Die Zentralbank, oft auch Nationalbank genannt, produziert und verwaltet Geld und Giralgeld. Sie repräsentiert die nationale Währungshoheit.
In der Schweiz heisst die Zenrtralbank Schweizerische Nationalbank (SNB). Die SNB ist eine (private) Aktiengesellschaft, die über komplizierte Rechtsgrundlagen mit dem Staat verstrickt ist. Das Münzgeld etwa wird in diesem juristischen Sinn vom Staat hergestellt, die Noten werden von der Nationalbank hergestellt. Die Nationalbank hat eine eigentümlich vermischte Aufgabe, in welcher sie Bankier des Staates spielt aber auch die Finanzen des Staates kontrolliert oder steuert.
Die Rechtsgrundlagen sind
ausführlicher: Projekt Geld
Schweizerische Nationalbank SNB (Eidg. Finanzverwaltung)
Aufgaben und Ziele der Nationalbank (Kurzübersicht)
Auftrag
Die Schweizerische Nationalbank führt als unabhängige Zentralbank die Geld- und Währungspolitik des Landes. Sie muss sich gemäss Verfassung und Gesetz vom Gesamtinteresse des Landes leiten lassen, als vorrangiges Ziel die Preisstabilität gewährleisten und dabei die Konjunktur berücksichtigen. Sie setzt damit eine grundlegende Rahmenbedingung für die Entwicklung der Wirtschaft.
Preisstabilität
Preisstabilität ist eine wesentliche Voraussetzung für Wachstum und Wohlstand. Inflation und Deflation erschweren die Entscheide von Konsumenten und Produzenten, stören die wirtschaftliche Entwicklung und benachteiligen die Schwächeren. Die Nationalbank setzt Preisstabilität mit einem Anstieg des Landesindexes der Konsumentenpreise von unter 2% pro Jahr gleich. Die geldpolitischen Entscheide erfolgen aufgrund einer Inflationsprognose, ihre Umsetzung über die Steuerung des Dreimonats-Libors.
Gewährleistung der Bargeldversorgung
Die Nationalbank verfügt über das Monopol zur Ausgabe von Banknoten. Sie versorgt die Wirtschaft mit Noten, die hohen Qualitäts- und Sicherheitsansprüchen genügen. Im Auftrag des Bundes nimmt sie auch die Münzverteilung wahr.
Versorgung des Geldmarktes mit Liquidität
Die Nationalbank versorgt den Frankengeldmarkt über Repogeschäfte mit Liquidität und setzt damit die Geldpolitik um.
Bargeldloser Zahlungsverkehr
Im bargeldlosen Zahlungsverkehr engagiert sich die Nationalbank im Bereich der Grossbetragszahlungen zwischen den Banken. Diese werden im Swiss Interbank Clearing SIC über die Girokonten der SNB abgewickelt.
Anlage der Währungsreserven
Die Nationalbank verwaltet die Währungsreserven (Gold, Devisen, internationale Zahlungsmittel). Diese sichern das Vertrauen in den Franken, tragen dazu bei, Krisen zu verhindern und zu überwinden und können für Interventionen am Devisenmarkt eingesetzt werden.
Stabilität des Finanzsystems
Im Rahmen ihres Beitrags zur Stabilität des Finanzsystems analysiert die Nationalbank laufend die Lage und Entwicklung im Banken- und Finanzsystem. Sie überwacht die systemisch bedeutsamen Zahlungs- und Effektenabwicklungssysteme und wirkt an der Gestaltung der Rahmenbedingungen für den Finanzplatz mit. Im Bereich Finanzstabilität arbeitet die Nationalbank mit der Bankenaufsicht, der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (www.finma.ch), zusammen. Die Abgrenzung der Aufgaben und die Zusammenarbeit sind in einem Memorandum of Understanding (MoU) geregelt.
Internationale Währungskooperation
Die Nationalbank nimmt zusammen mit den Bundesbehörden an der internationalen Währungskooperation teil und leistet technische Hilfe.
Bankier des Bundes
Die Nationalbank wirkt als Bank des Bundes. Sie wickelt für den Bund Zahlungen ab, begibt Geldmarktbuchforderungen und Anleihen, besorgt die Verwahrung von Wertpapieren und führt Geld- und Devisengeschäfte aus.
Statistik
Die Nationalbank erstellt Statistiken über die Banken und Finanzmärkte, die Zahlungsbilanz, das Auslandvermögen und die Finanzierungsrechnung der Schweiz.