Die "2. Ordnung" hat (sicher zwei) verschiedene Bedeutungen:
Ich verwende den Ausdruck für Selbstbezüglichkeit, etwa in "Systemtheorie 2. Ordnung", wo der Systemtheoretiker ein System ist, das sich selbst als System beschreibt. So auch Heinz von Foerster: Cybernetics of cybernetics.
Vergleiche dazu: R. Todesco: Die zweite Ordnung
In einem konventionellen (und etwas sinnlosen) Sinn wird "2. Ordnung" für Ordnung auf einer 2. Ebene verwendet. H. Maturana etwa spricht von "Systemen 2. Ordnung" und meint damit beispielsweise Metazeller, die Systeme aus Zell-Systemen sind.
Schematisch:
H. Maturana ist ein Beobachter, der Systeme 1. und 2. Ordnung, also Zellen und Metazeller sieht (er sieht sogar noch eine 3. Ordnung, in welcher Metazeller Herden bilden).
Ich sehe mich als System 1. Ordnung, wenn ich H. Maturana sehe, und ich sehe mich als System 2. Ordnung, wenn ich mich als System sehe, das Systeme sieht.
In Luhmann-Kreisen gibt es noch eine weitere Sicht: Die Beobachter sehen dort irgendetwas und die soziologischen (!) Beobachter der Beobachter sehen wesentlich mehr als die beobachteten Beobachter, weil sie deren Unterscheidungen sehen, was sie Beobachtungen 2. Ordnung nennen (vgl re-entry).