Fadengitter        zurück ]      [ Stichworte ]      [ Die Hyper-Bibliothek ]      [ Systemtheorie ]         [ Meine Bücher ]         [ Meine Blogs ]bild
 
bild

Ich verwende auch das Wort Raster. Fadengitter eher für die Maltechnik, Raster eher für ...
 

Als Fadengitter bezeichne ich - in Bezug auf Perspektiven - ein Gitter, das als Schnittfläche zwischen dem Maler und seinem Malsujet gespannt wird, als Hilfsmittel, damit er sein Bildsujet besser abzeichnen und auf eine zweidimensionale Fläche übertragen kann.

bild

  Zeichnung
  Gemälde
  Fotografie  
  Grafik
  Schema
  Technobild
  Text

bild

 

L. Alberti definierte es in seinem zweiten Buch des Traktats „Della Pittura“ (1435/1436), als ein Perspektivbehelf zur naturgetreuen Darstellung auf einer Zeichenebene mit Hilfe eines Rasters, das proportionale Abschätzungen erlaubt, die dann auf das Blatt gezogen werden. Diese Abbildungsweise sieht die Übertragung von streckenrichtigen Figurenumrissen in ein parallelprojiziertes Abbild vor und ist vor allem für die Wiedergabe auf kleineren Bildträgern empfehlenswert (siehe auch Guckkasten).

[ ]

Das Fadengitter kann - in einer Inversion - auch auf ein vorhandene Bild gelegt werden und zur Vergrösserung oder Verkleinerung verwendet werden. Michelangelo soll diese Technik in der Sixtinische Kapelle angewendet haben.

Es gibt zwei verschiedene Verwendungen: Beobachtungsinstrument (Wahrnehmungsfilter) - Reproduktionsinstrument (Übertragungsmedium).

bild bild
Bildquelle: Wikipedia
bild bild
Zentralperspektive einer Landschaft mit einm Fadengitter,
das seit dem 16. Jhd. verwendet wird. Quelle: Wikipedia

 

Eine Illustration des Fadengitters fertigte A. Dürer später (1525) als Holzschnitt über die Vermessung einer Liegenden an und verbreitete so die Kenntnis darüber in Malerkreisen.

bild bild
Bilderquelle: Wikipedia

 
[ cop ]
[ wp ] [ 22. 3.26 ]