AG1 MMK 2014

Aus Mmktagung
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Methoden des Usability-Improvements - Leider ausgefallen


Arbeitsgruppe: Gestaltungsregeln für Usability?

Die Bandbreite des Usability-Einsatzes ist groß, sie umfasst Benutzeraufgaben mit extrem unterschiedlichem Komplexitätsgrad. Auf der einen Seite Web-Anwendungen bis Smartphone-Apps für den Consumer-Bereich mit meist einfacheren Aufgaben. Kombiniert wird diese in diesem Anwendungsbereich oft mit einer Erlebnisorientierung zur emotionalen Bindung von Kunden. Wird dabei vielfach großer Wert auf die Inhalte von Grafikdesign und User Experience gelegt, finden sich am anderen Ende der Bandbreite hoch komplexe Aufgaben zur effektiven Abwicklung von betrieblichen Arbeitsprozessen. Bei diesen wird immer die Aufgabenorientierung im Zentrum aller Betrachtungen stehen, da auch arbeitsrechtliche Gesichtspunkte eine Rolle spielen. Eine angemessene Gestaltung bezieht dann meist auch Fragen der Prozessanalyse bzw. -gestaltung als relevant mit ein.

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Die Vorgehensmethodik der Usability ist dabei stark im Feld der Anforderungsermittlung und sehr gut bei der Qualitätsprüfung (Validierung) von Mindestanforderungen. Ausgesprochen schwach ist sie im Bereich der Gestaltung, insbesondere zur Optimierung von Arbeitssystemen.

In Arbeitssystemen wird Software eingesetzt, um die damit abgebildeten Prozesse und Tätigkeiten zu optimieren. Die Zielgruppe sind häufig Fachkräfte oder zumindest geschulte Mitarbeiter. Auch hardware-ergonomische und organisatorische Aspekte sind hier fest mit den Usability-Fragestellungen verwoben. Die ggf. rechtsverbindliche Erfüllung von Mindestkriterien bedingt zumeist nicht eine optimierte Lösung, welche die Qualitätsstufe der Angemessenheit zur Perfektion hin übertrifft. Wie müssten Ansätze aussehen, die die technische Gestaltungsmethodik als Idealsystem (z. B. REFA, MTM) bezeichnet? Wirklich lohnend wird Usability nämlich, wenn sie die Grenzen der Mindestanforderungen sprengt und sie zur Prozessoptimierung des betrachteten Arbeitssystems beiträgt.

Es ist sehr zu empfehlen die ingenieurwissenschaftliche Gestaltungsmethodik mit einzubeziehen - sei es beim Customizing von ERP-Systemen, Call-Center-Software oder auch beim Einsatz von DMS z. B. bei Versicherungen.

Ein Element davon sind Gestaltungsregeln, welche weit über die „heuristische Gestaltung“ durch Usability-Experten hinausgehen, wenn man nämlich bei der Gestaltung die in der Heuristischen Evaluation (Nielsen/Moilch) geforderten Listeninhalte als Basis her nimmt. Im Auftaktvortrag der MMK 2013 wurden die Grundlagen der Software-Ergonomie und der Usability zu einem hierarchischen Konzept von Gestaltungsregeln kombiniert, aus denen sich Ansätze und Lösungen für die operative Ausarbeitung ableiten lassen. Die Gestaltungsregeln gipfeln im aus der Handlungs-Regulations-Theorie (HRT) abgeleiteten Tätigkeits-Regulations-Modell (TRM). Welches dazu in der Lage ist, Aufgaben im Arbeitssystem auf jeder Granulierungsebene abzubilden.

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Lassen sich dabei für die Granulierung auf Teilaufgaben und Aktionsebene die möglichen Aufgaben noch gut systematisieren und diesen dann standardisierte und dann mit geringem Aufwand auf Basis der Gestaltungsregeln optimierbare Gestaltungslösungen zuordnen, so wird dies auf den höheren und damit zunehmend komplexer zu betrachtenden Granulierungsebenen schwieriger.

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Arbeitsgruppeninhalt

  • Die in der Beschreibung angedeuteten Inhalte sollen zunächst vorgestellt und vertieft werden.
  • Es ist zu diskutieren, ob eine Standardisierung auf der höheren Aufgaben- oder sogar auf der Organisationsebene möglich und auch wünschenswert ist (Konkurrenzbeziehung zwischen strategischer Standardisierung und operativer Diversifizierung (siehe erstes Bild).
  • Es sollen ggf. Systematisierungsansätze gefunden werden, z. B. nach Klassifizierung von Aufgabentypen (Basis hierfür könnte der existierende Ansatz für Büroarbeit im Bund sein).
  • Es sollen ggf. Gestaltungsregeln (oder doch nur Heuristiken?) für die einzelnen Ansätze gefunden werden.

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