Burrhus Frederic Skinner        zurück ]      [ Index ]      [ Literatur-Index ]      [ Die Hyper-Bibliothek ]     

Literatur

Walden two (Futurum zwei, 1948)
Jenseits von Freiheit und Würde
Wissenschaft und menschliches Verhalten
Verbal Behavior
- Replik auf Chomsky
Eine funktionale Analyse sprachlichen Verhaltens in: Corell, 1965

  • A case history in scientific method. in: American Psychologist 1956,11, S. 221-33. (enthält eine Beschreibung seiner wissenschaftlichen Anfänge mit der „Skinner-Box“)
  • The Behavior of Organisms: An Experimental Analysis. 1938 erstveröffentlicht, 1991 und 1999 nachgedruckt durch die B. F. Skinner Foundation; Hardcover ISBN 1-58390-007-1, Paperback ISBN 0-87411-487-X (enthält eine Übersicht über seine frühen Studien in Harvard)
  • The Technology of Teaching. 1968 erstveröffentlicht, 2003 nachgedruckt durch die B. F. Skinner Foundation; Library of Congress Card Number 68-12340 E 81290 (enthält eine Zusammenfassung seiner Schriften zum „programmierten Lernen“)
  • Was ist Behaviorismus? (dt. Fassung von: „About Behaviorism“) 1982: Reinbek (Rowohlt), ISBN 3-498-06124-0
  • Die Funktion der Verstärkung in der Verhaltenswissenschaft. 1982: München (Kindler), ISBN 3-463-00587-5
  • zur Person


     
        

    Skinner, Burrhus Frederic (1904-1990), in Susquehanna (Pennsylvania) geborener amerikanischer Psychologe. Skinner gilt als der führende Vertreter des psychologischen Behaviorismus. Auch entwickelte er den programmierten Unterricht, eine linear verlaufende Lehrmethode, die, an eine technische Apparatur (Computer, Tonband etc.) gebunden, dem Schüler kleine, abgeschlossene Lerneinheiten präsentiert, die aufeinander aufbauen. Skinner verfaßte mehrere Schriften, darunter Behaviour of organisms (Verhalten der Organismen, 1938), den Roman Walden two (Futurum zwei, 1948) und The technology of teaching (Erziehung als Verhaltensforschung, 1968). In Beyond freedom and dignity (Jenseits von Freiheit und Würde, 1971) sprach sich Skinner dafür aus, Massenkonditionierung als Mittel sozialer Kontrolle einzusetzen. Zu seinen späteren Arbeiten zählen Particulars of my life (Angaben zu meinem Leben, 1976) und Recent issues in the analysis of behaviour (Neueste Ergebnisse zur Analyse des Verhaltens, 1978).

    Das Werk Skinners
    Skinners Haltung ist auch als radikaler (oder deskriptiver) Behaviourismus bekannt. Mit Watson war er der Ansicht, daß sich innere Vorgänge nicht direkt beobachten lassen. Zugleich vertrat er jedoch die Auffassung, daß sich die Ergebnisse der inneren Vorgänge – das Verhalten – beobachten und mit Hilfe der üblichen naturwissenschaftlichen Methoden untersuchen lassen, insbesondere durch kontrollierte Experimente mit einzelnen Tieren und Menschen. An Tieren erforschte er das operante Konditionieren, das heißt das Lernen in Abhängigkeit von der Verstärkung, die das Tier für sein Verhalten erhält. Mit diesen Untersuchungen konnte er auch zeigen, daß komplexes Verhalten wie Sprechen und Problemlösen naturwissenschaftlich untersucht werden kann.

    Skinner lehnt die Vorstellung eines cartesianischen Steuermannes ab, der gewissermaßen im Innern des Kopfes sitzend den Menschen steuert; der Mensch als ganzes Individuum ("Organism as a whole") verhält sich auf eine bestimmte Weise ("molarer Behaviorismus"), aufgrund der Umwelteinflüsse, denen er in seiner aktuellen und vergangenen Umwelt unterworfen war und ist sowie aufgrund der Umwelteinflüsse, denen seine Vorfahren in der Phylogenese unterworfen waren.

    Skinner im Web:

  • B. F. Skinner Foundation (http://www.bfskinner.org/)
  • Arbeitsblätter zur Operanten Konditionierung (http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/LERNEN/KonditionierungOperant.shtml)

  • B. F. Skinner Foundation http://www.bfskinner.org/index.asp

    Programmierter Unterricht, Lehrverfahren, bei dem eine Abfolge überprüfbarer Lernschritte durchlaufen wird. Der programmierte Unterricht wird manchmal auch als programmiertes Lernen bezeichnet. Er ist das Produkt sorgfältig entwickelter, reproduzierbarer Unterrichtseinheiten.

    Geschichte
    Seinen größten Anstoß erhielt der programmierte Unterricht durch die Arbeit des amerikanischen Psychologen B.~F.~Skinner, der 1954 die wissenschaftliche Entwicklung von Lernprogrammen beschrieb. Ende der fünfziger Jahre gab es bereits Programme für alle Unterrichtsstufen sowie für das Militär und die Industrie. In den meisten frühen Lernprogrammen wurde die Information in kleinen Schritten vermittelt. Die Schüler lasen ein oder zwei Sätze und beantworteten danach eine Frage durch Ausfüllen eines Leerfeldes oder indem sie aus mehreren Antworten auswählten. Dann schlugen sie die richtige Antwort nach und überprüften die Richtigkeit ihrer eigenen. Diese Form, die nur auf triviale Lernziele ausgerichtet war, scheint angesichts der heute zur Verfügung stehenden, abwechslungsreichen Programme überholt. Intellektuelle Fähigkeiten wie Problemlösen, Entwicklung und Ausdruck neuer Gedanken sowie Erforschung neuer Gebiete können heute durch detailliert ausgearbeitete Programme gelehrt werden.

    Verstärkung
    Die ersten Programme basierten auf Studien, in denen nachgewiesen wurde, daß spontane Verhaltensweisen wiederholt auftreten, wenn ihnen sofort angenehme Konsequenzen folgen. Sagt ein Kind z.~B. „bitte“, wenn es nach etwas fragt, und erhält es dann sofortige Aufmerksamkeit, so wird das Kind das spontane „bitte“ in der Zukunft wahrscheinlich wiederholen. Solche für eine Person angenehme Konsequenzen nennt man Verstärkungen.

    Noten, Diplome und Preise sind als Verstärkungen nicht so effektiv, wie man vielleicht meinen könnte, da sie meistens zu stark zeitversetzt auftreten. Zwar werden manchmal auch materielle Verstärker (wie Geld oder Süßigkeiten) eingesetzt, doch scheinen Personen eher verstärkt zu werden, wenn ihr Verhalten in ihrer Umgebung zum Erfolg führt. Auf Schüler wirkt es häufig in hohem Maße verstärkend, wenn sie die richtige Antwort auf eine Frage finden, die sie selbst als Herausforderung empfinden. Ein gutes Lernprogramm ist so aufgebaut, daß die Schüler auf herausfordernde Situationen reagieren müssen und durch richtige Antworten häufig erfolgsverstärkt werden. Diese Art führt zu einer wesentlich anderen Motivation als bei einem tradionellen Unterricht, in dem Schüler normalerweise arbeiten, um unangenehme Konsequenzen zu vermeiden.

    Überprüfbarkeit
    Um überprüfbar zu sein, müssen Unterrichtsprogramme ein bestimmtes Ziel besitzen. Die Schüler müssen das Ziel erreichen, auf das das Programm ausgerichtet ist. Eine solche Überprüfbarkeit setzt zwei Dinge voraus.

    Erstens müssen die allgemeinen Unterrichtsziele so festgelegt werden, daß ihr Erreichen meßbar ist. Die Frage, die sich alle Unterrichtenden stellen, lautet: Wozu müssen die Schüler nach dem Unterricht in der Lage sein? Die Beantwortung dieser Frage sollten die Ersteller von Unterrichtsprogrammen so deutlich wie möglich formulieren und dabei Techniken der Aufgaben- und Inhaltsanalyse anwenden, um die allgemeinsten, lohnendsten Unterrichtsziele festzulegen. Aus dieser Analyse ist auch ersichtbar, wie das Erreichen von Zielen gemessen werden kann; entweder über direktes Beobachten oder über die Abprüfung der Schülerleistung in Aufgaben.

    Die frühen Programme erschienen in Textform oder wurden mit Hilfe mechanischer Geräte, sogenannter Lehrmaschinen, dargeboten. Heute werden Computer eingesetzt, besondere Trainingssimulatoren, Multimediamaterialien wie Videokassetten und sogar komplexe Unterrichtssysteme mit umfassenden Unterrichtshandbüchern, in denen die für den Lehrer und das Hilfspersonal vorgesehenen Rollen beschrieben sind.

    Entwicklung eines Programms
    Der erste Schritt bei der Entwicklung eines Programms ist die Definition der Lernziele nach meßbaren, vom Schüler zu erwerbenden Fähigkeiten. Eine Aufgabenanalyse liefert die Grundlage für den Aufbau von Überprüfungstests. Jeder Test prüft repräsentativ die zu erwerbenden Fertigkeiten. Die Tests werden zunächst an einer kleinen Schülergruppe ausprobiert und auf der Grundlage der Schülerleistung überarbeitet. Nach Zielanalyse und Testentwicklung werden die ersten Entwürfe für die Abfolge der Unterrichtsschritte erstellt. Auch sie basieren auf der Aufgabenanalyse, wobei die Schüler in den ersten Programmschritten auf die folgenden vorbereitet werden sollen. Anfangs setzt man Hinweise und Vorschläge ein, um die Chancen richtiger Antworten zu erhöhen, doch nach und nach werden diese Hilfestellungen abgebaut. Genau wie bei Tests prüft man die Unterrichtsentwürfe an einigen Schülern und verbessert sie danach.

    In der letzten Phase der Programmentwicklung werden die Unterrichtsmaterialien in Schulen von Lehrern eingesetzt, die eigens dafür geschult wurden. Dieser Schritt liefert den Nachweis, daß das Unterrichtsprogramm funktioniert, d.~h. daß es den Schülern tatsächlich die Fähigkeiten vermittelt, für die es entwickelt wurde.

    Vorteile des programmierten Unterrichts
    Ein häufig angeführter Vorteil des programmierten Unterrichts ist, daß bei den meisten Programmen die Geschwindigkeit von den Schülern selbst bestimmt werden kann. Schnell arbeitende Schüler werden nicht aufgehalten, und diejenigen, die langsamer arbeiten müssen, können erst zur nächsten Stufe vorrücken, wenn sie die vorherige wirklich beherrschen. Unter solchen Lernbedingungen kann der kontinuierliche Fortschritt im Lernstoff vom Lernenden selbst nach seinen Bedürfnissen ausgerichtet werden.


    In Wissenschaft und menschliches Verhalten schreibt er: "Er isst und er ist hungrig beschreiben ein und dieselbe Tatsache. (...) Die Gewohnheit, eine Feststellung durch eine andere zu erklären, ist insofern gefährlich, als sie den Eindruck erweckt, dass wir der Ursache auf die Spur gekommen sind und deshalb nicht weiter zu suchen brauchen." Skinner lehnt die Vorstellung eines cartesianischen Steuermannes ab, der gewissermaßen im Innern des Kopfes sitzend den Menschen steuert; der Mensch als ganzes Individuum ("Organism as a whole") verhält sich auf eine bestimmte Weise ("molarer Behaviorismus"), aufgrund der Umwelteinflüsse, denen er in seiner aktuellen und vergangenen Umwelt unterworfen war und ist sowie aufgrund der Umwelteinflüsse, denen seine Vorfahren in der Phylogenese unterworfen waren.