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Aristoteles: Politik, München, Felix Meiner Verlag, 1981, resp. Politik, Uebers. und Hrsg.: Schwarz Franz F., Stuttgart 1989

Politik (was die Polis betrifft) heisst die staatsphilosophische Schrift des Aristoteles. Das in acht Bücher aufgeteilte Werk behandelt hauptsächlich verschiedene real existierende und abstrakte Verfassungen. Aristoteles vier Thesen auf:
der Mensch ist ein zoon politikon – ein soziales, auf Gemeinschaft angelegtes und Gemeinschaft bildendes Lebewesen
die Polis ist die vollkommene Gemeinschaft
die Polis ist natürlich
die Polis „ist von Natur aus früher als das Haus und die Individuen.“
Diese Thesen fasst er damit zusammen, dass er sagt, die Polis sei die hinreichende Voraussetzung der Eudaimonia (Gelingen der Lebensführung), die das vollkommene und selbstgenügsame Gut und Endziel des menschlichen Handelns sei und nicht, wie alle anderen Güter, nur Mittel zum Zweck.

Aristoteles' Politik ist eine kritische Weiterführung von Platos Buch Politeia, wobei sich Aristoteles pragmatischer auf die Polis bezieht, wo Plato noch sehr allgemeine Konzepte wie Gerechtigkeit und Erziehung verwendet.


einge kritische Begriffe: Politik, Sklave


Textstellen

zur Sklaverei:
Sklaverei ist "notwendig" und "nützlich": Nur durch Muße kann sich der freie Bürger der Politik widmen. Ohne Sklaverei gibt es keine politische Freiheit der Bürger, ohne freie Bürger keine polis und die polis liegt in der Natur des Menschen, d.h. auch das Dasein der Sklaven ist natürlich.

"Denn was von Natur dank seinem Verstande vorsehen vermag, ist ein von Natur Herrschendes ..., was dage-gen mit den Kräften seines Leibes das so Vorgesehene auszuführen imstande ist, das ist ein Beherrschtes und von Natur Sklavisches, weshalb sich denn die Interessen des Herren und des Sklaven begegnen." (Pol I 2, 1252 a 30ff)
"Darum ist also der Herr nur Herr des Sklaven, aber er ist nicht des Sklaven; dagegen ist der Sklave nicht bloß Sklave seines Herrn, sondern er ist überhaupt seines Herren." (Pol I 4, 1254 a 11f)
"Wer von Natur nicht sein, sondern eines anderen, aber ein Mensch ist, der ist ein Sklave von Natur" (Pol I 4, 1254 a 14)
"...so ist auch ein einzelnes Besitzstück ein Werkzeug zum Leben und ... der Sklave ein beseeltes Besitzstück..." (Pol I 4, 1253 b 30ff)
"...die anderen glauben, die Despotie widerstreite dem Naturrecht. Nur kraft positiven Gesetzes wäre ihnen zufolge der eine ein Sklave und der andere ein Freier, dagegen von Natur unterschieden sie sich durchaus nicht, und darum sei die Gewalt des Herrn über den Sklaven auch nicht rechtmäßig, sondern sie beruhe lediglich auf Zwang." (Pol I 3, 1252 b 20ff)
"Es gibt auch Sklaven und eine Sklaverei auf Grund des Gesetzes." (Pol I 6, 1255 a 5f) Die Sieger einer Schlacht haben einfach mehr Tugend und damit Gutes in sich, sonst hätten sie nicht gewonnen und dieser Vorsprung an Gutem rechtfertigt die Versklavung der Besiegten. (vgl. Pol I 6, 1255 a 12ff)
Unterschied Frau und Sklave: Die Frau neigt nicht von Natur dazu, körperliche Arbeit zu verrichten, wie der Sklave, aber sie ist von Natur aus auch nicht zum Herrschen veranlagt. (..?)
"Denn die Frauen sind die Hälfe der Freien..." (Pol I 13, 1260 b 18)

Zum "Naturzustand
„Nicht in depravierten Dingen, sondern in jenen, die sich in einem guten Zustand gemäß der Natur befinden, muß man betrachten, was natürlich ist.“ (Politik. I, 5)


 
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