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Als Problem bezeichne ich - eigentlich - die Hypostasierung davon, dass ich eine Aufgabe nicht erledigen kann, weil ich kein für mich hinreichendes Verfahren erkennen kann. Jedes Problem ist an eine Instanz gebunden, die eine Aufgabe erledigen will.
Jedes Problem hat eine Lösung. Die eigentliche Problemlösung besteht in einem Verfahren, das funktioniert oder im Erkennen, dass es kein solches Verfahren gibt, wie etwa bei der sprichwörtlichen Quadratur des Kreises.
Umgangssprachlich wird das Wort Problem auch dafür verwendet, dass man sich gar kein Verfahren vorstellen kann.
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Beispiele:
Die verbreitete Redeweise "eine Aufgabe lösen" beruht darauf, dass die Aufgabe und das Problem als Einheit aufgefasst, als nicht unterschieden werden. Das ist oft im sehr häufig vorkommen Fall der Fall, in welchem die Aufgabe in Form eines Auftrages gestellt wird. Ein Beispiel, das die Ambivalenz spiegelt:
Umgangssprach verkürzt wird das Problem der Aufgabe zugerechnet, statt jenem, der die Aufgabe erledigen will oder muss - man sagt vor allem auch deshalb "eine Aufgabe lösen". Wenn ich eine Aufgabe erledigen kann, weil ich weiss, wie es geht und und das Verfahren durchführen kann, habe ich kein Problem. Eine Problemlösung beschreibe ich in Form eines Rezeptes, eine perfekte in Form einer Anweisung als Computerprogramm. Das Anwenden des Verfahrens gehört nicht zur eigentlichen Problemlösung, sondern ist notwendig für das Erledigen der Aufgabe.
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Bildquelle: Wikipedia
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Als kreativ gilt, das Finden von noch nicht bekannten Problemlösungen. Kreativ ist aber in erster Linie, wer sein eigenes Problem so verschieben kann, dass er eine Aufgabe "lösen" kann. (siehe dazu auch progressiev Problemverschiebung)
"Jean Piaget (...) bezeichnet ein 'Problem' als eine 'defekte Struktur, die der Mensch über Wahrnehmung, Gewohnheiten und elementare sensumotorische Mechanismen in eine bewegliche, aber dauerhafte Gleichgewichtsform überführen muss: zur Widerspruchslosigkeit' " (Irrgang/Klawitter, 1990, 8)
Dörner, 1989, nennt ein Problemlöseverhalten, "das nicht nach den wesentlichen Ursachen und Gründen für die jeweils anstehenden Probleme forscht, sondern unabhänig von den tatsächlichen Ereignissen an einer einmal aufgestellten Behauptung festhält, so wie die Flugbahn eines Geschosses, das einmal abgefeuert ist, im nachhinein nicht mehr korrigierbar ist", ballistisch (zit. in Keil-Slawik, 1990, 90).
MEIN Problem ist nicht, ob und wie dynamisch-schnell sich der CO2-Zustand ändert, sondern wie der Druck auf WELCHE Handlungen zunimmt. Es gibt ganz viele Leut, die WISSEN, was zu tun ist. Da sie es selbst nicht tun können, sammeln sie demokratische Mehrheiten, zB für Solarstromsubventionen, die via Mehrwertsteuer finanziert werden. Probleme haben Lösungen. Wer eine Lösung hat, hat das Problem nicht mehr. Wer keine Lösung hat, sieht auch das Problem nicht. Aber asoziale Umverteilungsforderungen kann man auch ohne Probleme pushen.