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Der Ausdruck "Blackbox" wird sehr unterschiedlich verwendet:

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Die Behavioristen (Verhaltensforscher) postulieren mit dem Ausdruck, dass man hinreichend komplexe Wesen, beispielsweise Menschen, nicht rekonstruieren kann, und dass man deshalb nur deren Verhalten funktional untersuchen kann. Die Behavioristen untersuchen, wie eine Blackbox auf bestimmte Signale reagiert (Reiz-Reaktions-Schema). Ihnen ist egal, warum die die Blackbox so oder so reagiert, sie wollen nur wissen, wie sie reagiert.

In den Ingenieurwissenschaften ist eine Blackbox ein funktionsspezifiziertes Element, dessen Konstruktion man nicht kennen muss. Wer etwa ein Auto konstruiert, muss nicht wissen, wie das Autoradio funktioniert, das er bei einem Zulieferanten als Blackbox kauft. Er muss nur wissen, wieviel Platz er für das Radio im Armaturenbrett resevieren muss, und welche Anschlüsse das Radio braucht.

In der Aviatik ist eine Blackbox ein Aufzeichnungsgerät, das man nicht manipulieren kann. Es wird nach einem Flugunfall ausgewertet.

In der Systemtheorie spreche ich (als konstruierender Beobachter) von einer Blackbox, wenn ich ein Phänomen mit einem Mechanismen erklären will, von welchem ich (noch) nicht weiss, wie er konstruiert ist, respektive dessen Funktionsweise ich nicht kenne. Blackbox heisst also der Platzhalter einer Erklärung.

Beispiel:
Man kann sich überlegen,was in der Blackbox sein muss, wenn man die Funktion zwischen Tastatur und Bildschirm beobachtet.

Die Systemtheorie beschreibt, wie ein System "konstruiert sein muss", damit es ein bestimmtes Verhalten in seinem Milieu überhaupt zeigen kann. Die Systemtheorie (re-)konstruiert die behavioristischen Phänomene, die die Blackbox zeigt, als Feedback-Organisation.

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Space Odysee 2001: am Anfang taucht die Blackbox auf (als Artefakt schlechthin)


 
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