Kritik        zurück ]      [ Stichworte ]      [ Literatur ]      [ Die Hyper-Bibliothek ]      [ Systemtheorie ].

Als Kritik bezeichne ich den anhand bewusster Kriterien geleistete Vergleich.

Im Alltagsverständnis steht oft die Bewertung im Zentrum der Kritik. In der Philosophie und der Wissenschaft wird "Kritik" seit I. Kant's "Kritik der reinen Vernunft" oft in einem kruden Sinne verwendet, nämlich für die akademische Durchdringung eines Gegenstandes, bei welchem die Beschreibung mit der beschriebenen Wirklichkeit "kritisch" verglichen wird. K. Marx etwa nannte sein Werk "Kritik der politischen Oekonomie" und meinte damit nicht eine "Bewertung" der bürgerlichen Oekonomen oder deren Lehren, sondern dass sein Werk eine adäquate Darstellung der beschriebenen Verhältnisse sei (vgl Haug:178ff).

Wo Kritik sagt, wie die Sache wirklich ist, sagt sie natürlich immer auch, dass andere Darstellungen wenig Wert haben. Und wo ich andere Darstellungen in diesem Sinne kritisieren will, muss ich einfach die richtige Darstellung liefern. Damit heisst Kritik aber der Vergleich verschiedener Darstellungen. Im Beispiel: K. Marx hat etwas anderes geschrieben als D. Ricardo. Ich kann mir die Unterschiede durch Vergleichen bewusst machen und die Verschiedenheit benennen. Wenn ich das tue, mache ich Kritik im hier gemeinten Sinn explizit.

Umgangssprachlich wird auch oft von konstruktiver Kritik gesprochen, wenn Verbesserungsvorschläge eingebracht werden.

Als Praktische Kritik bezeichne ich eine Kritik, die die je eigene Praxis beschreibt und deren allgemeine oder gesellschaftliche Form reflektiert.


 

"Die Waffe der Kritik kann allerdings die Kritik der Waffen nicht ersetzen, die materielle Gewalt muss gestürzt werden durch materielle Gewalt, allein auch die Theorie wird zur materiellen Gewalt, sobald sie die Massen ergreift." - Karl Marx, Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung. MEW 1, S. 385, 1844 []

Kritik heißt: ein gegenseitig zugestandes Recht auf eigenmächtige und öffentlich mitteilbare Ablehnung anderer Meinungen bei gleichzeitiger Übernahme der Argumentationslast zuzüglich der damit verbunbunden Verantwortlichkeiten für die Ergebnisse der Argumentation. (Blog differentia)


Mehr Literatur

Kritisieren heißt: Beschreiben, an begründeten Ansprüchen messen, das Zurückbleiben hinter den Ansprüchen beweisen und den Weg zur Erfüllung aufzeigen ... Ein Kritiker, der, ohne positiv zu fordern, kritisiert, versagt, während er aus dem Versagen des Kritisierten Größe zu beziehen meint.“ (Manes Sperber (1978 (1933)) Individuum und Gemeinschaft, S. 53)


 
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