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Chirurgische und militärische Operationen sind hier nur bedingt oder metaphorisch gemeint.

Als Operationen bezeichne ich als konstruierender Beobachter, was ich als deutende Beobachter als Handlungen wahrnehme. Als Beobachter kann ich also beispielsweise davon sprechen, dass jemand einen Brief schreibt (Handlung) oder davon, dass er Zeichen nach Regeln angeordnet (Operation). Als Beobachter wähle ich die Perspektive und entscheide so, ob ich eine Handlung (mit einem sinn-orientierten Handelnden) oder eine Operation beobachte.

Als Operationen bezeichne ich konstruktiv beschreibbare Aspekte von Handlungen. Operationen kann man maschinell ausführen. Die Operation ist durch die Funktionsweise der jeweiligen Maschine bestimmt.

Die elementare Operationen verändert den Wert einer Variable.

Die Beschreibung von Operationen nenne ich Rezept oder Programm.

Als Operationen bezeichne ich konstruktiv festgelegte Teile eines Verfahrens, das auf ein Objekt angewendet wird.

Beispiel:
Die Operation "Addition" auf das Objekt "Zahl"
Wenn ich mit einer Maschine addiere, verwende ich in der Maschine festgelegte Operationen, wenn ich im Kopf addiere, kann ich das, was ich tue, in Analogie zur Maschine verstehen.

Hinweise:
Die "Undo-Funktion" in Computerprogrammen bezieht sich auf Operationen.

Im Radikalen Konstruktivismus werden "mentale Operationen" zur Erklärung von kognitiven Handlungen verwendet.


Diskussion

Vgl. Keil-Slawik, 1985, 111, wo er via Habermas auf die Unterscheidung Handlung - Operation verweist. vgl. Maturana.

Aus ChristianeFloyd, Tübinger Studiengang: Informatik in Praxis und Wissenschaft, S. 52

"Operation charakterisiert (benennt?) eine quasi-automatisierte Fähigkeit, die durch wiederholtes Handeln erworben wurde. I.E. (?) die Anteile, die in verschiedenen Handlungen repetiert werden und als Proceduren aufgerufen werden.

Operationen sind definierte, beschriebene, wiederholbare Vorgehen mit einer Wirkung. Beschreibungen ausdrücken, deshalb seien Operationen immer beschrieben (?)>

Operationen sind zweckgerichtete Einwirkungen auf enien materiellen oder immateriellen Gegenstand mit definierten Voraussetzungen und Ergebnissen.


{hier für OK: das ist doch ziemlich kompliziert ausgedrückt, wo man auch sagen könnte: Als Operation bezeichnen wir Veränderung eines Maschinenzustandes.

(Floyd: In der Technik: Der Betrieb von technischen Geräten nach festen Regeln )

"Operationen werden durch Beschreibungen definiert. Beschreibungen stammen von einem Beobachter. Deshalb ist jetzt eine Trennung zwischen Beschreiben und Ausführen erfolgt "

"Operationen werden als Funktionen UND Regeln der Funktionen beschrieben. Es gibt elementare Operationen (beides die O. und das Element werden vom Beob. beliebig gewählt)"

"Operationen beziehen sich auf eine ausführende Instanz, sie werden aber unabhängig von dieser beschrieben, deshalb sind sie wiederholbar"

Man kann Operationen an Artefakte delegieren.

Programm ist ein nicht-gegenständliches Objekt


Nun glaube ich, dass wir "Beispiel" sehr verschieden verstehen. Ich versuche deshalb selbst eines zu geben. Du siehst dann vielleicht, was ich mit Beispiel meine, und kannst abschätzen, ob mein Beispiel ein Beispiel für Deine Sache ist.
Eine Operation ist ein Teil einer Handlung und insofern nicht von der Handlung zu trennen. Beispiel: Ich schreibe einen (diesen) Brief an Dich. Wir verstehen ihn soweit wie wir ihn verstehen, weil wir bezüglich des Briefes eine gemeinsame Vorgeschichte und gemeinsame Intentionen haben. Wir handeln gemeinsam. Ein Teil meiner aktuellen Handlung besteht darin, dass ich pysikalische Zeichen(träger) nach Regeln anordne. Das ist eine Operation, die unabhängig vom Handlungszusammenhang beschrieben werden kann, wobei dann natürich der Sinn der Operation unerheblich - nicht erhebbar - ist.
Der Unterschied ist, inwieweit Du dich bei der Beschreibung auf die formalen Aspekte beschränkst oder >ob Du eine Konnotationen auf den Handlungskontext mitschwingen läßt (wie poetisch).
Ich - als Beobachter (!) - kann also davon sprechen, dass jemand einen Brief schreibt (Handlung) oder davon, dass Zeichen nach Regeln angeordnet werden (Operation). Der Beobachter wählt die Abstraktionsstufe und entscheidet so, ob er eine Handlung oder eine Operation beobachtet.


LexiRom:
2) Mathematik: i.)e.)S. svw. Verknüpfung (algebraische O.), i.)w.)S. svw. Funktion.

Operation [...zion; lat.] die; -, -en: 1. chirurgischer Eingriff (Med.). 2. zielgerichtete Bewegung eines [größeren] Truppen- od. Schiffsverbandes mit genauer Abstimmung der Aufgabe der einzelnen Truppenteile od. Schiffe. 3. a) Lösungsverfahren (Math.); b) wissenschaftlich nachkontrollierbares Verfahren, nach bestimmten Grundsätzen vorgenommene Prozedur. 4. a) Handlung, Unternehmung, Verrichtung; Arbeits-, Denkvorgang; b) (von Computern) Durchführung eines Befehls einer Datenverarbeitungsanlage (EDV).

"Operationale Form" heisst die Beschreibung einer (verknüpften) Operation in einem Kontext.


Man kan sagen ich zeichne mit dem Bleistift oder mit der Aufmerksamkeit, in diesem Sinne kann man sagen Form IST zeichnen. EvG sagt, dass "mentale" Begriffe Operationen seien.

Zeichnen ist ein Verb. Verben stehen für Operationen.

Operationen, die wir verstehen, führen zu Artefakten und mithin zu Begriffen.

Die Entwicklung der Sprache ersetzt Verben durch Substantive. Sie behält Verben für den unverstandenen unbegriffenen Bereich.

Der Operationalismus ist ein Versuch zur Wurzel zurückzugehen. EvG meint, dass das die Voraussetzng für Uebersetzungen sei.

Die Sprache selbst wählt aber den Weg der Vergegenständlichung

Immer wo wir etwas artefaktisch begriffen haben, haben wir ein Substantiv

Operationen verwenden wir nur, wo wir noch keine Begriffe haben

Man kann übrigens sehr gut mit Substantiven sprechen aber sehr schlecht mit Verben.

Und wenn wir Operationen beschreiben, machen wir das mit Substantiven nicht mit Verben.


"Und überhaupt: alles was als Einheit fungiert, fungiert durch einen Beobachter für einen Beobachter als Einheit. Sogar Operationen sind Einheiten nur für einen Beobachter [...]." (WdG, S. 62)"

Operationen sind Ereignisse, die mit ihrem Vorkommen schon wieder verschwinden und nicht wiederholt werden können. Operationen sind zeitpunktmarkierte Ereignisse, denen nur Ereignisse folgen können. Das heißt nicht zuletzt, dass Ereignisse nur als Differenz beobachtet werden können, also nur im System eines Vorher und Nachher, durch das sie produziert und identifiziert werden." (WdG, S. 37)

"Zeitlich gesehen sind Operationen Ereignisse, [...] die im Augenblick ihrer Realisation schon wieder verschwinden. [...] Sachlich kann man Operationen beschreiben als das Erzeugen einer Differenz: Etwas ist nach der Operation anders als vorher und durch die Operation anders als ohne sie." (RdG, S. 50)


 
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