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Den Ausdruck Zeichen verwende ich der Konvention folgend homonym für zwei ganz verschieden Dinge:
- eigentliche Zeichen verweisen auf etwas
- uneigentliche Zeichen verweisen nicht, sondern sind Elemente einer Schrift, etwa Satzzeichen, Buchstaben

Als Zeichen bezeichne ich Artefakte, die ich - wie Anzeichen - als Verweise auf Referenzobjekte deute. Ich bezeichne dieses Deuten als Semiose.

Anmerkung:
Es gibt in der semiotischen Philosophie seit C. Peirce ziemlich verschrobene Zeichen-Begriffe aus verschiedenen erkenntnistheoretischen Perspektiven, die kreuz und quer zu den Begriffen der älteren europäischen Traditionen à la F. de Saussure liegen. Ein sehr grosser Teil aller semiotischen Texte - jenseits der Dekonstruktionen à la J. Derrida - macht zwar die Unterscheidung zwischen einem "Zeichen" und einem "Bezeichneten", kümmert sich dann aber nicht darum, dass und wie das "Zeichen" im Sinne eines Zeichenkörpers jenseits seiner Funktion als materielles Artefakt hergestellt wird. Die Philosphen interessieren sich nicht für die materielle Produktion der Zeichen, sondern nur für für spezielle Aspekte derer Planung.
C. Peirce
In meiner Formulierung erscheint der Beobachter, der Zeichen als Zeichen deutet, in der ich-Form und jedes Zeichen als Resultat einer Semiose. Wenn ich ein "Zeichen" herstelle, stelle ich den Zeichenkörper her. Dass dieses Artefakt zum Zeichen wird, kann ich nicht herstellen. Umgangssprachlich bezeichne ich oft den Zeichenkörper als Zeichen.

Am Beispiel:
Wenn ich das Wort "Tisch" oder die Zeichnung eines Tisches als Zeichen auffasse, verweisen sie nach entsprechender Vereinbarung (siehe auch Konditionierung) auf einen Tisch, den ich dann als Referenzobjekt des Zeichens auffasse, wobei ich semiotisch Type und Token unterscheide.

Ich unterscheide viele verschiedene Arten von Zeichen, die auch je eine eigenen Referenzierungsart haben:


Sprachliche Zeichen haben Zeichenkörper, die zu einer Schrift gehören. Ich unterscheide Schriften, die auf Zeichen beruhen (die chinesische Wortschrift) und solche, deren Zeichen aus uneigentlichen Zeichen bestehen (das lateinische Alphabet). Buchstaben sind in diesem Sinne keine Zeichen, sondern Elemente einer Schrift, die auf einem Alphabet beruht. Die Menge der Zeichenkörper einer Schrift bezeichne ich aber trotzdem konventionell als deren (Schrift)-Zeichensatz, worin ein wesentlicher Unterschied zwischen Wort- und Buchstabenschriften aufgehoben ist.


 

Literatur:

U. Eco gibt eine "Definition" mit 7 Bedingungen (Zeichen in Sinne von Eco)
C. Peirce unterteilt die Zeichen in drei Zeichen-Trichotomien, so dass sich neun Subzeichenklassen und, durch deren Kombination untereinander, zehn Hauptzeichenklassen ergeben (Zeichen in Sinne von Perice).


Spezial-Zeichen im HTML
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