Aristoteles        zurück ]      [ Stichworte ]      [ Literatur ]      [ Die Hyper-Bibliothek ]      [ Systemtheorie ]

Literatur

Politik
Physik
Nikomachische Ethik (5. Buch, 8. Kap.: über Tauschhandel (siehe Oekonomie[])
Metaphysik
Kategorie
 

Corpus Aristotelicum

Pseudo-Aristoteles

Zu Aristoteles und seinen mehr oder weniger Gleichaltrigen Freunde habe ich eine Verschwörungstheorie, wonach ich ausschliesslich Sagen (und natürlich solche, die als Historikermeinungen auftreten) kenne
http://www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de/we02/institut/forschung/aristoteles_archiv.html
Wie viel (fast gar nichts) man über Aristoteles weiss, kann man exemplarisch auch hier erkennen.

zur Person

Aristoteles (322-384), griech. Philosoph. 367-348/47 Mitglied der Akademie Platons; 342 Erzieher des späteren Alexander des Grossen; lehrte um 335 im Lykeion in Athen; gründete etwa um die gleiche Zeit eine eigene Schule, den Peripatos, ein naturwissenschaftliches Museum und eine Bibliothek. (==> alte Griechen)

Aristoteles ist eine fiktive Person, der unglaublich viel schräges Wissen zugeschrieben wird
Was Aristoteles alles so meinte und vielleicht geschrieben hat ..

Aristoteles steht aber auch für eine kategoriale Auffassung, die Tätigkeit also Hervorbringung jenseits von Technik begreift (siehe dazu Techne).

diasynchron Zeittafel

Differenzen

sind hauptsächlich gegen Sokrates und Aristoteles formuliert
Polis/Oikos


Diese Geschichte geht auf den griechischen Historiker Strabo zurück. In Geographica 13.1.54 (Bibliotheca Teubneriana Vol. 3, Seiten 851.24-852.30 Meineke, oder aber Theophrastus of Eresus, Sources for his Life, Writings, Thought and Influence, ed. by William W. Fortenbught et al. Part One, Leiden Brill 1992, S. 90-1, Nr. 37) schreibt er: "Neleus aber brachte die Bibliothek (von Theophrast und Aristoteles) nach Skepsis und gab sie seinen Erben, einfache Leute, welche die Bücher wegschlossen und sie ohne grosse Sorge einlagerten. Und als sie lernten, dass die Attiliden Könige - deren Untertanen sie waren - mit Nachdruck nach Büchers für die Bibliothek in Pergamom suchten, versteckten sie an einem Ort, der in der Erde vergraben war."
Es geht dann noch weiter, als sie die Bücher in ziemlich schlechtem Zustand an Apellicon von Teos verkaufen, der als Sachunverständiger die vermosten und angefaulten Stellen ergänzt und somit fälscht. Die Bibliothek von Aristoteles und Theophrast und auch Aristoteles Werke landen später dann als Sullas Kriegbeute 84 in Rom.
Warum also? Um sie vor einem Raubzug zu bewahren, um sie schliesslich dann doch an den Meistbietenden zu verkaufen.
Den Wahrheitsgehalt dieser Geschichte zu beurteilen ist mir unmöglich. Wenns nicht wahr ist, so ist es doch eine nette Geschichte, die ich nur allzu gerne für wahr halte.

[über die vermeintlichen Originale]

Zitate

"Soviel mag... gesagt sein, daß die Meinung, entgegengesetzte Behauptungen seien nicht gleichzeitig wahr, die sicherste von allen ist; ..." Metaphysik, Berlin 1960, S. 98
"Falsch ist es, vom Seienden zu sagen, es sei nicht, und vom Nichtseienden, es sei. Wahr ist es, vom Seienden zu sagen, es sei, und vom Nichtseienden, es sei nicht." 99

"Denn zweifach ist der Gebrauch jedes Guts. - Der eine ist dem Ding als solchem eigen, der andre nicht, wie einer Sandale, zur Beschuhung zu dienen und austauschbar zu sein. Beides sind Gebrauchswerte der Sandale, denn auch wer die Sandale mit dem ihm Mangelnden, z.B. der Nahrung austauscht, benutzt die Sandale als Sandale. Aber nicht in ihrer natürlichen Gebrauchsweise. Denn sie ist nicht da des Austausches wegen." (Aristoteles, "De Rep.", l. I, c. 9.)

"Da die Chrematistik eine doppelte ist, die eine zum Handel, die andre zu Ökonomik gehörig, die letztere notwendig und lobenswert, die erstere auf die Zirkulation gegründet und mit Recht getadelt (denn sie beruht nicht auf der Natur, sondern auf wechselseitiger Prellerei), so ist der Wucher mit vollstem Recht verhaßt, weil das Geld selbst hier die Quelle des Erwerbs und nicht dazu gebraucht wird, wozu es erfunden ward. Denn für den Warenaustausch entstand es, der Zins aber macht aus Geld mehr Geld. Daher auch sein Name" (tokoz Zins und Geborenes). "Denn die Geborenen sind den Erzeugern ähnlich. Der Zins aber ist Geld von Geld, so daß von allen Erwerbszweigen dieser der naturwidrigste."(35)

Aristoteles stellt der Chrematistik die Ökonomik entgegen. Er geht von der Ökonomik aus. Soweit sie Erwerbskunst, beschränkt sie sich auf die Verschaffung der zum Leben notwendigen und für das Haus oder den Staat nützlichen Güter. "Der wahre Reichtum (o alhdinoz ploutoz [Griechisch:] o alethinos ploutos) besteht aus solchen Gebrauchswerten; denn das zum guten Leben genügende Maß dieser Art von Besitz ist nicht unbegrenzt. Es gibt aber eine zweite Erwerbskunst, die vorzugsweise und mit Recht Chrematistik heißt, infolge deren keine Grenze des Reichtums und Besitzes zu existieren scheint. Der Warenhandel ("h kaphlikh" [Griechisch:] "e kapelike") heißt wörtlich Kramhandel, und Aristoteles nimmt diese Form, weil in ihr der Gebrauchswert vorherrscht) gehört von Natur nicht zur Chrematistik, denn hier bezieht sich der Austausch nur auf das für sie selbst (Käufer und Verkäufer) Nötige." Daher, entwickelt er weiter, war auch die ursprüngliche Form des Warenhandels der Tauschhandel, aber mit seiner Ausdehnung entstand notwendig das Geld. Mit der Erfindung des Geldes mußte sich der Tauschhandel notwendig zur kaphlikh zum Warenhandel entwickeln, und dieser, im Widerspruch zu seiner ursprünglichen Tendenz, bildete sich zur Chrematistik aus, zur Kunst, Geld zu machen. Die Chrematistik nun unterscheidet sich von der Ökonomik dadurch, daß "für sie die Zirkulation die Quelle des Reichtums ist (poihtikh crhmatwn ... dia crhmatwn metabolhz [Griechisch:] poietike chrematon ... dia chrematon metaboles). Und um das Geld scheint sie sich zu drehen, denn das Geld ist der Anfang und das Ende dieser Art von Austausch (to gar nomisma stoiceion kai peraz thz allaghz estin [Griechisch:] to nomisma stoicheion tes allages estin). Daher ist auch der Reichtum, wie ihn die Chrematistik anstrebt, unbegrenzt. Wie nämlich jede Kunst, der ihr Ziel nicht als Mittel, sondern als letzter Endzweck gilt, unbegrenzt in ihrem Streben ist, denn sie sucht sich ihm stets mehr zu nähern, während die Künste, die nur Mittel zu Zwecke verfolgen, nicht unbegrenzt sind, da der Zweck selbst ihnen die Grenze setzt, so gibt es auch für diese Chrematistik keine Schranke ihres Ziels, sondern ihr Ziel ist absolute Bereicherung. Die Ökonomik, nicht die Chrematistik, hat eine Grenze ... die erstere bezweckt ein vom Gelde selbst Verschiednes, die andere seine Vermehrung ... Die Verwechslung beider Formen, die in einander überspielen, veranlaßt einige, die Erhaltung und Vermehrung des Geldes ins Unendliche als Endziel der Ökonomik zu betrachten." (Aristoteles, "De Rep.", edit. Bekker, lib. l.c. 8 und 9 passim.)

"Wenn", träumte Aristoteles, der größte Denker des Altertums, "wenn jedes Werkzeug auf Geheiß, oder auch vorausahnend, das ihm zukommende Werk verrichten könnte, wie des Dädalus Kunstwerke sich von selbst bewegten oder die Dreifüße des Hephästos aus eignem Antrieb an die heilige Arbeit gingen, wenn so die Weberschiffe von selbst webten, so bedürfte es weder für den Werkmeister der Gehilfen noch für die Herrn der Sklaven."Marx, (Kapital, S. 430)

Aristoteles wird zitiert in:

Ökonomie, Zins, Demokratie, Herrschaftsform, Regierungsform, Wertform, Techne.

Bei K. Marx schneidet Aristoteles nicht sehr gut ab:

Die beiden zuletzt entwickelten Eigentümlichkeiten der Äquivalentform werden noch faßbarer, wenn wir zu dem großen Forscher zurückgehn, der die Wertform, wie so viele Denkformen, Gesellschaftsformen und Naturformen zuerst analysiert hat. Es ist dies Aristoteles.
Zunächst spricht Aristoteles klar aus, daß die Geldform der Ware nur die weiter entwickelte Gestalt der einfachen Wertform ist, d.h. des Ausdrucks des Werts einer Ware in irgendeiner beliebigen andren Ware, denn er sagt:
"5 Polster = 1 Haus"
Kliuai pente anti oik iaz
"unterscheidet sich nicht" von:
"5 Polster = soundso viel Geld"
Kliuai pente anti ... osou ai pente k linai
Er sieht ferner ein, daß das Wertverhältnis, worin dieser Wertausdruck steckt, seinerseits bedingt, daß das Haus dem Polster qualitativ gleichgesetzt wird und daß diese sinnlich verschiednen Dinge ohne solche Wesensgleichheit nicht als kommensurable Größen aufeinander beziehbar wären. "Der Austausch", sagt er," kann nicht sein ohne die Gleichheit, die <74> Gleichheit aber nicht ohne die Kommensurabilität" ("out isothz mh oushz summetria z"). Hier aber stutzt er und gibt die weitere Analyse der Wertform auf. "Es ist aber in Wahrheit unmöglich (th men oun alhdeia adunaton), daß so verschiedenartige Dinge kommensurabel", d.h. qualitativ gleich seien. Diese Gleichsetzung kann nur etwas der wahren Natur der Dinge Fremdes sein, also nur "Notbehelf für das praktische Bedürfnis".
Aristoteles sagt uns also selbst, woran seine weitere Analyse scheitert, nämlich am Mangel des Wertbegriffs. Was ist das Gleiche, d.h. die gemeinschaftliche Substanz, die das Haus für den Polster im Wertausdruck des Polsters vorstellt? So etwas kann "in Wahrheit nicht existieren", sagt Aristoteles. Warum? Das Haus stellt dem Polster gegenüber ein Gleiches vor, soweit es das in beiden, dem Polster und dem Haus, wirklich Gleiche vorstellt. Und das ist - menschliche Arbeit.
Daß aber in der Form der Warenwerte alle Arbeiten als gleiche menschliche Arbeit und daher als gleichgeltend ausgedrückt sind, konnte Aristoteles nicht aus der Wertform selbst herauslesen, weil die griechische Gesellschaft auf der Sklavenarbeit beruhte, daher die Ungleichheit der Menschen und ihrer Arbeitskräfte zur Naturbasis hatte. Das Geheimnis des Wertausdrucks, die Gleichheit und gleiche Gültigkeit aller Arbeiten, weil und insofern sie menschliche Arbeit überhaupt sind, kann nur entziffert werden, sobald der Begriff der menschlichen Gleichheit bereits die Festigkeit eines Volksvorurteils besitzt. Das ist aber erst möglich in einer Gesellschaft, worin die Warenform die allgemeine Form des Arbeitsprodukts, also auch das Verhältnis der Menschen zueinander als Warenbesitzer das herrschende gesellschaftliche Verhältnis ist. Das Genie des Aristoteles glänzt grade darin, daß er im Wertausdruck der Waren ein Gleichheitsverhältnis entdeckt. Nur die historische Schranke der Gesellschaft, worin er lebte, verhindert ihn herauszufinden, worin denn "in Wahrheit" dies Gleichheitsverhältnis besteht. (Das Kapital, S. 73f)


[http://anthrowiki.at/Kategorien]
[wp]

noch verarbeiten:

Wissenschaftstheoretisch geht das Konzept "Poietik" auf Aristoteles zurück, in seiner Metaphysik spricht er von (1. Hauptstück, III. Einteilung und Objekt der Wissenschaft, deutsch:) „alle denkende Reflexion betrifft entweder das handelnde Leben oder die hervorbringende Tätigkeit oder bewegt sich in reiner Theorie“), weshalb man von poietische Wissenschaften, produzierende Wissenschaften (im Sinne reiner wissenschaftlicher Anwendung), angewandte Wissenschaften (praxisorientiert) und theoretische Wissenschaften spricht.
Häufig spricht man heute von der Poietik eines bestimmten Künstlers oder einer bestimmten Kunstrichtung oder Schule, also der künstlerischen Ausführungspraxis, der „Handschrift“. Der Begriff „Poiesis“ wird auch in der Literaturwissenschaft verwendet und ist mit dem Konzept der Hermeneutik, der Textinterpretation, eng verbunden.