Behaviorismus heisst die Wissenschaft, die Blackboxes von aussen untersucht.
Die Kybernetik ist in dem Sinne behavioristisch, als sie davon ausgeht, dass man Blackboxes nicht von innen untersuchen kann. Kybernetiker konstruieren Mechanismen, die ein zu erklärendes Phänomen erzeugen.
Auf den Grundlagen seines Behaviorismus hat Skinner die Büchern "Walden II" und "Jenseits von Freiheit und Würde" geschrieben.
Behaviorismus heisst die Haltung, sich nicht um die Konstruktion der Blackbox, sondern nur um die Reiz-Reaktions-Korrelationen (behave) an der Oberfläche der Blackbox zu kümmern. Beispiel: Ein Behaviorist kennt keine Schwerkraft (Massenanziehung, usw), er nimmt nur wahr, dass Massen sich relativ zu ihrer Grösse beschleunigt aufeinanderzubewegen.
Lit: Glasersfeld 1987: 192
Behaviorismus ist die Wissenschaftsstufe vor dem Engineering (==> )
Als "Kognitive Wende" bezeichnet man die Vorstellung, wonach man von Systemen mit kognitiven Leistungen wissen kann, wie die Blackbox konstruiert ist: Künstliche Intelligenz
LexiRom
Behaviorismus, eine von J.B. Watson 1913 begründete Forschungsrichtung der amerikanischen Psychologie. Der Behaviorismus fordert, daß sich die Psychologie als Wiss. nur dem objektiv beobachtbaren und meßbaren Verhalten (behavior) von Lebewesen (Tier und Mensch) unter wechselnden Umweltbedingungen, das heisst den Reaktionen des Organismus auf Reize zuzuwenden habe, wobei als Mittel der Beschreibung nur der naturwissenschaftliche Kategorienapparat erlaubt ist (nicht: Denken, Fühlen, Wollen usw.).
Watson, John Broadus, *)Greenville (S.C.) 9.1. 1878, †)New York 25.9. 1958, amerikanischer Psychologe. Begründer des Behaviorismus.
Skinner-Box nach dem amerikanischer Verhaltensforscher B. F. Skinner. Experimentierkäfig zur Erforschung von Lernvorgängen bei Tieren (Verhaltensforschung).
aus unbekannter Quelle:
Behaviorismus, Forschungsströmung der amerikanischen Psychologie, in der ein klar definiertes experimentelles Vorgehen vertreten wird, mit dessen Hilfe beobachtbares Verhalten (Reaktionen) in Beziehung zur Umgebung (Reize) untersucht wird. Seine Wurzeln hat der behavioristische Ansatz in den Schriften der britischen Assoziationstheoretiker (Assoziation). Weitere Quellen sind die amerikanische funktionalistische Schule der Psychologie (Funktionalismus) und die Darwinsche Evolutionstheorie – in beiden geht es um die Anpassung der Individuen an ihre natürliche und soziale Umwelt.
Watsons Werk
Der Behaviorismus wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von dem amerikanischen Psychologen John B. Watson begründet. Damals waren die Vertreter des Fachs der Auffassung, daß die Psychologie in der Untersuchung inneren Erlebens oder von Gefühlen mit Hilfe subjektiver, introspektiver Methoden bestehe. Watson bestritt das Vorhandensein inneren Erlebens nicht, beharrte aber darauf, daß dieses nicht untersucht werden könne, da es nicht beobachtbar sei. Watson war stark von den bahnbrechenden Untersuchungen der russischen Physiologen Iwan P. Pawlow und Wladimir M. Bechterew zum Lernen bei Tieren beeinflußt.
Watson wollte die psychologische Forschung streng naturwissenschaftlich ausrichten, indem er nur objektive Verfahren einsetzte – beispielsweise Laborexperimente – mit deren Hilfe statistisch signifikante Ergebnisse gewonnen werden sollten. Er formulierte eine psychologische Reiz-Reaktionstheorie, der zufolge alle komplexen Verhaltensweisen wie etwa Emotionen und Gewohnheiten aus einfachen, beobachtbaren Reaktionen der Muskeln und Drüsen erklärbar wären. Er vertrat die Auffassung, daß auch emotionale Reaktionen erlernt sind, ganz ähnlich wie andere Fertigkeiten.
Watsons Reiz-Reaktionstheorie führte zu einer außerordentlichen Ausweitung der Forschung zum tierischen und menschlichen Lernen; beim Menschen wurden dabei insbesondere die Jahre vom Kleinkindalter bis zum frühen Erwachsenenalter untersucht.
Von 1920 bis in die fünfziger Jahre war der Behaviorismus in den Vereinigten Staaten die führende psychologische Richtung und gewann auch weltweit starken Einfluß. Um die Mitte des Jahrhunderts hatten die Vertreter des jungen Behaviorismus umfangreiche Datenmengen zum Lernen erhoben, so daß die amerikanischen experimentellen Psychologen Edward C. Colman, Clark L. Hull und Burrhus Frederic Skinner ihre eigenen Lern- und Verhaltenstheorien formulieren konnten, die nun nicht mehr auf introspektiven Beobachtungen, sondern auf Laborexperimenten basierten.
Forschung
Seit 1950 haben die Behavioristen eine beeindruckende Fülle von Grundlagenstudien durchgeführt, mit denen geklärt werden sollte, wie die verschiedenen Verhaltensweisen sich entwickeln und wie sie beibehalten werden. Untersucht wurden dabei (1)~Einflüsse, die dem Verhalten vorausgehen, beispielsweise die Aufmerksamkeitsspanne und Wahrnehmungsprozesse, (2)~Veränderungen im Verhalten selbst, etwa der Erwerb von Fertigkeiten, (3)~Einflüsse, die dem Verhalten folgen, beispielsweise die Auswirkungen von Anreizen oder Belohnungen und Strafen, und (4)~Bedingungen, die längerfristig auftreten, beispielsweise langanhaltender emotionaler Streß oder das Fehlen des Lebensnotwendigsten.
Wenn diese Untersuchungen an Menschen durchgeführt wurden, dann zum Teil in dafür mit speziellen Beobachtungsmöglichkeiten ausgestatteten Räumen, zum Teil in natürlichen Umgebungen wie der Schule oder der Familie der Untersuchten. Untersuchungen, die an Tieren, insbesondere Ratten und Tauben, durchgeführt wurden, fanden in Standard-Laborsituationen statt. Die meisten Untersuchungen an Tieren galten nur einfachen Reaktionen. Den Tieren wurde beispielsweise beigebracht, einen Hebel zu drücken oder auf eine Scheibe zu picken, um etwas für sie Wertvolles, etwa Nahrung, zu erhalten, oder um einen schmerzhaften Reiz, etwa einen leichten Elektroschock, zu vermeiden.
Gleichzeitig wurden auch Untersuchungen durchgeführt, in der die behavioristische Methoden auf praktische Probleme angewandt wurden. Daraus ergaben sich eine Reihe von Therapiemöglichkeiten, die unter den Begriffen Verhaltensmodifikation oder Verhaltenstherapie zusammengefaßt werden. Die behavioristische Anwendungsforschung deckt hauptsächlich drei Bereiche ab.
Der erste Fragenkomplex bezieht sich auf psychologische Behandlungsmethoden (auch als Verhaltenstherapie bezeichnet) für Erwachsene und Kinder mit Verhaltensstörungen. Im zweiten Bereich geht es um verbesserte Lehr- und Ausbildungsmethoden. Zum Teil wurden die schulischen Vermittlungsprozesse von der Vorschule bis zur Hochschule erforscht, zum Teil die Ausbildung im gewerblichen und industriellen Bereich und beim Militär – hier wurde auch die Methode des Programmierten Unterrichts entwickelt. Viele Untersuchungen haben sich auch mit der Verbesserung der Lehr- und Ausbildungsmethoden für behinderte Kinder in deren Familien, in der Schule oder in Behinderteneinrichtungen befaßt. Der dritte Bereich behavioristischer Anwendungsforschung hat die langfristigen und kurzfristigen Auswirkungen von Drogen und Medikamenten auf das Verhalten zum Gegenstand. In diesen Untersuchungen werden Tieren Drogen oder Medikamente in verschiedenen Dosierungen und Kombinationen verabreicht, anschließend wird untersucht, wie sich das Verhalten der Tiere bei repetitiven Aufgaben wie dem Drücken eines Hebels verändert.
Auswirkungen des Behaviorismus
Zunächst trug der Behaviorismus dazu bei, introspektive Untersuchungen psychischer Vorgänge, Emotionen und Gefühle zurückzudrängen und statt dessen die Untersuchung des objektiven Verhaltens der einzelnen gegenüber ihrer Umwelt mit Hilfe experimenteller Methoden zu etablieren. Auf diese Weise konnten Forschungen an Menschen und an Tieren miteinander in Beziehung gesetzt werden.
Das mechanische Reiz-Reaktions-Schema ist mittlerweile durch ein funktionalistisches Konzept ergänzt worden, in dem der Bedeutung der auslösenden Bedingungen für die Betroffenen größere Aufmerksamkeit geschenkt wird.
Wilhelm Adt