Umberto Eco        zurück ]      [ Index ]      [ Literatur-Index ]      [ Die Hyper-Bibliothek ]     

Literatur

Zeichen
Die Suche nach der vollkommenen Sprache
Einführung in die Semiotik
Zwischen Autor und Text
Der Name der Rose
Das Foucaultsche Pendel
Über Spiegel und andere Phänomene

Zur Person

Umberto Eco wurde am 5. Januar 1932 in Alessandria (Piemont) geboren. Er studierte Pädagogik und Philosophie und promovierte 1954 an der Universität Turin. Anschließend arbeitete er beim Italienischen Fernsehen und war als freier Dozent für Ästhetik und visuelle Kommunikation in Turin, Mailand und Florenz tätig. Seit 1971 ist er Ordinarius für Semiotik an der Universität Bologna und verfaßte zahlreiche Schriften zur Theorie und Praxis der Zeichen, der Literatur, der Kunst und nicht zuletzt der Ästhetik des Mittelalters. Werke u. a.: >Der Name der Rose< (dt. 1982), >Nachschrift zum Namen der Rose< (dt. 1984), >Über Gott und die Welt< (dt. 1985), >Lector in fabula< (dt. 1987), >Über Spiegel und andere Phänomene< (dt. 1988), >Kunst und Schönheit im Mittelalter< (dt. 1991), >Wie man mit einem Lachs verreist< (dt. 1993). Eco erhielt neben zahlreichen Auszeichnungen den Premio Strega (1981) und wurde 1988 zum Ehrendoktor der Pariser Sorbonne ernannt.

Eco nennt Borges und Joyce als die beiden modernen Autoren, „die ich am meisten geliebt habe und von denen ich am stärksten beeinflußt worden bin“. (Die Bücher und das Paradies. Über Literatur, 2003, S. 119)

Texte

Die Welten der Science Fiction

Zitate

U. Eco zieht es vor, von Intertextualität zu sprechen, d. h. von der inneren Verflechtung und Verwobenheit aller literarischen Texte miteinander. Sehr plastisch wird dieser Gedanke an einer zentralen Stelle in Der Name der Rose ausgedrückt, wo der Erzähler Adson sagt:

„Bisher hatte ich immer gedacht, die Bücher sprächen nur von den menschlichen oder göttlichen Dingen, die sich außerhalb der Bücher befinden. Nun ging mir plötzlich auf, daß die Bücher nicht selten von anderen Büchern sprechen, ja, daß es mitunter so ist, als sprächen sie miteinander. Und im Licht dieser neuen Erkenntnis erschien mir die Bibliothek noch unheimlicher. War sie womöglich der Ort eines langen und säkularen Gewispers, eines unhörbaren Dialogs zwischen Pergament und Pergament? Also etwas Lebendiges, ein Raum voller Kräfte, die durch keinen menschlichen Geist gezähmt werden können, ein Schatzhaus voller Geheimnisse, die aus zahllosen Hirnen entsprungen sind und weiterleben nach dem Tod ihrer Erzeuger? Oder diese fortdauern lassen in sich?“ ( am Ende des Kapitels Vierter Tag, Tertia)

Anmerkungen

Eco kann als ambivalente Interpretation zum Nutzen der Schrift (und insbesondere der Enzyklopädie) gelesen werden. Eco bedauert wie Plato, dass die Schrift das Gedächtnis der Menschen aufgehoben hat, er freut sich aber als Schriftsteller natürlich auch darüber. Seine Texte strotzen von Belegen von Belesenheit und enzyklopädischem Wissen. Das sind Qualitäten, die die Schrift überflüssig macht. Wir haben beliebig viele Enzyklopädien und können nicht mehr wissen, was Eco weiss und was er nachgeschlagen hat.

Die Zeichentheorie von Eco zeigt die Ambivalenz, die Eco bei Marco Polo findet: Eigentlich praktisch, aber den Mythen erlegen. Eco hat ganz klare Konzepte vom Zeichen und von Information, er beschäftigt sich aber bewusst mit Phänomenen, die seinen Konzepten entgegenlaufen, weil sie aus der phantastischen Semiotik stammen. Eco hält daran fest, dass Schriftsteller Schriftsteller referenzieren und Semiotiker müssen mit den Phänomenen arbeiten, die von Semiotiker stammen (vgl. Ueber schlechte Malerei)