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Literatur

Über den Menschen
Abhandlung über die Methode des richtigen Vernunftgebrauchs
Meditationen über die Grundlagen der Philosophie

Werke von René Descartes bei Zeno.org (deutsche Übersetzungen)

Zur Person

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René Descartes (1596-1650) war Universalgelehrter, von Jesuiten erzogen und mit den arabischen Schriften vertraut gemacht, so dass er die antike Philosophie (Aristoteles) zugunsten der Wissenschaft verworfen hat. (Zur Geschichte: Das Spiel hat sich später wiederholt, als die Konstruktivisten (Systemtheorie) die eigentliche Philosophie (Kant, Hegel) aufgehoben haben.

Die Verurteilung G. Galileis gab ihm Anlass seine Publikationen zu bedenken. Er befasste sich auf allerlei Weise mit Gott und dem Menschen. Aus Furcht vor der Inquisition veröffentlichte er seine Schrift Traité de l’homme („Abhandlung über den Menschen“, 1632) zeitlebens nicht; sie erschien erst 1662 unter dem Titel De homine.

Neben seiner seinskritischen Philosophie, die an Augustinus anschloss, befasste er sich auch mit der Wissenschaft, die er selbst betrieb. Ich rechne diesen Teil seiner Arbeit zu den Anfängen der Gnoseologie (Abhandlung über die Methode des richtigen Vernunftgebrauchs und der wissenschaftlichen Forschung).

Mit seiner Gesamtdarstellung des Systems »Principia philosophiae« (Die Prinzipien der Philosophie) war R. Descartes wohl der Begründer der Philosophie, die Wissenschaft noch enthielt und - neben G. Leibniz - deren letzter Vertreter. Nach ihm gab es neben den Philosophen Wissenschaftler, die sich mit Wissenschaft befassten und natürlich solche, die im Alter auch noch ein bisschen philosophierten, wie das immer noch Mode ist.

R. Descartes hat auch das nach ihm benannte Koordinatensystem bekannt gemacht.

Für R. Descartes waren physiologische Modellvorstellungen integraler Bestandteil seiner Philosophie. Die aristotelische Hervorhebung des Organischen negiert Descartes. Er reduzierte den lebenden Organismus des Menschen auf dessen Mechanik und wurde damit zum Begründer der neuzeitlichen Iatrophysik (heilkundig-pragmatisch), in der Menschenmodelle und (versuchte oder gedachte) Konstruktionen von Menschenautomaten eine wichtige Rolle spielten. Der menschliche Körper wird einmal als bloße „Gliedermaschine“, dann wieder als „Leichnam“ beschrieben. Diese Betrachtung hat ihre Fortsetzung in der Denkweise, den Menschen körperlich als mechanischen Apparat, also als Maschine zu betrachten und sein Denken heute beispielsweise mit dem Funktionieren von Computern zu vergleichen, wenn nicht gleichzusetzen.

Seine naturwissenschaftlichen Arbeiten – seine Ablehnung des Gravitationsprinzips oder seine Wirbeltheorie – sind zwar früh durch die newtonsche Physik widerlegt worden; sie sind jedoch nicht gering zu schätzen, da Descartes einer der wichtigsten und strengsten Vertreter des Mechanizismus war, der die ältere aristotelische Physik abgelöst hat.

Stahl führte den Ausdruck Organismus explizit gegen den cartischen Mechanismus ein.


 
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