dissipativ(e Struktur)        zurück ]      [ Stichworte ]      [ Literatur ]      [ Die Hyper-Bibliothek ]      [ Systemtheorie ]

"dissipativ" heisst eine Struktur, die nur durch Aufnahme von Energie erhalten bleibt. Dissipative Strkturen sind in einem Fliessgleichgewicht.

Beispiel:

die Struktur einer Kerzenflamme
die Struktur eines Zeichenkörpers am Bildschirm

Gegenteil: Konservative Struktur

Vgl. Prigogine/Stengers, z.B. Termitenhügel, S. 179.


Bildquelle: Wikipedia

Die Kerzenflamme hat vier Zonen:
In Zone 1, der Dunkelzone, wird das Wachs verdampft und nur teilweise verbrannt, die Temperatur liegt bei 600 bis 800 Grad Celsius.
In Zone 2, der "Blauen Zone" liegt die Temperatur steigt auf etwa 1000 Grad Celsius. Für die bläuliche Farbe spielen wohl Strahlungsübergänge an den Gasmolekülen eine Rolle.
In Zone 3, der Glühzone, wird das Wachs beim Verbrennungsprozess in Kohlenstoffdioxid und Wasserdampf umgewandelt. Da der Prozess nicht vollständig abläuft, bilden sich aus Kohlenstoff Rußteilchen, die bei 1.200 Grad Celsius hell glühend leuchten.
Die Zone 4, die Hauptreaktionszone, ist die aktivste Zone der Kerze. Die brennbaren Bestandteile aus dem Wachs treffen auf reichlich Sauerstoff für die vollständige Verbrennung und erzeugen hier Temperaturen von bis zu 1400 Grad Celsius! Diese heißesten Bereiche liegen außerhalb der gelb leuchtenden Flamme und tragen nicht zur Lichterzeugung bei. (http://www.tk-logo.de/mach-mit/experimente-07/experiment-kerzenflamme.html)


 

dieser Text von Keil-Slavik verlangt mehr als meine Definition:
"Entscheidend ist, dass dissipative Strukturen neue Formen oder Gestalten ausprägen, die nicht aus den vorher vorhandenen Teilen und den zwischen ihnen bestehenden Wechselwirkungen kausal begründet werden können, sondern nur durch einen Austausch mit der Umgebung. 'Mit einer etwas antropomorphen Ausdrucksweise könnte man sagen, dass die Materie unter gleichgewichtsfernen Bedingungen beginnt, Unterschiede in der Aussenwelt (wie etwa schwache Gravitations- oder elektrische Felder) wahrzunehmen, die sie unter Gleichgewichtsbedinungen nicht spüren konnte.' (...) Dissipativer Strukturen sind dynamische Ordnungszustände, die in Form räumlicher Muster mit stehenden Wellen verglichen werden können und die zu ihrer Aufrechterhaltung ständig Energie in Wärme umwandeln (dissipieren = zerstreuen)" (Keil-Slawik, 1985, 93).


 
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