Aufklärung        zurück ]      [ Stichworte ]      [ Literatur ]      [ Die Hyper-Bibliothek ]      [ Systemtheorie ]

Aufklärung ist ein Homonym, das ich in zwei sehr verschiedenen Hinsichten verwende. Zum einen geht es darum, einen Sachverhalt aufzuklären, also darum ein Phänomen genauer darzustellen, und zum andern geht es darum, unwissende Menschen zu belehren.
Diese zwei Aspekte, die in der Schule gerne als Forschung und Lehre zusammengenommen werden, finde ich auch in der umgangssprachlichen Verwendung des Wortes "erklären".

Im ersten Kontext steht etwa

Im zweiten Kontext steht etwa

Und schliesslich steht "Aufklärung" als Eigenname einer - kulturhistorisch gemeinten - Epoche".


 

Differenztheoretisch sehe ich Aufklärung als Differenz zwischen Aufklärung und Erklärungen, wobei die Aufklärung die Erklärung beinhaltet, weil erst durch die Erklärung das aufzuklärende Phänomen begrifflich gefasst werden kann.

Die Aufklärung soll Menschen dazu bringen, sich in bestimmten Situationen auf eine bestimmte Weise zu verhalten. Nicht adäquates Verhalten wird so durch mangelde Aufklärung "erklärt".
Aufklärung beschreibt, warum bestimmte Ereignisse oder Verhaltensweisen nicht stattfinden. Das ist, was F. Simon meint, wenn er sagt, man könne nur das Nicht-Funktionieren "erklären".

Und noch etwas philosophisch-paradoxer Unsinn:
"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschliessung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“ I. Kant


 
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