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Wer Zeichen oder spezifischer Text produziert, mag zwar einen von Menschen interpretierbaren Verweis intendieren, aber er konstruiert ein (Artefakt), also etwa eine pixelmässig geordnete Graphit-Konstruktion , die oft auf einem Textträger, etwa auf einer Karteikarte aufgetragen ist - und manchmal auf (k)einer Leinwand.

Die Bedeutung des Zeichenkörpers ist seine Gegenstandsbedeutung und nicht, was das Zeichen als Symbol für jemanden bedeutet. Zeichenkörper sind Gegenstände mit der Bedeutung, sekundäre Energie zu strukturieren.

Beispiel:
Pixelmässig geordnete Graphitspuren auf Papier.

Erläuterungen:
Zeichenkörper können als materielle Träger von Symbolen dienen. Wir verwenden Zeichenkörper aber insbesondere auch in Computer-Programmen zur Steuerung von Automaten.

Zeichenkörper im Kontext der Elektronik:
 - als pixelmässig geordnete Löcher im Karton von Lochkarten
 - als magnetisch geladenen Teilchen auf den Disk oder im Memory des Prozessors (Register)
Elektronisch "gespeicherte" Zeichenkörper sind so materiell wie alle Zeichenkörper.

Zeichenkörper sind elementar oder aus Zeichenkörpern zusammengesetzt ==> Text

                             
              

Begrenzte Zeichenkörpermengen, die in einer Grammatik verwendet werden, heissen Alphabet.


 

"Kritik:
Andere Verwendungen: S. Langer in Glasersfeld, S.56 ff : Natürliche, künstliche und zufällige Zeichen für Entstehungsweise des Symbolcharakters des Zeichens ==> semiotischer Index"

Bei Jan Assmann kann man z.B. folgendes lesen: "Jedes Zeichen hat zwei Aspekte, den Aspekt seines Funktionierens in einem Zeichensystem, kraft dessen es sich überhaupt erst auf einen bestimmten Sinn beziehen kann, und den Aspekt seiner sinnlichen Erscheinungsform, kraft deren es diesen Sinn überhaupt erst zur Erscheinung bringen kann. Unter dem Begriff der Semantizität sei der erste Aspekt bezeichnet und alles zusammengefaßt, was für das Funktionieren des Zeichens als Zeichen unabdingbar wichtig ist. Unter dem Begriff der Materialität wollen wir den zweiten Aspekt bezeichnen und alles zusammenfassen, was als sinnliche 'Trägermaterie' dient und so oder anders beschaffen sein kann, ohne daß die Funktionalität des Zeichens davon beeinträchtigt sein muß." (Assmann 1988: S. 143/144, in: Gumbrecht/Pfeiffer: Materialität der Kommunikation)


 
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