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Das Lernen aus konstruktivistischer Sicht
Das Lernen aus kritisch-psycologischer Sicht
Lernen durch Lehren
Verlernen

Differenzen: Lernen/Lehren, Lehren/Erziehen,

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Lerntheorie
Lernziel
Lerntyp
Lerntypen (G. Bateson)

Den Ausdruck Lernen verwende ich bezüglich Können und bezüglich Wissen.
Ich kann schreiben und Auto fahren, beide Können habe ich mit einem bestimmten Aufwand erworben.

Als Lernen bezeichne ich differenztheoretisch die Differenz zwischen Lernen und Kennenlernen, wobei ich sage, dass ich eine Theorie kenne und den Gegenstand der Theorie gelernt habe. Im Beispiel der Evolutionstheorie also: Ich kenne die Evolutionstheorie, weil ich sie kennengelernt habe. Ich habe dabei gelernt, dass der Mensch vom Affen abstamme.

as Kennenlernen endet - dort von von Lernen die Rede ist - beim Können. Ich habe Dich hier kennengelernt. Ich kenne Dich jetzt ein Stückweit. Das ist aber kein Können, also nehme ich dieses Kennenlernen nicht als Lernen. Wenn ich dagegen eine Textverarbeitung (also Dinger wie MS-Word) kennenlerne, dann endet das in einem Können, wo ich die Textverarbeiten sinnvoll verwenden KANN. Deshalb spreche ich hier von lernen, worin das Kennenlernen zum Können wird.


Lernen ist eine Erklärungsprinzip, das Veränderungen eines System "erklärt", die dazu führen, dass das System seiner Um-Welt besser angepasst ist.
Lernen ist das Herstellen eines neuen Aquilibrium durch Akkommodation.


Der kybernetische Lerner von R. Hirsig.

siehe auch Begleitetes Lernen, Lehren und e-learning
Deutero-Lernen


Unterscheidung: ich lerne (Selbstsicht) - er lernt (Fremdsicht)

Lit: Fritz B. Simon: Die Kunst, nicht zu lernen

Wenn sich (..) Strukturen, die ein gewisses Verhalten bei den Mitgliedern einer Spezies möglich machen, nur bei Vorliegen einer besonderen Geschichte von Interaktionen entwickel, dann sagt man, diese Strukturen seien ontogenetisch und die Verhaltensweisen erlernt (Maturana/Varela 1987:187f)

EvG: WSuW S.284: Lernen bedeutet Folgerungen aus Erfahrungen zu ziehen. Dabei wird vorausgesetzt, dass Regularitäten entdeckt werden können und dass diese Regularitäten auch in künftigen Erfahrungen vorhanden sind. Lernen ist das Herstellen eines neuen Aquilibrium durch Akkommodation (vgl. EvG:Delfin94:36)

"Wenn Sie sich nur mit dem Thema beschäftigen, um etwas dabei zu lernen, dann ist das ziemlich fragwürdig. Wenn Sie den Hintergedanken haben, mit dem Gelernten etwas anfangen zu wollen, sorgt das für ein verschobenes Gleichgewicht. Wenn Sie dagegen bereit sind, sich auf etwas einzulassen, ohne zu lernen, dann sind Sie bereit, sich zu verändern, statt nur etwas Äusseres anzunehmen. Das reinigt die Atmosphäre. Dann wird die ganze Gelegenheit zum totalen Ausdruck der Freiheit und geht über die Schülersituation hinaus. Wollen Sie nämlich etwas lernen, dann betrachten Sie das erworbene Wissen als von Ihnen selbst getrennt. Wollen Sie aber mit der Situation sein, dann ist es Ihnen schnurzegal, ob Sie etwas lernen oder nicht. Sie wollen einfach in dem sein, was ist ... Das ist sehr schwierig, gleichzeitig aber wieder sehr einfach" (Chögyam Trungpa, "Das Mandala in uns"; S. 54)


Lernen ist eine zentrale Fähigkeit intelligenter Systeme. Im Kontext der «Embodied Systems» muss Lernen immer im Zusammenhang von Situativität, Autonomie, Entwicklungsprozessen, Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Gedächtnis betrachtet werden.

Lernen ist einfach, wenn ich brauchen kann, was ich lerne, wobei brauchen wie etwa beim Skifahren einfach Spass haben heissen kann. Mathe (und ein paar andere (wenn nicht alle) Schulfächer) sind nicht so aufgebaut, dass ich sie brauchen kann. Ob ich sie später brauchen würde, hat keine unmittelbare Relevanz. Diese nicht vorhandene Relevanz und die damit verbunden fehlende Motivation ist Inhalt jeder Didaktik. Didaktik wird von den Pädagogen gemacht, die wissen, was ich später brauche und entsprechende Schulfächer einrichten.
Alternative: Nicht jeder lernt den gleichen Beruf ... Man sollte Berufe lernen .. und darin je soviel Mathe wie nötig ist.


[ aus https://www.facebook.com/groups/243016569095678/permalink/2715789555151688/ ] mir hilft, mich an einen einzelnen konkreten Fall zu erinnern, wo welcher Groschen gefallen ist. Das scheint mir ziemlich komplementär zu Deiner Liste.

Andreas Sägesser Rolf Todesco - magst du über diesen konkreten #Groschenfallfall berichten?

Rolf Todesco Andreas Sägesser es ist nicht ein (1) Groschen, sondern ein Vermögen, das vielen aus je einzelnen Groschen besteht - wie mein Geld in meinem Portemonnaie.
Ein äusseres Zeichen dafür, dass ein Groschen fällt, besteht darin, dass ich eine gehörte oder gelesene oder irgendwie gefundene Aussage in dem Sinne aneigne, dass sie meine wird.
H. von Foerster hat dazu eine Geschichte erzählt: Ein Student hat eine Prüfung abgelegt, in welcher er jede Frage seines Profs vollkommen richtig beantwortete, aber jedesmal dazu sagte, dass es so in den Büchern stehe. Wenn bei mir ein Groschen fällt, spielt es keine Rolle mehr, was in den Büchern steht, es ist dann Teil von mir. Der Prozess ist eine Art Indivuiduation, in welcher ich erkenne - oder eben lerne - welche Unterscheidungen/Kategorien ich verwende. Das passiert im Dialog.
Gerne gebe ich ein Beispiel. Ich habe eines Tages erkannt, dass ich den Ausdruck Dialog bis dahin gar nicht "verstanden" habe. In einem Dialog lernte (!) ich den Sinn des Wortes Dialog neu kennen, wodurch ich ein andere Mensch geworden bin. Ich habe jetzt zwei äusserlich Bezeichnungen: Sokratischer und bohmscher Dialog für zwei total verschiedene Sachen, die ich davor nicht unterscheiden konnte.
Ich kann mich noch ziemlich gut daran erinnern, wann, wo und mit welchen Menschen mir das passiert ist. Es dauerte eine gewisse Zeit und ist doch ein sehr punktuelles Erlebnis eines Umschlagens, das ich als Lernereignis bezeichne.
Solche Groschen habe ich ganz viele und ich führe darüber Buch.

und noch ein Lerngroschen, mit welchem ich die Komplementarität vielleicht deutlicher machen kann. Ich habe in einem ganz konventionellen Unterricht gelernt, dass ich davor das Umfallen/Hinfallen unbewusst vermieden und mit schlechten Emotionen verbunden habe. Im Aikido-Kurs musste ich dann ununterbrochen Umfallen und mich Umwerfen lassen. Dort gehört das quasi zum Spiel. Dann gab es einen speziellen Moment - das Lernen - in welchem ich eben nicht mehr die Wurf und Falltechnik übte, sondern merkte, dass ich damit eine generelle Angst von mir thematisierte, die ich später auch bei Ski- oder Töfffahren wieder erkannte.
Ich habe also in diesem Sinn nicht eine Aikidotechnik gelernt, was der vermeintlich Kursinhalt war, sondern etwas - sehr konkretes und benennbares - über mich.
Mein Lernverständnis bezieht sich auf solche benennbare Ereignisse und mithin darauf, dass ich konkrete sagen können muss, was ich wie und wobei gelernt habe.
Im Rahmen der "neuen Lernkultur" an der Weiterbildungsabteilung der Uni, die Christian Jung angeboten hat, habe ich oft mit den Teilnehmenden darüber gesprochen, was sie in der "normalen" Schule gelernt haben. Ich habe auch in diesem sensibilisieerten Fachpublikum praktisch nie etwas Bennbares gehört.


 
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[Nicholas Negroponte: 5 predictions, in 1984
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Nicholas Negroponte: 5 predictions, in 1984
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[Jörn Loviscach]
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