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Als Dynamo bezeichne ich einen Teil einer (Licht- oder Beleuchtungs-)Maschine. Er wandelt die mechanische Energie des drehenden Rades in elektrischen Strom um, der dann in der Glühlampe in Wärme verwandelt wird, die den Glühfaden zu Leuchten bringt.

Das Licht ist die Funktion der Maschine. Die Lampe könnte aber auch mit einer Batterie betrieben werden. Der Dynamo liefert nur den Strom, er erfüllt also für sich keine Gebrauchs-Funktion.

Der Dynamo ist ein spezifischer Fall eines Motors. Eigentliche Motore verwenden Energie, die in Trägern gespeichert ist, um die Maschine mechanisch zu bewegen. Der Ottomotor etwa verwandelt die Energie von Benzin in eine Rotation einer (Kurbel-)Welle. Der Dynamo ist ein Generator, also eine Inversion des Motors, weil er eine mechanische Energie auf einen Energieträger überträgt.

Im einfachsten Fall wird beim Dynamo ein Permanentmagnet angetrieben, der in einer feststehenden Ständerwicklung rotiert und so eine Wechselstrom hervorbringt.

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Literatur:

Wie etwa verhält sich die Definition zur praktischen Frage, ob ein Dynamo eine Maschine sei? Im Alltag, dem solche Fragen entstammen, herrschen sinnliche Kriterien. Der Dynamo ist sinnlich als eigenständiges Ding erkennbar, das überdies irgendwie eine Arbeit zu leisten scheint. Für den Radfahrer ist das "Ding mit dem Rädchen, das man gegen den Velopneu drückt", ein Dynamo. Die elektrische Leitung zur Lampe gehört so wenig zum Dynamo, wie der Pneu am Rad des Fahrrades, der das Dynamorädchen treibt. Das Rädchen am Dynamo dagegen ist selbstverständlich ein Teil des Dynamos. Und weil der Dynamo ein mechanisches Ding ist, könnte man ihn an unserer Definition messen wollen. Die Definition aber entscheidet nicht für beliebige Dinge, ob sie Maschinen oder Automaten sind. Vielmehr zeigt sie, dass ein Dynamo als Gegenstand für diese Frage keinen Sinn macht. Ein Dynamo ist kein Ganzes, sondern nur, wie beispielsweise eine Schraube, ein Teil einer Maschine oder eines Werkzeuges (41). In einer bestimmten Konstellation, beispielsweise am diskutierten Fahrrad, ist er nicht Teil einer Maschine, sondern Teil eines Werkzeuges. Viele Bauteile können sowohl in Maschinen wie auch in Werkzeugen verbaut sein. Die Definition strukturiert die Welt so, dass Dinge auftreten, für die entscheidbar ist, ob sie Automaten sind. Die Definition unterscheidet Bedeutungen. Auf der Ebene der Werkzeuge ist die Zwecksetzung jeweils nur durch die ganze Konstruktion, also beispielsweise durch Antriebs-, Transmissions- und Werkzeug-Mechanismen erreicht" (R. Todesco: Technische Intelligenz:65ff).

C.Babbage, der Vater des Computers, definierte: ”Die Vereinigung aller dieser einfachen Instrumente, durch einen einzigen Motor in Bewegung gesetzt, bildet eine Maschine” (zit.in: Marx,1975,396).


 
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