"Sprachspiel" ist ein terminus technicus von L. Wittgenstein (Philosophischen Untersuchungen), zu welchem es beliebig viele Interpretationen gibt.
„Betrachte z.B. einmal die Vorgänge, die wir »Spiele« nennen. Ich meine Brettspiele, Kartenspiele, Ballspiel, Kampfspiele, usw. Was ist allen diesen gemeinsam? - Sag nicht: »Es muß ihnen etwas gemeinsam sein, sonst hießen sie nicht ›Spiele‹ « - sondern schau, ob ihnen allen etwas gemeinsam ist. - Denn wenn du sie anschaust, wirst du zwar nicht etwas sehen, was allen gemeinsam wäre, aber du wirst Ähnlichkeiten, Verwandtschaften, sehen, und zwar eine ganze Reihe. Wie gesagt: denk nicht, sondern schau! - Schau z.B. die Brettspiele an, mit ihren mannigfachen Verwandtschaften. Nun geh zu den Kartenspielen über: hier findest du viele Entsprechungen mit jener ersten Klasse, aber viele gemeinsame Züge verschwinden, andere treten auf. Wenn wir nun zu den Ballspielen übergehen, so bleibt manches Gemeinsame erhalten, aber vieles geht verloren. - Sind sie alle ›unterhaltend‹. Vergleiche Schach mit dem Mühlfahren. Oder gibt es überall ein Gewinnen und Verlieren, oder eine Konkurrenz der Spielenden? Denk an die Patiencen. In den Ballspielen gibt es Gewinnen und Verlieren; aber wenn ein Kind den Ball an die Wand wirft und wieder auffängt, so ist dieser Zug verschwunden. Schau, welche Rolle Geschick und Glück spielen. Und wie verschieden ist Geschick im Schachspiel und Geschick im Tennisspiel. Denk nun an die Reigenspiele: Hier ist das Element der Unterhaltung, aber wie viele der anderen Charakterzüge sind verschwunden! Und so können wir durch die vielen, vielen anderen Gruppen von Spielen gehen. Ähnlichkeiten auftauchen und verschwinden sehen. Und das Ergebnis dieser Betrachtung lautet nun: Wir sehen ein kompliziertes Netz von Ähnlichkeiten, die einander übergreifen und kreuzen. Ähnlichkeiten im Großen und Kleinen.“ Wittgenstein, PU § 66
S. Krämer argumentiert: Sprachspiele seien Aussagen, die nicht als Aussagen, sondern als Vergleichsmasstäbe für Aussagen verwendet werden. Sprachspiele gehören nicht zur Sprache, sondern zu einer Art Metasprache, zum Wissen über die Sprache
Vergl. Todesco: Hypertext und Sprachspiel im Wissensmanagement
Ein Abriss von Janine Böckelmann
Ernst von Glasersfeld: Radikaler Konstruktivismus:217
Fischer: Sprache und Wirklichkeit
Searle sagt, dass Fiction ein Sprachspiel im Sinne von Wittgenstein sei, weil in seiner Sprechakt auffassung aussersprachlich entschieden wird, ob etwas Fiktion ist