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Als Semiose bezeichne ich - in Anlehnung an U. Eco (siehe unten) - das Phänomen, das ich in der Semiotik theoretisiere, also mithin den Handlungszusammenhang, in welchem ich etwas als Zeichen für etwas beobachte. Ich kann beispielsweise einen Gegenstand als Modell von einer modellierten Sache sehen, ich kann das Modell aber natürlich auch als eigenständigen Gegenstand sehen. Eine Papierblume muss ich nicht als Abbildung sehen, sie kann auch für sich stehen.

Die grundlegende Semiose erkenne ich in meiner Unterscheidung, ob ich ein Abbildung beobachte. Abbildungen können da sein, während das Abgebildete nicht da, aber in der Abbildung trotzdem wahrnehmbar ist.

Abbildungen können insbesondere auch "Abbildungen im Kopf" abbilden. Das heisst, ich kann etwas abbilden, was nur in meiner Fantasie exisiert. Abbildungen sind - jenseits der Mathematik - nie isomorph, sondern repräsentieren immer eine Abstraktion, das heisst, eine Sache ist nicht die Abbildung dieser Sache und invers gilt the map is not the territory.

Ich unterscheide verschiedene Arten der Semiose:

  • ein Pfeil oder ein Zeigefinge anstelle eines Pfeiles zeigt mir eine Richtung
         (was Hunde beispielsweise nicht merken, weil sie der Semiose nicht fähig sind, schauen
         sie auf den Finger statt in dessen Richtung.)
  • ein Bild (beispielsweise eine Ansichtskarte) verweist auf das, was auf dem Bild zu sehen ist
  • ein Wort verweist auf eine Konvention, wofür (insbesondere auch für welche anderen Wörter) ich
         dieses Wort verwende
  • eine Wortmenge verweist in ihrer Konstellation auf eine Konstellation, auf die ich auch
         mit anderen Wortmengen verweisen kann
  • usw.
  • Literatur:

    "Semiose ist jenes - für die Menschen typische - Phänomen, durch welches - so C. Peirce - ein Zeichen, sein Objekt und seine Interpretation in ein Wechselspiel treten. Semiotik ist die theoretische Reflexion über das, was Semiose ist (Eco: 26).


     
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