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Literatur

Grundfragen der allgemeinen Sprachwissenschaft

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Zur Person

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Quelle: Wikipedia
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Ferdinand de Saussure (1857-1913) war Sprachwissenschaftler. Er studierte in Leipzig und in Berlin Indogermanistik. Von 1906 bis 1911 hielt er an der Universität Genf Vorlesungen über allgemeine Sprachwissenschaft. Er wird als Begründer der modernen Linguistik und (falscherweise?) des Strukturalismus betrachtet. In den postum unter Saussures Namen erschienenen ''Grundfragen der allgemeinen Sprachwissenschaft'' (''Cours de linguistique générale'', 1916/dt. 1967; wird eine allgemeine Theorie der Sprache als Semiotik/Zeichensystem entwickelt. Darin wird die Untersuchung von Sprache, verstanden als ein abstraktes und überindividuelles System von Zeichen (''langue''), als einzig relevanter Gegenstand der Sprachwissenschaft begriffen. Sprache wird so vom Sprechen, der ''parole'', abgelöst und kann von diesem unabhängig untersucht werden (Wikipedia).

F. de Saussure legte den Grund für eine Sprachauffassung jenseits der Pragmatik. Die Sprache (langage) verweist nicht auf Gegenstände, sondern ist ein semiotisches System, dass sich autopoietisch interpretieren lässt. Die semantische Bedeutung der Zeichen beruht auf der Verwendung (Differenzialitätsthese, sihe auch Différance). Die Zeichen (Wörter) können nach bestimmten Regeln kombiniert werden und diese Kombinationen emergieren Sinn, der verstanden werden kann.

Vulgär gegen vulgär gesprochen: ein Kind lernt nicht Wörter für Gegenstände (also nicht das Wort "Tisch" für Tische"), sondern es lernt so sprechen (Parole), dass es von den andern verstanden wird (langage) (es lernt also in bestimten Situationen "Tisch" zu sagen, unabhängig davon, ob gerade ein Tisch da ist oder nicht).


Konzepte:

F. de Saussure unterscheidet Langage, Langue und Parole. Parole ist das konkrete Reden in welchem sich die Langage, das, was geredet werden kann, zeigt. Die Langage wird durch die Parole weiterentwickelt/verändet. Langue ist die Sprache, das, was begrifflich gefasst, also sprachwissenschaftlich untersucht werden kann. Die ''langue'' ist die sprachwissenschaftliche Perspektive, unter der die ''langage'' betrachtet wird.

Signifikat (auch signifié, 'Bezeichnetes', Zeicheninhalt) und Signifikant (auch signifiant, 'Bezeichnendes', 'Bezeichnung', äußere Zeichenform)
arbiträr

synchron / diachron

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[muss ich bei S, noch suchen] Birgit Matter: Die bereits geäußerte Vermutung von WikDienstag #wikiD ist daher auch, dass sich über die zuerst geschehende, nahezu unbegrenzte (auch nahezu unkontrollierte) Verbreitung in der online-schriftlichen Form sich Wortbildungen erst sukzessive in der Mündlichkeit durchsetzen - nachdem die Online-Community diese Begriffe (wording) mittels des Konsensus einer peer group gutgeheißen hat. dies würde den diametralen Kontrast z.B. gegenüber de Saussures Aussage ausmachen, dass analogische Wortbildungen primär mündlicher Natur seien. Die Akzeptanz durch Online-Diskussionsgruppen, Foren etc. weicht darüber hinaus von der von de Saussure beschriebenen Zufälligkeit ab, da wir im Netz i. d. R. nicht nur einen „Sprecher“ oder “Autor" haben (nimmt man Videodienste wie Youtube einmal aus und beschränkt sich auf in maschineller Form gespeicherte und zugängliche Texte sowie Scans von Handschriften), sondern potenziell n, d. h. beliebig viele (es sei nur an die zahlreichen Autoren von frei zugänglichen Lexika wie Wikipedia erinnert).


 
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