Daten und Programme        zurück ]      [ Index ]      [ Literatur-Index ]      [ Die Hyper-Bibliothek ]     

J. von Neumann hat durch seine Rechner-Architektur die Unterscheidung zwischen Programmen und Daten - im hegelschen Sinne - aufgehoben, indem er beides als Daten in demselben Speicher beobachtete.

Differenztheoretisch kann Programm durch die Differenz zwischen Daten und Programm gesehen werden, indem auf der Unterscheidungseite Programm das als "Daten" Ausgegrenzte wiedereintritt.

Insofern als man durch Programme Daten verändern kann, kann man durch Programme auch Programme verändern, weil die Programme auch in Form von Daten vorliegen. Allerdings gibt es nur wenig sinnvolle Anwendungen, die überdies auch ohne Programmveränderung programmiert werden können. Der Nutzen liegt vor allem in der Spreicherauslastung. Und hat auch einen Temponachteil:

Die Harvard-Architektur bezeichnet in der Informatik ein Schaltungskonzept zur Realisierung besonders schneller CPUs und Signalprozessoren. Der Befehlsspeicher ist physisch vom Datenspeicher getrennt und beide werden über getrennte Busse angesteuert. Der Vorteil dieser Architektur besteht darin, dass Befehle und Daten gleichzeitig geladen, bzw. geschrieben werden können. Bei einer klassischen Von-Neumann-Architektur sind hierzu mindestens zwei aufeinander folgende Buszyklen notwendig.
Zudem sorgt die physikalische Trennung von Daten und Programm dafür, dass bei Softwarefehlern kein Programmcode überschrieben werden kann. Nachteilig ist allerdings, dass nicht benötigter Datenspeicher nicht als Programmspeicher genutzt werden kann.
Die Harvard-Architektur wurde zunächst überwiegend in RISC-Prozessoren konsequent umgesetzt.