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Als Giralgeld (oder Buchgeld) bezeichne ich den Geld gewordenen Anspruch auf Geld. Indem dieser Anspruch auf Geld wie Geld behandelt wird (in der Bezeichnung giral(Geld) ist die Invisibilisierung des Unterschiedes ausgedrückt), wird die sogenannte Geldschöpfung ("fiat money") möglich, die eigentlich eine Giralgeldschöpfung darstellt.

Eine blendende Darstellung, Warum überall Geld fehlt", sobald Giralgeld als Geld aufgefasst wird.


differenztheoretische Notation

Girokonto

Anmerkungen (noch ausformulieren!)

In der Volkswirtschaftslehre gilt Giralgeld - oft sehr konfus - als Geld, welches nicht als Bargeld vorliegt. Als Nicht-Bargeld gilt dann (in derselben Konfusion) sofort liquidierbares Bankguthaben auf einem Konto, während klar ist, dass es das nur relativ gibt, also nur dann, wenn auf die Liquidierung verzichtet wird. Dagegen kann Giralgeld (naturgemäss) für bargeldlosen Zahlungsverkehr verwendet werden, was die Giral-Differenz (Guthaben/Kredit) auf elektronisches Geld (E-Geld) in Computern verschiebt. Traditionell wird von Sichtguthaben auf Bankkonten gesprochen, die sowohl durch Einzahlungen von Bargeld als auch durch das Erteilen von Krediten der Bank entstehen. Das Sichtguthaben vermischt als Guthaben und Schuld. Da das Sichtguthaben für Zahlungen und Auszahlungen abgebucht werden kann, wird es zur "zahlungsfähigen" Geldmenge, bezeichnet als M1, gerechnet.

Re-entry
Das Sichtguthaben ist kein gesetzliches Zahlungsmittel. Durch die Eröffnung eine Sichtguthaben-Kontos erklärt man sich jedoch zur Annahme von Buchgeld von entsprechenden Kontos bereit.

Damit verbunden sind einige spezifische Qualitäten:
Im Vergleich zu Bargeld weist Buchgeld ein deutlich geringeres Verlust- und Diebstahlrisiko auf. Außerdem entfällt das Risiko, gefälschte Banknoten zu erhalten. Des Weiteren ist im Gegensatz zum Bargeld eine Verzinsung möglich.
Ein grundlegender Nachteil von Buchgeld ist seine begrenzte Funktion als Zahlungsmittel. Zwar können manche Formen von Buchgeld (v. a. über Debit- und Kreditkarten) in vielen Geschäften für Transaktionen verwendet werden, allerdings sind sie kein gesetzliches Zahlungsmittel. Ein weiterer Nachteil von Buchgeld besteht in der fehlenden anonymen Verwendbarkeit.
Bezogen auf seine Transaktionskosten ist keine grundsätzliche Aussage zu machen. Viele Buchgeldformen unterliegen Aufbewahrungskosten in Form von Depotgebühren. Andererseits weist auch Bargeld Transaktionskosten auf, da man einerseits zu seiner sicheren Lagerung beispielsweise einen Tresor benötigt und da Bargeld (insbesondere Münzen) andererseits aufgrund seines Gewichts und Umfangs schwerer zu transportieren ist als Buchgeld. Außerdem erfolgt bei Bargeld keine Verzinsung.


 
[die Entdeckung des Giralgeldes in den Massenmedien]
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