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Als organische Stimme bezeichne ich die Hypostasierung des Hervorbringens von durch Stimmorganen erzeugten und modulierten Schall als Lauterzeugung beim Sprechen, Singen, Schreien, Schluchzen, Summen oder Lachen usw.

Es geht also nicht um Äusserungen, sondern um einen bestimmten physiologischen Aspekt von Äusserungen, der mit dem Inhalt der Äusserung nichts zu tun hat. Der organische Körper fungiert als Quelle, die versorgt und motiviert ist.

Aspekte, die ich vorerst ausklammere:
Tierstimmen und das Pfeifen (und das Klatschen) als nicht stimmliche Lauterzeugung.

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Ich unterscheide Stimme und stimmen. Beide Wörter verwende ich für je verschiedene Sachen.
 
Mit Stimmen bezeichne ich eine Tätigkeit, mit Stimme einen Deutungszusammenhang.
 
Die Willensäusserung begründet die assoziative oder arbiträre Wortfamilie mit dem Stamm "stimm".
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Das Quasiorgan Stimme besteht aus den Stimmlippen im Kehlkopf und dem Vokaltrakt (Mund-, Rachen- und Nasenhöhlen), mittels dessen ich Schall erzeuge. Die Stimme verwende ich bei verschiedenen Lauterzeugungen wie etwa Schreien oder Lachen und vor allem beim Sprechen. Allerdings ist nicht jeder Sprachlaut stimmhaft, auch das Flüstern ...('). Neben ihrer Rolle in der gesprochenen Sprache ist die Stimme zugleich Bestandteil der Körpersprache, beispielsweise wirken sich verschiedene Emotionen auf die Art der Stimmgebung beim Sprechen aus. Auch biologische Merkmale lassen sich weitgehend zuverlässig anhand der Stimme erkennen, so ist die Art der Stimme ein sekundäres Geschlechtsmerkmal und ermöglicht es auch, das Alter der Sprecher zu erkennen, da sie sich im Verlaufe einer Lebensspanne verändert.[1] Bei der Verwendung der Stimme wird zwischen Sprech- und Singstimme unterschieden. Beim Singen wird die menschliche Stimme wie ein Musikinstrument zur Erzeugung von Tönen, Klängen und Melodien eingesetzt, meist verbunden mit Sprache.

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Bildquelle: Wikipedia
Pfeifen in der Tierwelt Als nächstliegendes Beispiel hierfür könnte man das Vogelgezwitscher vermuten. Dieses ist jedoch physikalisch gesehen kein Pfeifen. Vögel produzieren ihren Gesang im Stimmkopf (Syrinx), wo sie Töne durch Schwingung elastischer Membranen erzeugen, was vom Erzeugungsmechanismus eher dem der menschlichen Stimmlippen ähnelt. Da hiermit die reinen, sinusähnlichen Schallwellen einiger Vögel nicht befriedigend erklärt werden konnten, stellten Gaunt et al. 1982[5] die Hypothese auf, dass nicht durch schwingende Membranen, sondern durch schnell strömende, wirbelbildende Luft ein Pfeifton erzeugt würde. Diese Hypothese wurde jedoch durch Experimente (z. B.[6]) nicht bestätigt, nach heutigem Stand der Forschung pfeifen Vögel also nicht. Trotz der unterschiedlichen Erzeugungsweise ist die Tatsache, dass Vogelgesang Pfeiftönen sehr ähnelt, unbestritten. Sie ist Ursache der Benennung der Unterfamilie der Pfeifgänse, der Pfeifente sowie des türkischen Dorfes Kuşköy (Vogeldorf, siehe oben). Ebenfalls keine Pfeiftöne im engeren Sinne sind die Laute, mit denen sich Fledermäuse im Ultraschallbereich orientieren, indem sie den Rücklaufschall mit Sonar auswerten. Andere Tiere, die nach den Pfeiftönen, die sie ausstoßen, benannt sind, sind der Pfeifschwan (Cygnus columbianus), die zu den Eulenfaltern gehörende „Whistling Moth“ (Hecatesia thyridion), die Antillen-Pfeiffrösche (Eleutherodactylus johnstonei) und die Karru-Ratten (englisch auch „Whistling Rats“) (Parotomys). Murmeltiere verständigen sich untereinander mit Pfeiftönen. Pfiffe dienen bei ihnen – ebenso wie bei den Gämsen – der Ankündigung von Gefahr. Auch Wale und andere Meeressäuger nutzen Pfiffe zur Kommunikation. Besonders das Pfeifen der Delfine weckte das Interesse vieler Forscher, weil sie die Möglichkeit in Betracht zogen, dass die Tiere eine natürliche Sprache entwickelt hätten. Ob dem so ist, ist allerdings noch unklar (siehe auch Walgesang). Vereinzelt wurde das Pfeifen auch bei Menschenaffen in Gefangenschaft beobachtet, so etwa bei den Orang-Utans Bonnie im Washingtoner Zoo und Ujian in Heidelberg.
 
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