Als Hypostasierungen bezeichne ich die Verwendungen von Substantiven, die von der Verwendung von Verben und Adjektiven abgeleitet sind.
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Beispiele:
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Die Hypostasierung ist praktisch und unproblematisch, solange sie bewusst bleibt.
Ich spreche beispielsweise von der Länge eines Gegenstandes und meine damit selbstverständlich sein "lang sein". Dumm wäre nur, wenn ich "Länge" nicht als Hypostasierung sehen würde, sondern mir die Länge als Substanz vorstellen würde, nur weil ich ein Substantiv verwende.
Eine spezifische Klasse der Hypostasierung sind Materialbezeichnungen.
Beispiel:
“Metall” für "metallig (sein)”
Hinweis:
Die Hypostasierung ist - wie die Metapher - ein Lieblingsthema der Sprachkritik, und wird oft (und oft zurecht) als sprachliche Verdinglichung (Reifizierung) kritisiert, wo nicht die Wortart, sondern die Begrifflichkeit gewechselt wird, so dass aus Eigenschaften Substanzen oder Subjekte werden.
Beispiel:
“Vernunft” anstatt “…ist vernünftig”. “Die Vernunft, sie dann beispielsweise sprechen kann, sagt mir ich soll vernünftig sein”
Verwendungswandel:
In der vor-kantschen Philosophie wurde Hypostasis noch für Seinsgrundlage oder Seinform (etwa der Dreifaltigkeit) verwendet oder für Kondensate wie der Satz einer Flüssigkeit. I. Kant verwendet Hypostase in seiner Seinskritik für „bloße(s) Blendwerk“das bloss in Gedanken existiert, dem man aber dieselbe Qualität zuschreibt, die einem wirklichen Gegenstand außerhalb des denkenden Subjekts zukommt. Aus dieser Wortdeutung leitete er (quasi umgekehrt) das Verb „hypostasieren“ ab (Kritik der reinen Vernunft A 386, A 392, A 395, A 402). In dieser Tradition stehen die Standardbeispiele der Sprachkritik: Engel und Fee, die wie Menschen gedacht werden.
Ich bezeichne dagegen nur noch die sprachliche Verwendung und nicht mehr, was dabei gedacht wird.