Eine Maschine ist ein Werkzeug, das mit toter Energie angetrieben wird. ''Tote'' Energie ist Energie, die nicht in Lebewesen gespeichert ist, z.B. Wasser auf dem Mühlerad, Strom, Benzin.
Meine Definition ist - wie jede Definition - ein Kondensat eines Konzeptes, welches ich erläutere, wenn ich die Definition plausibel machen will (siehe R. Todesco: Technische Intelligenz:65ff).
Eine Teilmenge der Maschinen sind Automaten.
==> triviale Maschine und autopoietische Maschine
Kritischer Einwand:
"Ist Grossmutters Tret-Nähmaschine keine Maschine?" Zwar ist klar, dass die Tret-Nähmaschine, nur weil sie "Maschine" genannt wird, sowenig eine Maschine sein muss, wie die Erdbeere eine Beere ist. Aber verdrängen lässt sich die Frage, indem man auf den sprachlich-ausdrücklichen Aspekt des Einwandes verweist, nicht. Die Tret-Nähmaschine verweist auf ein tieferliegendes Problem. Definitionen implizieren durch ihre Begriffsbäume Verwandtschafts- oder Entwicklungstheorien. Zu unserer Einteilung der Tierwelt beispielsweise gehören implizite Evolutionstheorien. Die unterstellten Verwandtschaften können falsch oder bedingungsmässig unvollständig sein, wobei "falsch" hier weder logisch noch letztlich, sondern umgangssprachlich gemeint ist. Definitionen und die in ihnen steckenden "Theorien" sind umgangssprachlich falsch, wenn sie am praktischen Anliegen scheitern. Ein Wal ist in diesem Sinne kein Fisch, weil er nicht in einem unmittelbar über dem Wasser gedeckten Aquarium gehalten werden kann (42). In unserem Zusammenhang interessiert aber mehr, dass es Theorien gibt, deren Gegenstände sich "bewusst" gegen die Theorie verhalten können. Naturwissenschaftliche Gegenstände haben kein Eigenleben, die Erde muss sich drehen, ein Magnet muss Strom induzieren, wenn er unter bestimmten Bedingungen steht. Es geht nicht darum, dass sich die letzten Gegenstände der Naturwissenschaften der Bestimmbarkeit auch entziehen, oder darum, dass konkrete Wissenschaft immer durch noch gründlichere Erkenntnis ersetzt wird. Hier geht es um die wissenschaftlichen Gegenstände selbst. Naturwissenschaften definieren sich über Gegenstände, die keinen Willen haben. Sozialwissenschaftliche Theorien dagegen-davonabgesehen, dass sie in einem unmittelbaren Sinne falsch sein können - leiden immer auch darunter, dass sie einen Gegenstand haben, den die Menschen bewusst verändern können. Wenn wir also von Menschen hergestellte Gegenstände klassifizieren, können wir nicht verhindern, dass Menschen die postulierte Ordnung - begründet - brechen. (Todesco: Technische Intelligenz, S. 67)
Literatur:
C.Babbage, der Vater des Computers, definierte: ”Die Vereinigung aller dieser einfachen Instrumente, durch einen einzigen Motor in Bewegung gesetzt, bildet eine Maschine” (zit.in: Marx,1975,396)." (zit: in: Todesco: Technische Intelligenz, S. 67)
Draise hat das Laufrad erfunden. Er hat die Vorraussetzung für das Fahr- und das Motorrad geschaffen, indem er die Räder statt nebeneinander hintereinander gestellt hat. Er hat dabei noch an Laufen und damit an das seitliche Abstützen mit den Füssen gedacht. Erst die Anwendung zeigte, dass man das Gleichgewicht durch die Lenkung halten kann. Dann kam die Pedale und schliesslich der Motor (B. Spiegel, S. 42)
Nicht kompatibel:
"Maschinen sind Systeme, die nicht aus sich heraustreten können: Ein Satz, den eine Maschine produziert, kann nicht zugleich ein Satz über die Maschine sein. (...) Die Fähigkeit, aus Systemen herauszutreten, Programme zu verlassen, können wir auch 'Phantasie' nennen" (Krämer, 1988, 180f).