen können, liegt nach Kant an unserer Beschränktheit und nicht in den Gegenständen an sich. Ob Raum und Zeit in den Dingen an sich existieren, können wir nicht wissen." http://de.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Kant

Zitate

siehe Kritik der reinen Vernunft

Immanuel Kant hat wenige Jahre vor seinem Tod in der im Jahre 1800 erschienen "Anthropologie in pragmatischer Hinsicht" drei Regeln für das Philosophieren aufgestellt: "1. Selbst denken. 2. Sich in die Stelle jedes anderen denken. 3. Jederzeit mit sich selbst einstimmig denken."
 
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