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Homonyme: Waren-Wert, Wert von Variablen (Grössen-Wert), wertfrei, ideelle Werte

Vorspann:
"Wert" verwende ich homonym in mindestens drei verschiedenen Redeweisen: Im einen Fall verwende ich den Ausdruck "Wert" für eine von mir positiv bewertet Sache, im anderen für das resultierende Datum einer Messoperation, das ich formal als Wert einer Variable bezeichne und schliesslich verwende ich Wert für die Differenz zwischen Wert und Preis. Im einen Fall bestimme ich den Wert durch eine Bewertung, im anderen durch Messen, was in der Unterscheidung Qualität/Quantität erscheint, und im dritten Fall durch Errechnen der Warenverhältnisse.

Ich "bewerte" die Ware auf dem Markt durch kaufen oder nicht kaufen, ich kaufe aber ganz viele Waren nicht, die ich kaufen würde, wenn ich genug Geld hätte. In diesem Sinne bewerte ich nicht nur aktuell, sondern auch potentiell. Die potentielle Bewertung liefert die Grundlage der Wert-Metaphern. Sachen, für die ich sehr viel ausgeben würde, etwa die Gesundheit und andere -Heiten, sind für mich grosse Werte und in der Inversion Grundwerte von Kulturen oder gar Grundwerte der Mensch-Heit.

Eine verbreitete Auffassung besagt, dass der Preis beim Wert der Ware einpendle. Das besagt zunächst nur, dass auf dem Markt irgendwie der richtige Preis für eine Ware gefunden wird. A. Smith prägte dafür die Vorstellung einer unsichtbaren Hand.
D. Ricardo begründete eine Wertlehre, nach welcher der Wert einer Ware der dafür notwendigen Arbeitszeit entspricht. Durch diese Bestimmung des Wertes wird der Wert nicht durch den Preis bestimmt. Allerdings ist unklar, wie die Arbeitszeit je gemessenwerden könnte.
K. Marx schliesslich verwendete die Wertidee von D. Ricardo, um seinen Mehrwert zu begründen. Bei K. Marx ist Wert ein politischer Begriff, mit welchem er ökonomische Vorstellungen kritisiert.

Siehe auch: Tauschwert, Wertpapier, Wertform


 

Differenztheoretisch bezeichne ich Wert als die Differenz zwischen Wert und Bewertung, wobei auf der Seite der Messoperation die Bewertung insofern ein re-entry hat, als ich nichts messe, was ich nicht auch bewerte. Und auf der anderen Seite der Unterscheidung impliziert jede Bewertung eine Art des Messens im Sinne von Vergleichen.


 
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