zitiert in:
Sprachspiel im Konstruktiven Wissensmanagement
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Ludwig Wíttgenstein (1889-1951) war ein österreichischer Philosoph. Er studierte Ingenieurwissenschaften und wurde dann Schüler von B. Russell. Seine beiden Hauptwerke Logisch-philosophische Abhandlung (Tractatus logico-philosophicus 1921) und Philosophische Untersuchungen (1953, postum) wurden zur Grundlage zweier philosophischer Schulen, des Logischen Positivismus und der analytischen Sprachphilosophie. Im ›Tractatus‹ entwickelt er Hypothesen zur Strukturgleichheit von Sprache und Welt. In den Untersuchungen entickelt er eine operationale Semantik in Form eines Sprachspiels.
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Wittgenstein I (der junge Wittgenstein) sagte im Traktat:
1. Die Welt ist, was der Fall ist.
2. Was der Fall ist, die Tatsache, ist das Bestehen von Sachverhalten.
Die Sachverhalte sind Tat-Sache, jemand muss sie tun. Sprechen kann man über Konstruktionen.
Wittgenstein II (der alte Wittgenstein) entwickelte dann die operationale Semantik, in welcher die (Wort-)-Bedeutung von Wortgebrauch abhängig ist.
Das erzeugt sehr grosse Missverständnisse, weil von "Bedeutung" die Rede ist, aber nicht Bedeutung gemeint ist:
"Von einer solchen [Bedeutung] war hier gar nicht die Rede...." ( im letzten Satz von Paragrah 1).
"Der Gruß der Philosophen untereinander sollte sein: Laß Dir Zeit.'" 'Vermischten Bemerkungen()
Die Bedeutung ist der Gegenstand (Frege und Wittgenstein (Gram-Duden 522)
In Arnheim (S.186): Wissen ist Beschreiben können.
Die Sprache ist die Gesamtheit der Sätze. (Wittgenstein)
"Wenn man aber sagt: 'Wie soll ich wissen, was er meint, ich sehe ja nur seine Zeichen?', so sage ich: 'Wie soll er wissen, was er meint, er hat ja auch nur seine Zeichen.'" Ludwig Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen, § 504
Schachmetapher Wittgensteins (Wittgenstein, L., Philosophische Grammatik, Werkausgabe Bd.4., Frankfurt a.M. 1989(3), S.49f.
"I can oly describe my feeling by the metaphor, that if a man could write a book on Ethiks which really was a book on Ethics, this book would with an explosion destroy all the other books in the world ... Ethics if it is anything is supernatural ..." Lecture on Ethics, 1929
"Die Philosophen sind oft wie kleine Kinder, die zuerst mit ihrem Bleistift beliebige Striche auf ein Papier kritzeln und dann den Erwachsenen fragen 'Was ist das?' - Das ging so zu: Der Erwachsene hatte dem Kind öfter etwas vorgezeichnet und gesagt 'das ist ein Mann', 'das ist ein Haus', usw. Und nun macht das Kind auch Striche und fragt: Was ist nun das?"
"Was feststeht, tut dies nicht, weil es an sich offenbar oder einleuchtend ist, sondern es wird von dem, was darum herumliegt, festgehalten."
"Denk dir eine Gemälde, eine Kreuzabnahme etwa; was wäre es uns, wenn wir nicht wüßten, welche Bewegungen hier festgehalten wurden. Und das Bild zeigt uns diese Bewegungen und es zeigt sie uns auch nicht. (Das Bild der Kavallerieattacke, wenn der Betrachter nicht weiß, daß die Pferde so nicht stehen bleiben.)" (Werkausgabe, Bd.7, 4. Auflage, Frankfurt a.M. 1989, S.289)
"Unsere klaren und einfachen Sprachspiele sind nicht Vorstudien zu einer künftigen Reglementierung der Sprache, - gleichsam erste Annäherungen, ohne Berücksichtigung der Reibung und des Luftwiderstandes. Vielmehr stehen die Sprachspiele da als Vergeleichsobjekte, die durch Ähnlichkeit und Unähnlichkeit ein Licht in die Verhältnisse unsrer Sprache werfen sollen." (PU 130)
...die Schlussfolgerungen, die Wittgenstein zieht, unterschiedlich zu beherzigen. Seine „Philosophie“, sagt er, lasse „alles, wie es ist“ – stelle „alles bloß hin“ und erkläre und folgere nichts. „Da alles offen“ liege, sei nämlich „nichts zu erklären.“ [Technologie der Erklärung: Man kann einen Mechanismus nicht erklären! ]
Philosophischen Untersuchungen heißt es in § 43: „Die Bedeutung eines Wortes ist sein Gebrauch in der Sprache.“ Im direkt davor stehenden Satz bemerkt Wittgenstein jedoch einschränkend: „Man kann für eine große Klasse von Fällen der Benützung des Wortes Bedeutung – wenn auch nicht für alle Fälle seiner Benützung – dieses Wort so erklären: Die Bedeutung eines Wortes ist sein Gebrauch in der Sprache“. Die Deutung dieser Textpassage wirft ein weiteres Schlaglicht auf die unterschiedlichen Zugänge von Therapeuten und Metaphysikern.
Wir dehnen unseren Begriff der Zahl aus, wie wir beim Spinnen eines Fadens Faser an Faser drehen. Und die Stärke des Fadens liegt nicht darin, dass irgendeine Faser durch seine ganze Länge läuft, sondern dass viele Fasern einander übergreifen.“ Philosophische Untersuchungen, § 67
"Aber ist es nicht die Erfahrung, die uns lehrt, so zu urteilen, d.h., dass es richtig ist, so zu urteilen? Aber wie lehrt?s uns die Erfahrung? Wir mögen es aus ihr entnehmen, aber die Erfahrung rät uns nicht, etwas aus ihr zu entnehmen. Ist sie der Grund, dass wir so urteilen (und nicht bloß die Ursache), so haben wir nicht wieder einen Grund dafür, dies als Grund anzusehen." Wittgenstein, Über Gewissheit, §129