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Literatur

Kritik der reinen Vernunft


über I. Kant:
 
M. Bettoni: Eine konstruktivistische Interpreation von Kants Kognitionstheorie


Zur Person

Immanuel, *)Königsberg (Pr) 22.4. 1724, †)ebd. 12.2. 1804, dt. Philosoph. Aus pietistischem Elternhaus, Sohn eines Sattlers; seit 1770 Prof. für Logik und Metaphysik in Königsberg.
In seiner philosophischen Entwicklung werden, orientiert an seinen Hauptwerken ›Kritik der reinen Vernunft‹ (1781), ›Kritik der praktischen Vernunft‹ (1788) und ›Kritik der Urteilskraft‹ (1790), eine vorkritische und eine kritische Periode unterschieden.
Um 1760 beginnt die Wendung zur kritischen Philosophie, mit der Kant die Aufklärung philosophisch vollendete und überwand.
In transzendentaler Analyse (›Kritik‹; Frage nach den ›Bedingungen der Möglichkeit von...‹) des menschlichen Erkenntnisvermögens (›reine Vernunft‹) gewinnt Kant die Einsicht, daß Erkenntnis aus einer anschaulichen (›Anschauung‹, ›Sinnlichkeit‹) und einer gedanklichen (›Denken‹, ›Verstand‹) Komponente besteht. Jede Anschauung ist als bereits durch die ›reinen Anschauungsformen‹ Raum und Zeit und die Kategorien bestimmt aufzufassen. Das Problem der ›Anwendung‹ der Kategorien ›auf Erscheinungen‹ löst Kant durch die Angabe von Regeln oder Konstruktionsverfahren in der ›reinen Anschauung‹. In dieser konstruktiven Theorie der Erfahrung haben Gott, Welt, Seele (›Ding an sich‹) als ›Ideen‹ einen praktischen Charakter: Als ›Postulate der prakt. Vernunft‹ führen sie zur menschl. Freiheit und zu einer weltbürgerlichen Ordnung, die den ›ewigen Frieden‹ sichert.
In der praktischen. Philosophie muß nach Kant das oberste Begründungsprinzip für Handlungen bzw. Normen das Prinzip der besten Zwecksetzung sein. Es kann daher nicht ›hypothetisch‹, sondern muß ›kategorisch‹ sein (kategorischer Imperativ).

Anmerkung von RT (Die Kantsche Wend ist das U-Boot)

Meine momentane Perspektive auf Kant zeigt mir seine unbewusst formulierte Dialektik:
"Kritik der reinen Vernunft" lese ich als "Die Vorstellung einer reinen Vernunft muss kritisiert (verglichen) werden, mit der moralischen Vorstellung des ethischen Imperativs. Zwar richten sich die Gegenstände nach der Erkenntnis, aber die Erkenntnis (also jede Erkenntnis) muss Kategorien folgen, die sich moralisch begründen lassen.

Als Kantianische Wende begreife ich die Entdeckung unseres Vermögens unsere Sicht - in uns begründet - zu wechseln. Kopernikus hat die Gestirne neu gesehen, und Kant hat gesehen, dass der Grund dafür in Kopernikus, nicht in den Gestirnen lag. Wo die Sicht von Kopernikus die Sonne ins Zentrum rückt, rückt die Sicht von Kant die Einsicht ins Zentrum. Und dass der Mensch Einsicht hat, liegt für Kant nicht im Mensch begründet, sondern in einer entsprechenden Auffassung vom Mensch, die selbst eine Einsicht ist.

Kant schlägt vor, statt den Gegenstand der Erkenntnis den Erkenntnisprozess zu untersuchen. In seinem Vorschlag unterstellt er den Verstand (mit den Teilsystemen Sinnlichkeit und Vernuft) als Operator, der die Erkenntnis als Operanden produziert. (Diese Sicht auf Kant stammt von Marco Bettoni). Dieser Kantsche Operator ist ein Mechanismus: Kant verwendet ihn als Erklärung für unsere phänomenalen Erzeugungen.
Da Kant diesen Mechanismus nicht als von ihm konstruiert betrachtet, schreibt er dem Mechanismus einen letzten Zweck zu und macht ihn so zur gottgegebenen Natur.

Meine Entwendung lautet: Der kantsche Mechanismus ist eine unbewusste "Konstruktion" des Beobachters Kant, der die Funktionsweise dieses Mechanismus nicht beschreiben konnte, sondern nur dessen Funktion (Zweck). Als Mechanismus gibt es den Verstand bislang noch nicht. Es gibt keine Notwendigkeit zu glauben, dass es Verstand gibt, solange er noch nicht gezeigt wurde (vergl dazu Stolzenberg: Mathematik:

Die Kantsche Wende ist das U-Boot

siehe auch:

Kopernikus
anschauliches Denken

Anmerkung aus dem Lexirom:

Moral [lat.], 1. Gesamtheit von verbindl. sittlichen und ethischen Normen, die das zwischenmenschl. Verhalten einer Gesellschaft regulieren; 2. bei Kant synonym zu Ethik; 3. Bereitschaft, sich einzusetzen; 4. lehrreiche Nutzanwendung [einer Geschichte].

Transzendentalphilosophie, bei Kant eine erkenntniskrit. Wiss., die ›aller Metaphysik notwendig vorhergeht‹ und die die apriorischen Bedingungen untersucht, die- unabhängig von aller Erfahrung- Erkenntnis von Gegenständen ermöglichen.

Kategorie [griech.], 1) allgemein: [Grund]begriff, Typ, Klasse, Sorte. 2) Philosophie: essentielle Begrifflichkeit. Bei Kant die Begriffe, die das sinnlich Wahrgenommene begreifbar machen.

Zitate

siehe Kritik der reinen Vernunft

Immanuel Kant hat wenige Jahre vor seinem Tod in der im Jahre 1800 erschienen "Anthropologie in pragmatischer Hinsicht" drei Regeln für das Philosophieren aufgestellt: "1. Selbst denken. 2. Sich in die Stelle jedes anderen denken. 3. Jederzeit mit sich selbst einstimmig denken."
 
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