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Differenztheoretisch kann "Materie" als Differenz zwischen einem Erklärungsprinzip und Material gesehen werden. Als Erklärungsprinzip ist Materie das, was mit Energie ge-form-t oder bewegt werden kann. Als Material ist Materie Träger der "sinnlichen" Eigenschaften, die als Masse, Platz- oder Raumbedarf, Struktur und innere Wärme erscheinen, etwas salopp als Atome oder als Objekte, die - im Unterschied zu Photonen der elektromagnetische Strahlung - eine Ruhemasse besitzen.

Als Erklärungsprinzip ist Materie die Antwort auf die Frage, warum die Welt so ist, wie sie ist (weil Atome tun, was sie tun). Als Material ist Materie eine Abstraktion auf die Gemeinsamkeit aller Materialien, wodurch alle nicht formalen Eigenschaften (die die pysikalische Bestimmung ausmachen) verschwinden. Als Materie sind Materialien wie Metall und Baumwolle gleich: verschieden konfigurierte Elementarteilchen (wie Quarks, usw).


Konstruktiv unterläuft die Materialforschung - und mithin entsprechende Teile der Physik - die doppelte Unterscheidung, die Material als Medium der Formgebung bestimmt, indem sozusagen Material hergestellt wird. Stahl beispielsweise durchläuft einen komplexen Produktionsprozess, in welchem Wissen über Materie anfällt. Aber Stahl ist natürlich ohne gewollte Form nur Material, obwohl wir sagen, dass wir Stahl herstellen, also daselbe Wort verwenden, wie wenn wir sagen, dass wir Artefakte herstellen.


 
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