Interaktion nennt ein Beobachter den Prozess, in welchem Energie zwischen von ihm unterschiedenen Entitäten (Einheiten) fliesst, die zu Veränderungen der Entitäten oder der Beziehungen der Entitäten zu deren Milieu führt. (Lit: Maturana 1982:242). Wo Energie fliesst, findet immer eine Veränderung statt, wo eine Veränderung stattfindet, fliesst immer Energie."
Strukturelle Koppelung und Kommunikation sind Spezialfälle von Interaktion.
Aus der Perspektive des Systems gibt es keine Interaktion, sondern nur Perturabation.
Beispiele:
Ein Impuls geht von einer Biliardkugel zur andern. Das Drehmoment vom Motor wird auf das Getriebe übertragen. Die Wärme geht zum kälteren Gegenstand (Entropie). Ein Signal fliesst vom Sender zum Empfänger.
Luhmann: Schematische Interaktion: "Als Interaktion soll dasjenige Sozialsystem bezeichnet sein, dass sich zwangsläufig bildet, wenn immer Personen einander begegnen, das heisst, wahrnehmen, dass sie einander wahrnehmen, und dadurch genötigt sind, ihr Handeln in Rücksicht aufeinander zu wählen" (81).
Das ist eine typische Formulierung von Luhmann: Interaktion wird "sozial" statt "physikalisch" interpretiert, dann wird aber von Zwangsläufigkeit im Sinne eines physikalischen Gesetzes oder im Sinne einer semantischen Tautologie gesprochen: Begegnen = wahrnehmen, dass man wahrgenommen wird. Aber wie kann ich wissen, ob der andere mich wahrnimmt?