Geldwert        zurück ]      [ Stichworte ]      [ Literatur ]      [ Die Hyper-Bibliothek ]      [ Systemtheorie ]

Der Ausdruck "Geldwert" ist eigentlich ein Un-Wort, mit welchem dann und wann spezielle Hervorhebungen bezeichnet werden. Er wird etwa für die Kaufkraft von Geld verwendet, wenn ausgedrückt werden soll, dass Geld nicht immer gleich viel "wert" ist, dass ma also nicht immer gleichviel Waren dafür bekommt.
Ich benutze den Ausdruck zur Hervorhebung davon, dass der Ausdruck "Geld" sehr verschieden verwendet wird.

Zur Veranschaulichung eine Analogie: Der Ausdruck "Energie" bezeichnet eine Grösse, wird aber oft für Träger dieser Grösse verwendet. Geld bezeichnet eine Grösse und deren Träger.

Als Geldwert bezeichne ich eine bestimmte Eigenschaft einer Ware. Eine bestimmte Ware, etwa ein Tisch, hat verschiedene Eigenschaften und unter anderem auch einen Preis, in welchem sein Geldwert Ausdruck findet. Ein Tisch kann beispielsweise einen Geldwert von 500 Franken haben.

Ein Tisch ist kein Geld, aber ich kann ihn in verschiedenen Hinsichten (be)messen. Ich kann ihn wägen, als den Wert seines Gewichtes bestimmen, die beispielsweise 20 Kilogramm sein kann. Ich kann ihn unter dem Gesichtspunkt von Brennholz bewerten und messend feststellen, dass sein Wert etwa 300 MegaJoule ist. Auf dem Markt kann ich feststellen, dass sein Geldwert beispielsweise 500 Franken ist

Als Geldwert bezeichne ich in diesem Sinn das jeweilige Resultat einer Messung, bei welcher ich Geld als Grösse oder als Eigenschaftsdomäne einer Variablen verwende, wobei ich dann normalerweise Geld einer bestimmten Währung, also beispielsweise Franken meine.

Zu jedem Messwert kann ich mir einen Wertträger vorstellen, der genau diesen Wert hat.

Zum Geldwert 1 Franken stelle ich mir typischerweise eine 1-Franken-Münze vor, aber natürlich gibt es ganz viele Dinge, die 1 Franken wert sind. Hier - also mit der Redeweise "Geldwert" - geht es mir darum, Geld und Geldwert zu unterscheiden. Geld ist Träger von Geldwert.


Darlehen, Schulden, Kredite werden oft als Geld bezeichnet, weil sie einen Geldwert haben. Die Fiatmoney-Vorstellung beruht auf dieser Nicht-Unterscheidung und in den Vollgeld-Vorstellungen wird dieses Missverständnis oft reproduziert.


 
[buch von Lenzen]
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