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Literatur

siehe Anhang

zitiert in:

NLP - Eine Einführung

Zur Person

Alfred Graf Korzybski (1880-1950) war Ingenieur und Vertreter der analytischen Philosophie. Er prägte den Satz: the map is not the territory. Sein Hauptwerk "Science and Sanity" (1933) ist einerseits Grundlage der "Allgemeinen Semantik" und beinhaltet andrerseits ein Verfahren, das ein Vorläufermodell des NLPs ist, das er "Neurolinguistisches Training" nannte .

Kurzfassung

"Eine Landkarte ist nicht das Gebiet, das sie repräsentiert, aber wenn sie korrekt ist, ist sie in ihrer Struktur der Struktur des Gebietes gleich (oder ähnlich), worin ihre Brauchbarkeit begründet ist" (Korzybski). (vgl dazu von Glasersfeld über das Kartenlesen).
Der erste Teil des Satzes besagt, daß eine Abbildung nicht mit dem identisch ist, was es abbildet. Der zweite Teil besagt, unter welchen Bedingungen eine Abbildung, eine Landkarte gut ist, d.h. zu funktionellen Handlungsentwürfen und damit Ergebnissen führt. Der erste Teil basiert auf einer Kritik an der Vorstellung, es gäbe so etwas wie Identität zweier Ereignisse. Die Folge der Vorstellung, es gäbe so etwas wie "Identität", ist nach Korzybski ein bestimmtes mentales Vorgehen, nämlich "Identifikation", das zu inadäquaten Modellen und Handlungsentwürfen führt.
Der zweite Teil der Analyse Korzybskis beschäftigt sich damit, wie eine Abbildung in Relation zum Abgebildeten aussehen muß. Alle Abbildungen müssen den empirisch bekannten Daten entsprechen, d.h. Theorien, die von den empirisch bekannten Daten eines Bereichs abgelöst wurden, sind schlecht. Das gilt sowohl für individuelle Theorien (Glaubenssätze) wie auch für wissenschaftliche Theorien. Korzybski analysierte hier vor allem sprachliche "Abbildungen" dahingehend, ob sie dem abgebildeten entsprechen. Also, wenn die Sprache suggeriert, daß etwas statisch und andauernd ist, tatsächlich aber handelt es sich um einen Prozeß, der mit einem "Statik" suggerierenden Begriff beschrieben wird, ist die Abbildung falsch. Um diese Kritik und Analyse leisten zu können, entwickelte er Kriterien für gute "Landkarten" und analysierte die Art der Begriffsbildung.

mehr unter: Anhang: Biographie

Kritik

"Die Sprache ist eine Landkarte von der Wirklichkeit" (Rapoport über Korzybski).

Diese Aussage ist sehr kompliziert. Sprache und Wirklichkeit werden durch eine - wohl metaphorisch gemeinte - "Landkarte" verbunden.
Eine Landkarte ist eine analoge Abbildung. Nach Korzybski ist Sprache weder analog noch eine Abbildung noch lässt sich die Wirklichkeit abbilden. Korzybski hat das zwar vertreten, aber nicht in einem begrifflichen Sinne verstanden, weil er keine artefaktische, sondern nur mathematische Begriffe von Abbildung, Modell, Text und "Landkarte" hatte und digital und analog bunt vermischte.
Die Theorie von NLP übernimmt diese Unschärfe. Da die Praxis von NLP von der Theorie weitgehend unbetroffen ist, spielt das in der Praxis keine Rolle. Die allgemeine Semantik dagegen hat keine Praxis, es sei denn das bedeutungsschwangere Gerede von Bedeutung.

Noch eine Anmerkungen

Es gibt eine wunderbare Geschichte über eine Landkarte: Soldaten verirrten sich in den verschneiten Karpaten und finden anhand einer Karte von den Pyrenäen zurück. Diese Karte war eine gute Abbildung der Wirklichkeit, aber natürlich keine adäquate Abbildung der Karpaten.


 
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