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siehe Fiat Money

-------------- https://www.bundesbank.de/Navigation/DE/Service/Schule_und_Bildung/Geld_und_Geldpolitik/geld_und_geldpolitik.html Schülerbuch Geld und Geldpolitik digital ------------- http://www.pufendorf-gesellschaft.org/single-post/2017/04/26/Deutsche-Bundesbank-Geldmultiplikator-ist-falsch Die Deutsche Bundesbank hat auf ihren Webseiten eine interessante Seite mit Fragen und Antworten (Link). Die Seiten gehören zu einem Schülerbuch Geldpolitik (digital) und sind geldtheoretisch spannend. In den Lehrbüchern zur Makroökonomie steht ja bis heute, dass die Zentralbank Geld an die Banken verleiht, welches es dann weiter verleihen an Haushalte und Unternehmen. Da Banken jeden Euro an Zentralbankgeld mehrfach verleihen würden, entsteht so eine Art auf den Kopf gestellte Pyramide: jeder Euro Zentralbankgeld erzeugt mehrere Euro an Giralgeld. Das Verhältnis von Giral- zu Zentralbankgeld wird auch als Geldschöpfungsmultiplikator bezeichnet. Auch wenn das gut klingt, ist es dennoch falsch. Die korrekte Funktionsweise findet sich in dem Buch "Geld und Kredit: eine €-päische Perspektive" (Link), aber inzwischen wird diese auch von der Bundesbank vertreten. Hier die entscheidende Frage mit der Antwort von den Seiten der Bundesbank: Benötigt die Geschäftsbank zuerst Zentralbankgeld, bevor sie Kredite vergeben kann, aus denen ihr Zahlungsverpflichtungen entstehen können? Welche Rolle spielt (dabei) die Mindestreserve? Das Modell des Geldschöpfungsmultiplikators, das in vielen Lehrbüchern zur Geldtheorie dargestellt wird, unterstellt, dass einer Geschäftsbank zunächst zusätzliches Zentralbankgeld zugeflossen sein muss, bevor sie zusätzliche Kredite gewähren kann, aus denen ihr Zahlungsverpflichtungen in Zentralbankgeld entstehen können. In der Praxis ist dieser Zusammenhang nicht zwingend gegeben [Anm. des Autors: "nicht zwingend" = "eigentlich nie"]. So sind einzelne Geschäftsbanken normalerweise stets in der Lage, sich bei Bedarf Zentralbankgeld kurzfristig über den Geldmarkt zu beschaffen – das heißt, von anderen Geschäftsbanken zu leihen. Außerdem bietet das Eurosystem den Geschäftsbanken die Möglichkeit, sich – gegen Verpfändung von ausreichenden Sicherheiten – Zentralbankgeld über Refinanzierungsgeschäfte oder ständige Fazilitäten zu beschaffen. Abgesehen davon verfügen die Geschäftsbanken im Normalfall stets über ein gewisses Guthaben in Zentralbankgeld. Denn jede Geschäftsbank ist verpflichtet, eine Mindestreserve in Zentralbankgeld zu halten (die nach der Höhe ihrer Kundeneinlagen zu einem bestimmten Zeitpunkt bemessen wird). Diese Mindestreserve muss aber nicht permanent, sondern nur im Durchschnitt über die vier- oder fünfwöchige Mindestreserveperiode gehalten werden. Die Geschäftsbanken können diese Einlagen auf ihrem Zentralbankkonto kurzfristig nutzen, um Zahlungspflichten nachzukommen. Im Zuge der Banken- und Staatsschuldenkrise waren einzelne Geschäftsbanken aufgrund der Vertrauenskrise unter Banken nicht in der Lage, sich Zentralbankgeld von anderen Geschäftsbanken zu leihen. Das Eurosystem hat deshalb dem Bankensystem in dieser Phase über zusätzliche Refinanzierungsgeschäfte sowie eine Vollzuteilungspolitik zusätzliches Zentralbankgeld bereitgestellt. ----------------- Dirk Ehnts ... und damit gibt es außerhalb der akademischen Makroökonomien wohl niemanden sonst mehr in Deutschland, der an das glaubt, was in fast allen Lehrbüchern der Makroökonomie zur Geldschöpfung steht. Gefällt mir · Antworten · 2 · Gestern um 15:36 Andreas Heil Andreas Heil Okay. Aber das sagt (neben dem kausal und zeitlich vertauschten Verfahren; siehe auch Werner 2008) nur aus, dass die ZB de facto keinerlei Geldmengenbeschränkung durch Verwehren von ZB Geld vornehmen WILL oder ? Und das ist ja auch konsistent damit, dass man auch den Anspruch Geldmengensteuerung betreiben zu wollen, ad acta gelegt hat. Gefällt mir · Antworten · Gestern um 16:21 Philip Kohlbacher Philip Kohlbacher Die Zentralbanken gehen von einer indirekten Geldmengensteuerung durch die Geldpolitik aus. Interessanter Artikel hierzu (insbesondere Seite 27.f.): "Die Zentralbank kann durch Veränderung ihrer geldpolitischen Zinssätze die Entwicklung der Geldmenge...Mehr anzeigen Gefällt mir · Antworten · Gestern um 17:01 · Bearbeitet Andreas Heil Andreas Heil Na ja. Aber der monetaristische Ansatz ist ja außer bei den Hardcore-Religiösen eher überwunden, weil die Geldmenge (plus immer die Frage "welche denn ?") ja eher kein so funktionaler Parameter ist und in einem global weit vernetzten FIAT-System, das auf Kreditgeldschöpfung beruht, noch weniger. Relevanter ist da schon wie die vorhandene Geldmenge mit welcher Verwendungsabsicht und welchen Restriktionen bei den Haltern verteilt ist. Aber Danke für den Link. Gefällt mir · Antworten · Gestern um 17:20 Andreas Heil Andreas Heil Ha ha. Komisch dass die Wirkung auf die Beschäftigung in solchen Beschreibungen immer vornehm ausgespart bleibt. Gefällt mir · Antworten · Gestern um 17:23 Philip Kohlbacher Philip Kohlbacher Zur Geldmenge schreibt die Bundesbank ja auch auf S.28: "Die Geldpolitik der Notenbank ist jedoch nicht primär auf die Kontrolle der Geldmengen- und Kreditentwicklung ausgerichtet. Ihr Ziel ist vielmehr die Sicherung der Preisstabilität auf mittlere Sicht. Für die Einschätzung dieser Risiken sind nicht nur monetäre, sondern auch andere finanzielle sowie realwirtschaftliche Daten relevant" Gefällt mir · Antworten · 1 · Gestern um 17:23 Andreas Heil Andreas Heil Und richtig so. Gefällt mir · Antworten · Gestern um 17:24 Dirk Ehnts Dirk Ehnts Zur Frage, dass " die ZB de facto keinerlei Geldmengenbeschränkung durch Verwehren von ZB Geld vornehmen WILL oder ?" Sie kann nicht. Banken mit relativ hoher Kreditschöpfung brauchen mehr Reserven. Werden diese verwehrt, ist die Bank illiquide. Das kann eine ZB nicht verantworten. Zudem: gegen vorher definierte Sicherheiten _muss_ sie Reserven verleihen. So sind die Regeln. Gefällt mir · Antworten · 1 · 6 Std. Andreas Heil Andreas Heil Das heißt aber eben "nur", dass sie's de facto nicht kann, weil sie's im Falle eines Falles aus anderen Gründen nicht will. Und die Ausnahme wäre gesamtwirtschaftlich belanglos, wenn sie nur eine einzelne Bank außerhalb einer systemischen Krise über den Jordan schickt. Ich will Deine Überlegung keineswegs bestreiten, nur ganz genau klar haben. Gefällt mir · Antworten · 6 Std. Nicolas Hofer Nicolas Hofer GeldMENGENgeldtheorie ist Theorie auf Basis einer Metapher (Menge), die völlig an der Wirklichkeit des Aufrechnens und Abtretens von Forderungen vorbei geht. Geldmengengeldtheorie ist nur für einen Spezialfall aber nicht allgemein anwendbar. Gefällt mir · Antworten · 17 Min Rolf Todesco Schreibe eine Antwort ... Datei auswählen Jo Bader Jo Bader wunderbar! Bleibt nur eine simple Frage offen: Wenn das geschöpfte Giralgeld bei Rückzahlung des Kredits vernichtet wird, wo kommt dann dieses viele Geld auf den Konten der Reichen her? Etwa aus geplatzten Krediten? Gefällt mir · Antworten · Gestern um 16:25 Dirk Ehnts Dirk Ehnts Die Reichen halten gar nicht so viel "Geld". Die kaufen damit Aktien, Staatsanleihen, Immobilien, etc. Also kommt deren Vermögen hauptsächlich daher, dass sich Staat und Unternehmen verschulden. Verschulden sich die Haushalte, dann kann natürlich auch das die Gegenposition sein, wie bei den Immobilienkrisen in den USA, Spanien und Irland. Gefällt mir · Antworten · 6 Std. [konfuse Vorstellungen]
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