Als Schreiben bezeichne ich die Produktion von Text. Bei der Herstellung von Text kann ich Werkzeuge verwenden, beispielsweise Bleistift, Schreibmaschine oder Computer
"Es ist üblich, aber gleichwohl historisierend naiv, Text als Vergegenständlichung einer nicht-gegenständlichen Sprache aufzufassen, und so zu tun, als ob „Sprache" sehr viel mit Bewusstsein und Geist, aber nur ganz wenig mit konstruierten, materiellen Strukturen zu tun hätte" Todesco, R.: Was heisst Konstruktion..).
Literatur:
Vgl. als Pendent die Werkzeugherstellung in Keil-Slawik 1990 (2):143
"Über das Schreiben von Romanen: Piercy, M.: Die Stadt als Schlachtfeld: Schreiben als Waffe. In: Das Argument 205/1994, S. 333ff).
Vgl. Babel, 1994
Vgl. NZZ FOLIO Nr. 1, Januar 1995: "Warum man zuwenig schreiben sollte":
"Erstens: Sie geizen mit Wörtern (...). Die farbigsten Bilder entstehen im Kopf des Lesers dann, wenn er wenige kraftvolle Worte mit seinen eigenen Vorstellungen und Erfahrungen ergänzen kann."
"Zweitens: Grosse Schreiber geizen mit Einzelheiten. (...) Leser lechzen nach Details - nur eben nicht nach allen, sondern nach typischen, dem Pars pro toto, dem Teil statt dem Ganzen."
"Drittens: Sie beschreiben nur Handlungen und überlassen alle Gedanken dazu dem Leser."
"Viertens: Nicht einmal die Handlungen beschreiben sie ganz." Ein Beispiel ist Hemingways 'Wem die Stunde schlägt'. "Robert Jordan, der Held, liegt mit zerschmettertem Bein auf dem Waldboden und kämpft nur noch um eines: dass er, bevor er die Besinnung verliert, die Flucht seiner Freunde vor Francos Soldaten decken kann, indem er möglichst viele tötet. Als die Verfolger sich ihm ahnungslos auf zwanzig Meter genähert haben, schliesst der Roman mit dem Satz: 'Er spürte das Pochen seines Herzens auf dem Nadelboden des Waldes.' "