Graphie
-graphie
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Homonyme:
Graphie hat in der Linguistik eine relativ konkrete Bedeutung, der Ausdruck wird aber viel häufiger - wie etwa -logie - als Wortteil in einem anderen Sinn verwendet.
siehe auch Graph

Als Wortteil (das den Oberbegriff bestimmt) verwende ich "-graphie" in sehr verschiedenen Zusammenhängen:

  • Biografie = Lebensbeschreibung
  • Fotografie = Kamerabilder
  • Geografie = Erdkunde
  • Kalligraphie = Schönschreibung
  • Kartografie = das Kartenwesen, Kartierung
  • Kryptografie = Verschlüsselung
  • Lithographie =Steindruck
  • Metallografie = Methode zur Feststellung des Gefügeaufbaus von Metallen
  • Monografie = Einzelschrift
  • Pornografie = unsittliche Darstellung
  • Topographie = Beschreibung einer räumlichen Ordnung
  • Typografie = Lehre von der Schriftsetzung
  • Graphie steht in all diesen Fällen auch für die Aufhebung der Differenz zwischen einer Kunde über das Beschreiben und dem jeweils (fach)kundige Beschriebensein.

    Bei den "Wissenschaften", die ohnehin Beschreibungen produzieren, wird der deskriptive Aspekt hervorgehoben.

    Oft wird ein Mensch, der etwas aufschreibt oder aufzeichnet, beziehungsweise seine Funktion, mit der Endung -graph bezeichnet, zum Beispiel Stenograf. Aber auch aufzeichnende Geräte wie Seismograph oder Tachograph erhalten diese Endung.
    siehe auch Grafik und Grafiker


    Es gibt eine Gruppe von speziellen "Graphien", die ich als skurile Produkte von Sprachwissenschaften beobachte:

    der allgemeinste Fall heisst

  • Ideograophie Begriffsschrift

  • darunter gibt es dann
  • Logograophie Wortschrift
  • Bilderschrift
  • Keilschrift

  •  

    Graphie in der Linguistik:

    Graphie wird in der Linguistik für die Schreibweise oder auch Druckart von Texten verwendet.
    Beispiel:
    Im Deutschen hat z. B. die Grafie handschriftlicher Texte gewechselt: Nur wenige verwenden noch die Sütterlin-Schrift; Ähnliches gilt für die Grafie gedruckter Texte, die nur noch in Ausnahmefällen in Fraktur gesetzt sind.


     
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