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Was der Ausdruck Datenverarbeitung bedeutet, zeigt sich mir - auf eine bestimmte operative Weise - darin, was ich dabei wie mache. Ich begreife dieses Tun als Verfahrenstechnik, bei welcher ich Werkzeuge verwende, was ich als Datenverarbeitungstechnik beschreibe.

Als Datenverarbeitung bezeichne ich - wie beim Ausdruck Textverarbeitung einer unsinnigen Konvention folgend - in einer laxen Formulierung den "organisierten Umgang mit Daten mittels Computern oder "von Hand". Je nachdem ist dann von EDV oder nur von DV die Rede.
Gemeinhin meint dieses "Verarbeiten" etwas, was Computer tun, was man aber in Ermangelung eines Computers auch von Hand tun kann. Dabei wird unterstellt, dass Computer selbst etwas tun, also nicht von Menschen benutzt werden, die etwas tun.
Der Ausdruck "Verarbeitung" kennzeichnet dabei eine spezifische Sicht auf ein immaterielles "Material", das aus binären Zuständen besteht, die ihren Sinn durch das Formular erhalten, in welchem sie "verschriftlicht" (oft als digitalisiert bezeichnet) sind.

Typische Beispiele stammen aus Computergeschichten, etwa die Volkszählung mit Lochkarten von H. Hollerith oder die Logarithmen-Tafeln von M. de Prony, der noch keine maschinellen "Computer" hatte, und deshalb menschliche Computer verwendet hat.

In der deutschen Sprache gibt es den Ausdruck lange bevor es Computer gab im Zusammenhang mit Volkszählung beispielsweise in: E. Laspeyres: Die Rigasche Volkszählung. in: Baltische Monatszeitschrift (1871, S.230), wo sie auch ausführlich erörtert wird.
Ab 1900 wird die Datenverarbeitung u.a. neben Elektronik als naturwissenschaftlicher Tätigkeitsbereich gesehen (etwa in: Die Tätigkeit der Unterrichtskommission der Gesellschaft deutscher Naturforscher und Aerzte, Teubner, 1908), aber richtig verbreitet hat sich der Ausdruck erst ab 1960 im Zusammenhang mit EDV.

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zur Verbreitung des Ausdruckes

Datenverarbeitung impliziert eine Datenverarbeitungs-Technik, die im Falle von EDV programmierbare elektronische Geräte beinhaltet.

Literatur:
kommentierte DIN-Normen.


 
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